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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 146
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(foi. 243*) Wie ain kunig, genant der plab kunig, den jungen weysen kunig des heirats
halben mit krieg angrif, und wie der jung weyß kunig ine aus dem velt abtrib.

ls nun der jung weyß kunig die hochzeit gehalten und seiner gemahl regiment under
sein gewalt und regirung, wie sich dann ime zu thuen gepuret, genomen het, das vernam
ain mechtiger kunig, genant der plab kunig; derselb kunig sach denselben heirat, der
mit dem jungen weyßen kunig beschechen was, von herzen ungeren, und er zürnet
in sonderhait vast aus den Ursachen, dann er het ainen sun und denselben seinen sun
vermainet er der jungen kunig(fol. 243b)in zu verheiraten. Derselb plab kunig was ain

sonder mechtiger kunig, und sein kunigreich stieß an derselben schönen edln jungen kunigin land; dieselb

10 jung kunigin was ain erbtochter irs vaters, des kunigs vom feureysen. Auf solichs hielt der plab kunig ainen
♦ rat, ob er den jungen weißen kunig und seinen gemahl, die jung kunigin, mit dem swert zertrennen möcht
und nam ime solichs also für und rüstet sich mit ainer merklichen anzal kriegsfolk in gehaim, und
ungewarneter sach fiel er der jung kunigin mit krieg in ir kunigreich und gewan ir ab land, stet und bürg;
er ließ sich auch daran nit benuegen, sonder er thet weiter schaden mit prand und raub. Als nun dem

15 jungen weysen kunig die potschaft kam, wie der plab kunig (fol. 2440) mit krieg in seiner gemahl, der jungen
kunigin, land gefallen were, auch land, stet und purg gewunen het, da beweget der jung weyß kunig den
ungewarneten angriff und beschloß in ime, dem plaben kunig in kurz ainen widerstand zu thun und ime
sein furnemen zu prechen, und versamlt darauf on Verzug ain mechtig kriegsvolk zu roß und fueß und zoch
mit solichem seinem kriegsvolk auf den plaben kunig und traib ine ab aus dem velt. Und nachdem der

20 plab kunig in der jungen kunigin kunigreich mit dem prand schaden het gethan, das wolt der jung weyß
kunig auch nit ungerochen lassen und zug dem plaben kunig in sein kunigreich und ließ sein kriegsfolk
daryn so ser prennen, das der rauch dieselb zeit so gross (fol. 244 b) Was und den sunnenschein dermassen
verdecket, das der harnasch in dreyen stundn kainen glänz nit gab. Und der jung weyß kunig nam für sich
dermassen ainen anschlag, das er dardurch seiner veind etlich hundert erlegt het; aber durch unzeitigem

25 rat ward solichs gewendt, doch des jungen weyßen kunigs kriegsvolk begriffen ander in der flucht, die
stachen sy von den rossen herab und zu tod. Der jung weyß kunig schlueg sich auch zu feld gegen
dem plaben kunig; aber die kalt zeit was zu nahend und fiel der winter dermassen an, das baid tail ab und
widerumb haim zugen.

1 Randbemerkung: Dornegk
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