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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 203
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ain flucht in sy kumen, gleicher weise als der kunig mit den seinen kain narung vor (fol. 331a) den veinden
uberkumen kunt. Auf das beriet sich der jung weiß kunig mit seinen auserwelten, wie er ime am morgen
wolt thuen, und beschloß, er wolt den grossen hawfen angreifen. Und als der morgen kam, rucket er mit
seiner weisen geselschaft gegen inen hin bis an ainen vortail, damit sy inen mit irem geschutz kainen
schaden möchten thuen. Nach solichem schickem der gross hawfen der prawnen geselschaft zu dem 5
jungen weißen kunig und baten ine umb gnad, das er inen solt vergeben: sy wolten abziechen, und das
er auch abzug; das schlueg er inen ab, dann er wolt sy zu freyen genaden haben, das wolten sy auch nit
thuen. Also trat der kunig in spitz zum treffen, und als er drey trit thet und gegen den veinden ziechen
wolt, schrayen seine ordnungmacher ine an, er solle stil steen, dann (fol. 331t>) etliche von seinem volk heten
sich zertrent und die Ordnung zerrissen. Also trat der jung weiß kunig zurück, wolt sehen, wie sölichs 10
zugieng: da was ain priester kumen mit ainem altarstain und leget den altarstain auf ain potting bey der
Ordnung und laß meß daruf, da knyet der merer tail seins volks bey der meß; also knyelet der jung
weiß kunig auch nider zu derselben mess und höret die mitsampt seinem volk, darnach machet er sein
Ordnung wider und fand sein volk guetwillig zu fechten. Mitler zeit bedacht sich das wuetend volk der
prawnen geselschaft und ergab sich in des weisen kunigs gnad mit leib und guet und zugen also haim; 15
desgleichen zugen des kunigs volk auch wider in ire herbergen. Nach sölichem nam der jung weiß kunig
etliche aus der (fol. 332 a) selben prawnen geselschaft, so den auflauf und die romor gemacht heten, in der
anzal bey achtundzwainzig und ließ sy mit dem swert richten, und bey hundert ließ er die stat und das
land verpieten; die fluchen zu dem plaben kunig. Die andern begnadet er alle frey ledig und nam kain
gelt von inen, damit er die lieb bey dem volk wider uberkumen möcht. 20

Wie zwischen dem jungen weyßen kunig und plaben kunig ain frid gemacht (foi. 333a)
was, den der plab kunig nit hielt, und seinen hauptman, den partman, mit

kriegsvolk ausschicket.

ls der jung weiß kunig die prawn geselschaft erobert het, da lagen noch zehentausend
man, die dem plaben kunig zugehörten in dem land, die der plab kunig der prawnen 25
geselschaft zu hilf geschickt het. Nach sölicher eroberung der prawnen geselschaft
wolt der jung weiss kunig auf die obangezaigten zehentawsend man der plaben gesel-
schaft gezogen sein und sy geslagen haben; aber dieselben wolten sein nit erwarten
und zugen zurück zu irem plaben kunig. Also versamlt der (fol. 333 *>) plab kunig seine rate
und kunt mit nicht erfinden, damit er dem jungen weisen kunig mer schaden möcht zufuegen, weder mit 30
gelt noch mit macht, und wolt sich doch aus überflüssiger stolzigkait mit dem jungen weißen kunig für
sich selbs nit richten. Der jung weiß kunig hielt auch rat, ob er den plaben kunig auf ain news solt
angreifen oder nit; da fand der jung weiß kunig in rat, er solt ein eerliche rachtigung mit dem plaben
kunig machen, in an sehung, dann sein weise geselschaft were vast mued. Soliche rachtigung wäre
zwischen dysen zwayen kunigen gemacht, halb hin, halb her, und diese rathigung weret vileicht ain halb 35
jar; dann geleich darnach erhueb sich ain haimlicher krieg und ward aber ain (fol. 334a) parthey zwischen
ainem fursten und ainem mechtigen comaun; derselb fürst was dem jungen weißen kunig verwandt. In

28 Handschrift: woltein

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