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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 257
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Wie der plab kunig ain verräterey zurichtet, dardurch der weyß kunig (foi.4ioa)

gefangen ward.

ls der jung weiß kunig gegen seinen veinden allenthalben den sig behielt, das verdroß
den plaben kunig und gewann und erkaufet abermals mit seinem grossen gelt ainen
mechtigen hauptman, den maisten, den der jung weiß kunig bey ime het, und versprach 5
ime darzu in sonderhait vil mer gelt, auch purg, sloss und land; derselb hauptman
solle auch ewiglichn haben und regiren des jungen weisen kunigs land und leut. Der-
selb hauptman viel von dem jungen weisen kunig ab und henget an sich von siechten
leuten ain grosse anzal volks, darunder der grossen (fol. 410 b) schreyer gar vil waren, und er gab denselben
volk gar vil gelts und versprach inen, sy alle zu ewign zeiten herren zu machn; das namen sy also an und 10
wurden auch genennt die swarz und abgefallen weis geselschaft, und jeder machet ainen anschlag über
seinen gesellen, wie er ine verraten und verkaufen möcht, und giengen zu rat under ainander und ver-
mainten, sy kunten solichs nit thun, sy prächten den zuvor den jungen weisen kunig umb sein leben; er
were inen sonst in albeg zu geschickt und wurden inen ir furnemen prechen. Also hueben sy an mit
ainander zu romoren, die frumen und die pösen, und der jung weiß kunig leget sich auf der frumen seyten. 15
Und auf ain zeit prachten sy ine mit grosser listigkait, verräterey, (fol. 411 a) suessen Worten und lugen in ain
stat nach irem gefallen und uberfielen den jungen weißen kunig ungewarneter ding in seinem haws und
prachten ine und die treffenlichisten von seinen hauptleuten und raten in gefenknus, der maynung, das
sy den jungen weißen kunig, auch seine hauptleut und rate getöt wolten haben. Aber der merer tail under
inen heten darab ain erparmung, dann sy wissten, das dem jungen weißen kunig und seinem volk unrecht 20
beschach, und wolten an des weißen kunigs und seiner hauptleut und rat tod nit schuldig sein und halfen
dem jungen weißen kunig und seiner geselschaft dermassen, das sy wider auf ire frey fues kamen, aber
gar hart und mit langen Zeiten waren sy von inen ernert.

(fol. 411b) dieselbe Tafel wie Seite 25o.

Wie die weyß geselschaft die swarz und abgefallen weyß geselschaft sluegen. (foi. 4i2 >)

ls die frum weiß geselschaft Sachen, das ir streitper herr, der jung weiß kunig, so 25
verräterlichen uberfallen und gefangen was, giengen sy zu rat, wie sy ine erledigen
möchten, und waren ganz zweiflhaftig, in ansehung, sy waren zu swach und ver-
mählten, sy möchten ime nit helfen. Aber nichtdestermynder schriben sy brief allain
des jungen weißen kunigs frunden umb hilf und umb rat, das inen dann hernach zu
guetem kam, des sy doch kain sondere hoffnung heten. In mitler zeit bedachten die 30
reichen, welher massen sy mit irem leiben und guetern (fol. 412 b) handeln solten, damit sy sich versichern
möchten, ob die swarz und abgefallen weiß geselschaft überhanden nämen, dardurch sy von inen nit
vertriben wurden, dann die armen namen war der verräterey irer mitgesellen, und die weiß geselschaft
namen im land in dem herzen ein stat ain und hueben an wider die swarzen und abgefallen weisen gesel-
schaften zu kriegen, sy mit dem swert und prand zu strafen. Auf solichs versamlet sich die swarz und 35
abgefallen weis geselschaft in großer macht und wolten die weißen, so die stat eingenomen heten, nach
irem furnemen belegen und erschlagen haben und schriben auch dem plaben kunig umb hilf. Soliche

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