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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 269
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Wie der plab kunig den gruenen kunig beweget, wider den jungen weyßen (toi. 428«)

kunig zu kriegen.

er plab kunig practicieret auch haimlichen, und mit seinen grossn listen pracht er ainen
kunig in sein gesellschaft, der was gar schön in gruen beklaidt, darumb wird er der
gruen kunig genennt; derselb gruen kunig krieget an underlaß auf ain weise geselschaft 5
in ainem andern kunigreich, das dann des jungn weisen kunigs prueder zugehöret. Nun
was der jung weiß kunig gar weit von demselben reich, dann er was in seinem kunig-
reich gegen der plaben geselschaft mit grossem krieg beladen, dardurch der gruen kunig
in dem obgemelten kunigreich etwo vil land und leut (fol. 428 b) abgewann. Wiewol dieselb weiß geselschaft
dem jungen weisen kunig gar oft und hoch ermanten, inen zu helfen, so kunt und mocht er doch solichs 10
derselbn zeit nit thuen, aus ursach, er mocht aus seinem kunigreich von seiner täglichn weisen geselschaft
mit kainem gelimpf noch eren nit abziechen, es were dann mit irem gunst und willen. Nun ließ die
vorberurt weiß geselschaft, die der gruen kunig bekrieget, nit nach und schicketen ain treffenliche potschaft
zu des jungen weisen kunigs tägliche geselschaft und paten sy, inen den weisen kunig ain zeit zu leihen,
dann sy prächten mit inen ainen treffenlichn und beruembtn hauptman, der dann des weisen kunig nahen- 15
der frund were. Nun het'des weisn kunigs täglich geselschaft vor vil von demselben hauptman hören sagen,
dar (fol. 429 a) durch die vorberurt weiß geselschaft bey der täglichen weisen geselschaft so vil erwarben und
erlangten, das sy irn gunst und willen darein geben, den bemelten hauptman anzunemen und den jungen
weisen kunig mit inen ziechen zu lassen.

Wie der jung weyß kunig wegzoch und ainen hauptman an sein stat ver- (toi. 430a)
ordnet, der die swarz und abgefalen weyß geselschaft slueg und bezwang.

ls nun die weiß täglich geselschaft dem jungen weisen kunig zugab, wider den gruenen
kunig zu ziechen, und den vorbemelten treffenlichen und beruembtn hauptman an-
namen, da bevalch der jung weiß kunig demselben hauptman, welher massen er den
krieg an seiner stat wider die swarzen und abgefallen weisen geselschaftn fueren solle, 25
und er rüstet sich auch und zoch zu der weiten weißen geselschaft aus seinem reich,
mer dann zwayhundert teut(fol.430Äscher meil. Als nun der jung weiß kunig weggezogen
was, pald darnach zoch der vorgemelt beruembt hauptman mit des weisen kunigs geselschaft auf die swarz
und abgefalln weiß geselschaft, die sich dan abermals aufs sterkist versamlt het und entlich der maynung
warn, sich in kainen weg dem jungen weisen kunig mer zu ergebn, nachdem sy vormalen auch von ime 30
abgefallen weren. Der bemelt hauptman bewarb sich auch bey dem roten kunig umb hilf, der schicket
ime ain anzal volks; alspald er dasselb volk het, zoch er zu stund auf die berurten veind und grif sy an
und erschlueg wol den drittn tail aus inen zu tod; die andern gaben die flucht, den eylet er auch nach bis
in zwo befestigung, darynnen er sy belegen, und bezwang den ainen tail (fol. 431 a) mit dem hauptgeschutz,
die andern schlueg er in den schiffen zu tod mit ainer seltzamen prucken, als sy sich speisn woltn. Also 35
ergaben sich die übrigen demselben zu genadn anstat des jungen weißen kunigs, und derselb krieg ward
dermassn hingelegt und gericht.

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