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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 323
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kunig verwandt. Also versuechet der weiß kunig mit ainer klainen anzal durchzukumen und schicket
auch ain anzal volk auf ainer andern Strassen durchzukumen; aber der plab kunig het inen dieselb Straß
mitsampt allen andern Strassen offenlichn und haimlichn verlegt, dann er besorget, des weisen kunigs
ruem und tewrikait wurde in der cristenhait zu groß, das ime zu schadn kumen wurde. Und nachdem
der winter angieng, da zoch der weiß kunig ab, und als derselb winter vergangn was und der sumer an- 5
gieng, zoch der weiß kunig mit seiner geselschaft widerumb an und verhoffet mit lieb oder laid durchzu-
kumen. Aber der plab kunig het in dem obge(fol. 5iQa)melten winter so stark practicirt, das alle paß und
sonderlichen die vier hauptpäß mit Streitsmacht und mit grossem kosten verwart wurden. Als der weiß
kunig sölichs vernam, da understund er sich durch sein hauptleut ains tails derselbn paß mit seinem volk
zu erobern und hieß sein volk die plab geselschaft an dem erstn pass angreifen; daraus erwuechß ain merk- 10
licher krieg: an ainem ort verlor die weiß geselschaft, an dem andern ort die plab geselschaft. Und als
der weiß kunig ersach, das er an denselben orten kainen hauptstreit an sondere grosse und übermässige
wagnus nit mocht thuen, da versamlt er sich und wolt den plaben kunig in sein kunigreich gezogn sein,
sich an ime zu rechen an den endn, da er sölichs wol bekumen het mugen. Dann dieselb (fol. 5i9b) zeit zoch
die plab geselschaft an ainem andern ort mit irm hauptgeschutz über die weis geselschaft, ee sich die weiß 15
geselschaft an demselbn end recht versamlt het, und gewannen also der weisen geselschaft etlich treffen-
liche befestigung ab; aber doch entgegen verloren sy vil stürm, darynnen ain grosse anzal volks wund und
tot beliben. Der jung weiß kunig hielt sein kriegsfolk gegen dem plaben kunig aus merklicher ursach,
dann ain gewisser grosser veldstreit verhandn was, aber durch zuthun treffenlicher peisonen der kristen-
hait, die sölichen streit nit geren Sachen, nachdem darynnen ain merklich pluet vergossen were worden, 20
was derselb streit hingelegt.

Wie sich ain krieg in des weyßen kunigs kunigreich under seinen fursten, (fol. 521a)
genant die Bairen, erhueb, und wie der weyß kunig die ungehorsamen

fursten strafet.

n solichem starb ain fürst in des weisn kunigs kunigreich; derselb fürst hiess Yorg und 25
vorlies hinder ime ain vest reich und schön land und darzu vil gelts, dann derselb fürst
het in seinem leben sein begir und naigung, nun allain gelt zu samein. Derselb fürst het
kain sun, allain nun töchter, und vorheirat ain tochter ainem fursten, genannt Rueprehte,
und verschrib demselbn seinem tochterman sein land, das er das nach seinem abgang
erben solle, und soliche verschreibung thet er an des weisen kunigs wissen und willen; 30
darzu (fol. 521 b) so waren zwen fursten im leben, genannt Bairen, die waren naturlich lehen- und swerterben,
dardurch der vorgenannt fürst sein land dem weisen kunig fellig machet. Und als derselb fürst mit tod
abgangen was, da wolt sein tochterman dasselb land nach inhalt seiner verschreibung einnemen; des
beswerten sich die vorgemelten zwen fursten und rueften den weisen kunig an, sy bey irm rechtn erb zu
hanthaben, darauf der weyß kunig baiden partheyen ainen tag für sich ansetzet und vil seine fursten zu 35
ime erfordert. Wiewol dem weisen kunig dasselb land fellig was, so stund er doch mit der felligkait Stil
und het sondern gueten vleyß, die partheyen in guetigkeit mit ainander zu vertragen, damit in seinem reich

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