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Dr. Ernst Ritter von Bergmann.
Schon angesichts dieser Fülle von Werken leuchtet ein, dass Brugsch über Dr. v. Bergmann in
dem Buche »Die Aegyptologie oder Abriss der Entzifferungen und Forschungen auf dem Gebiete der
ägyptischen Schrift, Sprache und Alterthumskunde« (Leipzig 1891) auf Seite 143 mit den Worten:
»Die veröffentlichten Arbeiten dieses Gelehrten zeichnen sich durch mustergiltige Correctheit und
durch eine fleissige und überaus saubere Behandlung in der Textforschung aus. Mit Vorliebe beschäftigt
sich v. Bergmann mit den Sarkophaginschriften der Wiener Sammlungen trotz der vielfachen
Schwierigkeiten, welche gerade mit diesem Stoffe verbunden sind,« kein vollkommenes Bild von der
Thätigkeit des Besprochenen liefert. Denn mit keineswegs geringerer Vorliebe als mit den vier interessanten
Sarkophagen:
1. des Padupep; 2. des ML ij^ ^ ^ Panehemisis;
1/ VTH U Uiii. <3J-, AI Q Sil 21
3. des P ^ <|| ^ Nesschutafnut und 4. des Änhurnacht
hat sich v. Bergmann viele Jahre lang mit den Entzifferungen der 1886 auf eigene Kosten publicirten,
noch unedirt gewesenen hieratischen Papyri der Sammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses (mit Ausnahme
der Todtenbuchtexte und der Exemplare des Sai-en-sinsin), einer hieratisch beschriebenen Holztafel
und eines Ostrakon, ferner des bereits von Brugsch in einer nicht ganz genauen Abschrift herausgegeben
gewesenen Papyrus Nr. 3o (jetzt sub Nr. 1 b im Saale VI des k. k. kunsthistorischen Hofmuseums
exponirt) beschäftigt.
Einen weiteren Anhaltspunkt zur Würdigung des hingebungsvollen Eifers, mit dem Bergmann
den ägyptologischen Studien sich widmete, gewinnt man, wenn man, abgesehen von dem tief im Bibliothekenleben
wurzelnden, fachgelehrten und reichen Schriftstellerwirken v. Bergmann's, auch noch die
specifisch praktische Seite des Verblichenen ins Auge fasst.
Diese zeigte sich namentlich in der durch Dr. v. Bergmann geleiteten Aufstellung sämmtlicher
altägyptischen Objecte des Allerhöchsten Kaiserhauses in dem neuen k. k. kunsthistorischen Hofmuseum.
Besonders schwierig gestaltete sich die zweckmässige, nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten
ins Auge gefasste Aufstellung der altägyptischen Schätze des allerdurchlauchtigsten Erzhauses durch
das Zusammenströmen der rings zerstreut gewesenen Sammlungsobjecte, namentlich durch die Miteinbeziehung
der aus dem Nachlasse weiland Kaisers Maximilian von Mexico stammenden, in Miramar
aufbewahrt gewesenen altägyptischen Objecte, welche zumeist von Professor Dr. Leo Reinisch, dem
Entdecker des trilinguen Decretes von Kanopus, in Aegypten selbst erworben worden waren.
Alle diese nun vereinigten, weit über 6000 Stücke zählenden Kleinode der Culturgeschichte der
grauesten Vorzeit waren in sechs Sälen unterzubringen und das schliessliche Gelingen des grossen
Werkes war einer der schönsten Erfolge des Dr. v. Bergmann.
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, wollte man das in der ägyptischen Abtheilung des
k. k. kunsthistorischen Hofmuseums zu Tage tretende praktische Moment bei der Installirung und
Aufstellung der Objecte Hand in Hand mit den motivirenden, beleuchtenden, unzertrennlichen Resultaten
des heutigen Standes der Aegyptologie erschöpfend vorführen.
Es muss daher zur Beleuchtung des inneren Werthes des in Rede stehenden Arrangements noth-
wendiger Weise bei einigen Stichproben sein Bewenden haben; und diesbezüglich vermag ein Streiflicht
auf die Verdienste Dr. v. Bergmann's um diese von specifisch fachmännischem Standpunkte aus
musterhafte Neuaufstellung nicht trefflicher geworfen werden, als es in dem Nachrufe auf den Verstorbenen
in der »Wiener Zeitung« von Mittwoch dem 11. Mai 1892, Nr. 109, durch Herrn Regierungsrath
Dr. Friedrich Kenner geschehen ist, wo es unter Anderem heisst:
»Gegenüber älteren Aufstellungen, wie sie noch heute vielfach getroffen werden, bietet diese
Aufstellung bedeutende Vortheile. So gewährt die Anordnung der zahlreichen kleineren Götterfiguren
für das Studium eine grosse Erleichterung, indem sie die Trennung nach den Stoffen, aus denen sie
gearbeitet sind, aufgab und sie, ohne Rücksicht auf diese, lediglich nach dem Inhalte der Darstellungen,
und zwar nach Motiven vereinigt, die der Entwicklung der Götterculte entnommen sind. Wir finden
Dr. Ernst Ritter von Bergmann.
Schon angesichts dieser Fülle von Werken leuchtet ein, dass Brugsch über Dr. v. Bergmann in
dem Buche »Die Aegyptologie oder Abriss der Entzifferungen und Forschungen auf dem Gebiete der
ägyptischen Schrift, Sprache und Alterthumskunde« (Leipzig 1891) auf Seite 143 mit den Worten:
»Die veröffentlichten Arbeiten dieses Gelehrten zeichnen sich durch mustergiltige Correctheit und
durch eine fleissige und überaus saubere Behandlung in der Textforschung aus. Mit Vorliebe beschäftigt
sich v. Bergmann mit den Sarkophaginschriften der Wiener Sammlungen trotz der vielfachen
Schwierigkeiten, welche gerade mit diesem Stoffe verbunden sind,« kein vollkommenes Bild von der
Thätigkeit des Besprochenen liefert. Denn mit keineswegs geringerer Vorliebe als mit den vier interessanten
Sarkophagen:
1. des Padupep; 2. des ML ij^ ^ ^ Panehemisis;
1/ VTH U Uiii. <3J-, AI Q Sil 21
3. des P ^ <|| ^ Nesschutafnut und 4. des Änhurnacht
hat sich v. Bergmann viele Jahre lang mit den Entzifferungen der 1886 auf eigene Kosten publicirten,
noch unedirt gewesenen hieratischen Papyri der Sammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses (mit Ausnahme
der Todtenbuchtexte und der Exemplare des Sai-en-sinsin), einer hieratisch beschriebenen Holztafel
und eines Ostrakon, ferner des bereits von Brugsch in einer nicht ganz genauen Abschrift herausgegeben
gewesenen Papyrus Nr. 3o (jetzt sub Nr. 1 b im Saale VI des k. k. kunsthistorischen Hofmuseums
exponirt) beschäftigt.
Einen weiteren Anhaltspunkt zur Würdigung des hingebungsvollen Eifers, mit dem Bergmann
den ägyptologischen Studien sich widmete, gewinnt man, wenn man, abgesehen von dem tief im Bibliothekenleben
wurzelnden, fachgelehrten und reichen Schriftstellerwirken v. Bergmann's, auch noch die
specifisch praktische Seite des Verblichenen ins Auge fasst.
Diese zeigte sich namentlich in der durch Dr. v. Bergmann geleiteten Aufstellung sämmtlicher
altägyptischen Objecte des Allerhöchsten Kaiserhauses in dem neuen k. k. kunsthistorischen Hofmuseum.
Besonders schwierig gestaltete sich die zweckmässige, nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten
ins Auge gefasste Aufstellung der altägyptischen Schätze des allerdurchlauchtigsten Erzhauses durch
das Zusammenströmen der rings zerstreut gewesenen Sammlungsobjecte, namentlich durch die Miteinbeziehung
der aus dem Nachlasse weiland Kaisers Maximilian von Mexico stammenden, in Miramar
aufbewahrt gewesenen altägyptischen Objecte, welche zumeist von Professor Dr. Leo Reinisch, dem
Entdecker des trilinguen Decretes von Kanopus, in Aegypten selbst erworben worden waren.
Alle diese nun vereinigten, weit über 6000 Stücke zählenden Kleinode der Culturgeschichte der
grauesten Vorzeit waren in sechs Sälen unterzubringen und das schliessliche Gelingen des grossen
Werkes war einer der schönsten Erfolge des Dr. v. Bergmann.
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, wollte man das in der ägyptischen Abtheilung des
k. k. kunsthistorischen Hofmuseums zu Tage tretende praktische Moment bei der Installirung und
Aufstellung der Objecte Hand in Hand mit den motivirenden, beleuchtenden, unzertrennlichen Resultaten
des heutigen Standes der Aegyptologie erschöpfend vorführen.
Es muss daher zur Beleuchtung des inneren Werthes des in Rede stehenden Arrangements noth-
wendiger Weise bei einigen Stichproben sein Bewenden haben; und diesbezüglich vermag ein Streiflicht
auf die Verdienste Dr. v. Bergmann's um diese von specifisch fachmännischem Standpunkte aus
musterhafte Neuaufstellung nicht trefflicher geworfen werden, als es in dem Nachrufe auf den Verstorbenen
in der »Wiener Zeitung« von Mittwoch dem 11. Mai 1892, Nr. 109, durch Herrn Regierungsrath
Dr. Friedrich Kenner geschehen ist, wo es unter Anderem heisst:
»Gegenüber älteren Aufstellungen, wie sie noch heute vielfach getroffen werden, bietet diese
Aufstellung bedeutende Vortheile. So gewährt die Anordnung der zahlreichen kleineren Götterfiguren
für das Studium eine grosse Erleichterung, indem sie die Trennung nach den Stoffen, aus denen sie
gearbeitet sind, aufgab und sie, ohne Rücksicht auf diese, lediglich nach dem Inhalte der Darstellungen,
und zwar nach Motiven vereinigt, die der Entwicklung der Götterculte entnommen sind. Wir finden
Persistente URL:
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