Kunstgewerbliche Rundschau: Verkündigungsblatt des Verbandes Deutscher Kunstgewerbevereine — 2.1895

Seite: 85
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Münä>en, den (5. November (8^5.

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^unstgewerbliDe

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Vkiölatt zur

iles 8a^k. Kunstgcwkröe-Akkkins.

LerkündigüMvlatt des Rerßandes skütsDer Uunstgewcröc'Zereink.

Nczug dcr „Zcirscbrifr" fammr Der/Run,?gewerdlicke>, RunDschau": Durch den
Nuchbandel. die s?oft oder die Geschäfksstelle lN. Schorß verlag, München, Röniginftr. 55,
Ulk. l6 p i : die Mitglieder des Bayer. Runftgewerbe-Vereins (Zahresbeitrag ( s Mk.)
erbalken die Zeikschrift saimnt Aunstgewerbliche Rundschau unentgeltlich. — Die ,Zeir-
sckirifr" erscheint jäbrlich in (2 Monatsbeften; Reklamationen von Mitgliedern wegen
ausgebliebener Nunnnern können nur dann auf Berücksichtigung Anspruch machen.

wenn dieselben späteftens vierzel)» ^age nacl) 'Lrscheinen Der folgenden ^lummer
auf dem vereinssekretariat angemeldet werden.

HerauSgeber: Bayer. Kunftgewerbe-Verein, (f)fandhausftraße 7). — Revakrion:
f>rof. L. Gmelin, (Luisenftraße (8). -- Druck. Rnorr L tzirth; sämmtliche in München.
verlag M. Schorß. München, Röniginftraße 55.


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LgrNiik -cs I'üMkiUM Amistgcwcrlic-Zkrcins.

Allgemeine vereinsnachrilbten.

«I^«Gi! 5ur Lntlaftung dcr kuiittgcwcrblichctt ir»n!>ichau vo» ^H»
allc» jeiicn vcreinsnachrichtc», welchc inelir den Lharakter
von Anzeigcn tragcn nnd nur eincn ganz vorübergehenden
IVcrth haben, werden wir dcrartige Mittheilungen in Zn-
«G^ knnft stets auf der zweiten Seite dcs Umschlags bringen. ^H»

wocheiiverstMliiilungen.

Dic Lröffnung dcr regelmäßigen winterlichen Ziisanimcnkünftc
tand am 5>. ttovember statt. Der vorsihendc, Direktor von Langc,
begrüßtc die versammlnng und wies insbesondere anf das veränderte
kvinterprograinm hin, welches an jedem zweiten versammlnngsabend
einc gesellige Zusammenknnft verzeichnet und crst mit dem Monat
April sein Lnde nndet. An diesem ersten Abcnd hielt Or. P. I. Ree-
Nürnbera eincn vortrag über das Buch bei dcn Griechen und

Röme r n, wobei er znnächst betonte, daß eine Besprechnng des Buches
iiu Alterthum für nns nur kulturgeschichtlich von Interesse sei, während
kunstgewerblich so gnt mie gar nichts dabci zu holen sei. In tresflicher
einstündiger Rede besprach cr alsdann die verschiedenen im Alterthnm
üblichen Schreibmaterialien, das Schreiberwesen, den Buchhandel, die
Illustration, die Bibliotheken ic. und erntete znm Schluß wohlverdienten
Beifall. — Die Abendausstellung enthielt mehrere hervorragonde
Schniiedearbeiten von R. Rirsch (Aamineinsatz) und P. Aölbl
(Treppengeländer im Lonis XVI.-Stil, Wandarme), — englisircnde
Utöbcl von I. List, — Damast von I. L bner, Porzellanmalereicn
ans der Nymp henburger Porzellanmauufaktur und von Frln. Llsa
läey, — Reliefs von Ut. tvadcrd und ein vergoldetes Lederkästchen
von Al. Utüller. Die an nianche Stücke angeknüpfte Diskussion brachte
viel Leben in die versammlung, so daß zu hoffen steht, daß insbesondere
die geselligen Abende, an welchcn das Schwergewicht anf die ausge-
stellten Gegenstände, Lntwürfe :c. gelegt werdcn soll, viel Anregung
bicten wcrden.

AiiilstgkivkrK-Kcrkink.

verband deulschee Kunstgerverbe-Vereine.

Dcr Bericht an das kaijcrliche Acichsaint dcs .tnnerii, wclchen
dic Uunstaewcrbcvercinc zu Dresden nnd Verlin im Auftrag dcs letzten
Dcleairtcntaas in Betreff der bei dcr rvcltausstellnng in Lhicago
gcmachtcn Lrfahrnngen auszuarbeiten hattcn, ist bcreits an scinen Bc-
stimmungsort abgcgangen. Ans dem umfangreichen Bericht, welcher
im rvortlaut auf dem Sckretariat dcs baycrischen Kunstgewerbevereins
cinznsehen ist, hebcn wir als dic wichtiasten, seitens des Reichs bci zn-
künstigen Ausstellungen zu erfüllenden Forderiingen heraus: — die
möglichst weitgehendc Uompetenzabgrenzung zwischen den Vrganen für
die geschäftliche Grganisation nnd Durchsührung ciner Aiisstellung einer-
seits und den Mrganen sür deren dekorative Gestaltnng »nd Ausstatt-
ung andrerscits, -- Linränmung größercr tNachtbefngnisse an die Annst-
gewerbevereiiie, — Lintreten des Reichs bezüglich des verjandes, der
Versicherung und Anfstelluiig der Gütcr, — Aufstellung nach Fachgruppen,
bserstellung von einheitlichen Normalschränken sür kunstgewerbliche
Gcgenstände, — Aussuchung aller jener Gelegenheiten, welche den Ans-
stellern einen direkten Nntzen und Lohn zu bicten vermögen. 0.

Nllskk».

vcrcin liir dcutnbcs Lnnftgcwcrbc.zu Bcrliii. Am 25. Septcmbcr
fand unter zahlreichcr Bctheiligung der tttitglicdcr ein Besnch des kgl.
Institnts für Glasmalerei in Lharlottenburg statt, woselbst der
Dir. Bernhard nach Lrläuterungen über die ältere und neuere Technik
bei Ausführung und tviederherstellung von Glasfenstern, die Führung
übernahm. In dem Atelier warcn Lntwürfe fllr die Rirchen in Bbern-
dorf, in Leiigenseld und für die Gnadenkirche im Invalidenpark aus-
gestellt, im kiauptraum befanden sich geschickt renovierte ältere Arbeiten
aus dem Dome zu Stendal nnd der Kirche zu Kentz bei Stargardt. Jn
letzterer fanden sich in großer Aahl Adelswaxpen aus pommern, deren
Feststellung den lseraldikern noch Schwierigkeiten bereitet. Unter den
ncueren Fenstern waren bemerkenswerth: eine große Darstellung mit der
Taufc des Iohannes, die im Auftrage der deutschen Logen für die Aaiser
Mlhelms-Gedächtiiißkirche ausgefükrt wnrde, ferner drei lvappenfeiister
für das Ständchaus in Stettin nach Zeichnungen des prof. Ad. M. ksilde-
brandt. Dic Anstalt, die einen Ltat von rund 70,000 M. hat, fertigte kürz-
lich das große Kuppelfenster der Gnadenkirche zn Berlin, sowie die Reno-
virungen alter Glasmalereien in dem Dom zu läavelberg und Salzwedel
und in den Airchen zu lvilmack, in lverben nnd an andern Grten. ?.1>V.



I 8H5 Runftgen'krblicbe Rundschau Nr.
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