Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe
10.1912
Seite: 21
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WILHELM TRÜBNER, DER HOLZPLATZ

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REMBRANDTS MÜHLE

VON

WILHELM BODE, A.ßREDIUS, CORNELIUS HOFSTEDE DE GROOT,
WOLDEMAR VON SEIDLITZ UND JAN VETH

üines möchte ich noch erleben: ein
Scherbengericht der Kunsthistoriker
! Dann melde ich mich zum
Direktor der verdammten Bilder
und Bildwerke; ich würde gewiss
alle Chancen haben, von den gestrengen
Richtern zum Aufseher
dieser Strafsammlung ernannt, wenn nicht verurteilt
zu werden, und ich wäre sicher, in wenig Jahren
eine der schönsten Sammlungen beisammen zu
haben. Ich nenne nur einige der durch die Scherben
namhaftester Fachgelehrter als kunst- oder namenlos
verworfenen Kunstwerke. Rubens' Meisterwerk
„Hirt und Hirtin" in der Miinchener Pinakothek

wurde unter Volls kunstkritischer Lupe zu einer
englischen Fälschung des achtzehnten Jahrhunderts,
und dem gleichen Gelehrten war es vergönnt,
nachdem er die Minderwertigkeit so manches bis
dahin allgemein bewunderten Bildes der Berliner
Galerie, voran des „Mannes mit der Nelke" ausser
Zweifel gesetzt hatte, die „Madonna mit der Bohnenblüte
" als Fälschung vom Anfang des neunzehnten
Jahrhunderts zu beweisen und dem grossen
unbekannten Fälscher alle verwandten Meisterwerke
der Altkölner Schule zuzuweisen. Die Lorbeeren
des bayerischen Herostrat Hessen einem
grossen Kunstgelehrten Italiens keine Ruhe: unter
Venturis Hippe sanken zahlreiche der vielbewun-

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