Kladderadatsch — 67.1914

Seite: 712
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Copyright 15/11 1914 by A. Hofmann & Comp, in Berlin.

Landsturms Wochengesang

Singweise: «was blasen die Irompeten'
was dröhnen denn die Straßen von markigem fstännerschritt?
Mas zittert denn die Erde wohl unter kräftigem tritt?
der Landsturm kommt, der Landsturm, er donnert seinen Sruh,
Es klirren alle feuster, das ist sein strammer fuß.
Juchheisarassasa, und der Landsturm, der ist da,

Ver Landsturm ist lustig, er donnert Hurra.

Nicht glänzen seine Wangen so flaumig und so zart,

0 nein, um seine Lippen, da prangt ein Mnnerbart.
wie stattlich doch sein Bäuchlein stch rundet und sich prallt!
das Koppel wurde weiter und weiter ihm geschnallt.
Juchheisarassassa usw.

Und ist auch seine taille recht kräftig und sein Leib,

Und blühn ihm auch zu lzause viel Kinder und ein Weib,

5o liegt darum sein herze doch im Quartier nicht brach,

Es sehn ihm aus den fenstern viel schöne llugen nach.
JurOöeifaraffafa usw.

Landsturms Wochengesang

Singmeise: .war blasen üie Irompeten'

Und rückt der Landsturm morgens dann weiter in das Land,
dann drücken Mädchen heimlich ihm seine derbe Hand.

0 Landsturm, guter Landsturm, was gehst du jetzt von mir?

0 Landsturm, guter Landsturm, o bleib' doch lieber hier!
JurtjOetfaraffafa, und der Landsturm ist da,
der Landsturm ist lustig, er donnert Hurra.

Und kommen Lanösturmmänner des Abends ins Quartier,

Dann bringt üie Wirtin ihnen ein 5eiüel schäumend Bier.

Und klingt das Lied vom Landsturm hinaus beim vollen fast,
Dann zittern alle feinde wohl vor des Landsturms Bah.
stuchheisaraffasa usw.

Und kommt der deutsche Landsturm hinaus erst ins öefecht,
Dann geht's den armen feinden gar jämmerlich und schlecht.
Sie fühlen seine fäuste und fangen an zu schrein:

Das ist des Kaisers Landsturm, der haut gar kräftig
Jurtjfjeifaraffafa usw. [Drein!

M. Fr. fllaDDeraDntfrf)

Tsingtau

So ist das große Werk getan,

Die Heldentat gelungen:

Ls haben sechzigtausend Mann
viertausend Mann bezwungen.
Da weih die Welt sich Keinen Uat
Und steht als wie vernichtet,

So ungeheure Heldentat
ward nimmer noch berichtet.

Der gelbe Dieb, wie ist er froh
Samt dem, der ihn gedungen!

Ist auch der UuhmesKranz von Stroh,
Der Uaub ist doch gelungen.

Geglückt ist dieser große Schlag,

Die schöne, edle Sache-

Doch nur Geduld! Ls kommt ein Tag,
Vas ist der Tag der Uache!

Ja, ja, der Uampf war groß und schwer,
Das fühlt die Welt mit Schauern —
Drum tat er denn fürwahr auch mehr
5lls zweeen Monat dauern.

Zwei Monat dauerte der Tanz,

Der wilde Uraftverschwender,

Dann stand der Japs im Siegerkranz
Mitsamt dem Engelländer.

Gewiß! Er kommt! Er ist nicht fern,
Da wir uns wieder holen,
was ihr gestohlen, wackre Herrn,
Und euch das Zell versohlen.

Ls fiel Tsingtau! Das werden wir
Uns in die Herzen schreiben —

Das soll, ihr Feinde dort und hier,
Luch unvergessen bleiben!

von eurer Schandtat allezeit
wird man den Völkern melden,

Und preisen wird man weit und breit
Die überwundnen Helden,
wir aber, die mit starker Hand
5luf§ neu die Schwerter fassen,
wir wollen Uache, Lngelland!
wir hassen dich, wir hassen!

^dderadatsch

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