Hinweis: Ihre bisherige Sitzung ist abgelaufen. Sie arbeiten in einer neuen Sitzung weiter.

Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 3.1868

Seite: 149
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstchronik1868/0150
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
26. 2nili.

Bcililatt zur Zcitschrist sür bildcude

III. Iahrgang.

Sritrüge

sind an vr. C. V. Lützow
<wi-n, Theresianumg.
25) od.an die Vcrlagd-H.
<k"PZ'g> KönigSstr. S>
zu rickten.

vcrlag don L. A. Lermann in Lctpztg.

Nr. 18.

Ätlsrrnte

L 2 Sgr. sür die drei
Mal gespaltene Pelit-
zeile werden von jeder
Buch-und Kunsthand-
lung angenvmmen.

ISSS.

Kimst.

Am zweiten und lctzten Freitage iedcs Vtonats ericheint eine Nunnner vou in dcr 9tegel emein Quartbogen. Die Abouncuten der ,.Zeitschrift für bildende
Kunft" crbalten dies Blatt xruti». Avan bezogen kostet daffclbe Tblr. ganziabrUch. Alle Buch- uud Kuustbandlungcn wie alle Postämtcr nebmen
Bestellnngcn an. Sxpeditioneu : in Dcrlin: s. Sachse » Lo., Hoskunsthandlung; ,n Wten: p. Aaeser, Grrold» Lo.. in München : L. A. Fleischmann.

Znhalt: Korrcspondcuttn. (Palermo; Boston). — Nckrologe. (M. Unger.
Siccard, Rcyer, Kolscher). - Bermischte Kunstnachrichlen. — Personal-
nachrichteu. — Kunstvereine, Sammlungen, Ausslclluugen. — Kunst-
literatur und Kunstbandcl. — Kunstuntcrricht. — Neuigkeitcn des Kunst-
handelS u. d. Kunstllteratur. — Zcitschriften. — Znscratc.

Korresponden;en.

Palcrmo, Endi Mai.

l?. L. Der unfertige Zustand des hiesigen Mu-
seums, lvelches ans dcm UuiversitätSgcbäude in das ehe-
malige Kloster Olivella übergesiedelt, aber erst zum
kleinsten Theil in dessen im Umbau begrifsenen Räumen
aufgestellt wurde, ist für den kunstliebenden Reisenden eine
wahre Calamität, und selbst jene Biedermänner, die nur
zur gewisscnhaften Absolvirnng ihres „Bädeker^ zu reisen
scheinen, sehen sich mit Bedaucrn der Nvthwendigkeit
gcgenüber, dicsen Theil ihrer Pflicht und Schuldigkeit
ungethan zu lassen. Von der Gemäldegaleric, welche
durch den Ankauf einiger Privatsammlungen beträchtlich
vergrößert wurde, ist noch gar nichts zu sehen. Dagegen
waren einige der antiken Bildwerke, die berühmten Me-
topen vou Selinunt, die griechischen Sarkophage, der
Widder aus Bronze, dessen Genosse seit der Revolution
vou l848 spurlos verschwunden ist, und der selber ein
Loch im Kopfe davontrug und wie Knecht Malchus ein
Ohr verlor, sowie ein Theil der Vasensammlung bereits
bei meiner Ankunft in den ersten Tagen dieses Monats
zugänglich, und dcm berühmten kleinen Bronze-Hcrkules
mit dem Hirsch aus Herkulaneum verhalf meine Verwen-
dung bei dem Direktor dcs Museums zur Lösung der
Siegel seines provisorischen Kistengrabes. Eine anderc
zierliche Schöpfung antiker Bronze-Technik ist ganz vor
Kurzem neben diesem Hirschbrunncn — denn diese Be-
stimmung hatte das Werk — aufgestellt worden. Es ist
ein in Sicilien gcfundencr Triton, Lessen Eigenthümer,
L. Paterna, ihn 1857 der Universität Palermo testamen-

tarisch überließ. Der zwei Spannen hohe Meerdämon
steht auf einer Muschel und blickt unter dem wellenartig
vorwehcnden Haar böse zur Seite. Seine höher erhobene
Rechte hält dcn Schwanz eincs Fischcs, die Linke dessen
Bauchflosse. Jn der ganzen Figur herrscht eine kräftige
Bewegung und spricht sich die wilde, tückische Naturgewalt
des Wassers glücklich aus.

Sollte ein Leser d. Bl. von dem Widdcr oder deu
Metopen von Selinunt gute Photographien zu kaufeu
wünschen, so wende er sich an Sgr. Empedocle Lo Forte,
Via del Bosco, Palazzo Belvedere, Nr. 23 in Palermo.
Die Metopen, mit Jnbegrisf der Bruchstücke zwölf BlLttcr,
kosten dreißig Francs.

VoumeincmAusflugenach Syrakus willich schließ-
lich noch melden, daß von dem neueu Denkmal für Graf
Platen bis jetzt noch nichts zn endecken, das alte abcr in
seinem traurigen Verfalle weiter fortgeschritten ist. —
Jn dem links an der Straße nach Floridia nahe dem Thore
liegenden Ruinencomplex, welcher in den Reisebüchern als
römische Badanlage bezeichnet wird, glaube ich vielmehr
ein zierliches Theater zu erkennen, dessen Orchcstra sick
mit Regenwasser gcfüllt hat, weil der Abzugskanal ver-
stopft ist. Gleich hinter der Bühne erhebt sich ein kleiner
Tempel, der vielleicht, wie das Heiligthum neben dem
größeren Theater in Pompeji, der Jsis geheiligt war.
Der übliche Weihbrunnen fehlt in den anstoßenden Räu-
men nicht. Jedenfalls verdiente die erst seit einigen Jahren
bloßgelegte Denkmälerstätte von Archäologen besser, als
es bisher geschah, untersucht zu werden.

Boston, Ende Mai.

L. b'. 41. Die in meiner Mittheiluug vom Oktober
erwähnte Everett-Statue von Story ist kürzlich in dem
einen unserer öffentlichen Parks, dem Public Garden,
aufgestellt worden. Leider entspricht sie nicht den Er-

III.
loading ...