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Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 3.1868

Seite: 185
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III. Iahrgang.

Nr. 22.

Leiirägr

fiüd an vr. >!. v. rüfiow
iwiln, Theresianumg.
rs> od.andieVcrlogth.
tL-jpzig, Königsstr. S)
zu rtchten.

28. Äugust.

Insrrate

L 2 Sgr. für die drei
Mal gespaltene Petit-
zeile werden von jeder
Buch- und Kunsthandr
lung angenommen.

1868.

Beiblatt znr Zeitschrist sür lnldende Kunst.

Verlsg don L. A. Leemann in Leipzig.

Am zwciten und lctzten Freitage jedes MonatS er'chcint eine Nummcr von in dcr Otcgel eincm Qnartbvgen. Dic Nbonnenten der ,,Zeitschrift fnr bildende
Knnst" crbaltcn dies Blatt xrnl!». Nvarr bezogcn kostel da,ielbe 1 ' .stttnstbandlttngkn wie alle Postämter nebmen

Bestcllungen an. Sxpeditionen : in Derlin: L- Sachse » ^osknnstbandlung, in Wlen: p. Aarsrr, GeroldL Lo.. in München : G. A. Flrischmann.
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Jnbalt: Znr ö^eschichte der dcutschcn Kttnstgcnoncmchakl. — a.cr Di.m j
zn .stöln. — Nekrolog (Emanncl Lentzc). — Vermnchte kunttnach-
richtcn. — kunstvereine, Sammlungen nnd 'NttSttcllungen. Perio-
»alnachricht. — .Nonkurrenzc» und -LreiSverldeilung-n. — Kunsiunicr-
richt. — Knnsihandcl. — Ncuigkciten dcs Kunstbandcls. — Zcil-
schriftk». — Inscrate.

Zur Geschichte dcr dcutlchrn Lnnstgcnost'tnschust.

^ Aus Anlaß der Festtage, welche die Vertreter der
gesammten Kllnstlerschaft Deutschlands eben jetzt zur Er-
össnung der dritteu allgemeinen dentschen Knnstausstellung
in Wien vcreinigen, wird unsern Lesern ein knrzer ge-
schichtlicher Ueberblick über das Enlstchen und Wirken der
deutschen Knnstgenossenschaft, welche diese Ausstellung ver-
anstaltet, gewiß willkommen sein.

Die ersten Anfänge reichen bis in das Jahr 1856
znrück. Damals versammelten sich auf Anregung mchre-
rer Düsseldorfer KLnstler, besonders des kürzlich vcrstor-
benen Leutze (S.dessen Nekrolog in unsrerheutigenNr.),
ferner Hermann Becker's, Andreas Achenbach's u. A.
gegcn I ckO Künstlcr in Bingen zu einem fröhlichen Herbst-
feste. Bei ihren Znsammenkünften wurde dcr Gedankc
cincr allgemcinen deutschcn Künstlerversammlung zuerst
ausgesprochen und auch sofort zu dessen Verwirklichung
geschritten.

Schon 1857 fand dic Bersammlung unter Bethei-
lignng aller deutschen Kunststädte in Stnttgart statt und
zwar mit dem entschiedenstcn Erfolge. Zunächst wurde
damals dcr Beschluß gcfaßt, eine allgcmeine, fest organi-
firte dcntsche Künstlergcnossenschaft zn bilden; ferner
wnrdc bereits in diescr Versammlung dcr erste Schritt
znr Ausarbeitnng eines Gesetzentwurfes sür den Schutz
dcs artistischen Eigcnthnms gethan, und endlich die Ver-
anstaltung dcr ersten großen historischen deutschen Knnst-
ausstcllniig in München für das Jahr 1858 in Aussicht
genommeii.

Wer damals in München anwesend und bei den Vor-

arbeiten zn dieser Ansstellung betheiligt war, wird stets
der unsäglichen Mühen dieses crstcn Versnches einer histo-
rischen Ansstellnng in so kolossalem Maßstabe, aber auck>
des begeisternden Eindrucks eingedenk bleiben, welchen das
glücklich gelungene Uiiternehmen auf die hcrbeiströmenden
Besucher machte. Die deutsche Kunst der Ncuzeit von
Carstens bis auf die Gegenwart, zu einem reich geglie-
dcrten, schön geordneten Bilde vereinigt, welches die ganze
Fülle und Eigenart dcs Wesens unsrer Nalion wieder-
spiegelte! Der Erfolg war ein überraschender, ebenso
materiell, wie geistig. Trotz der beträchtlichcn Kosten
der Ausstellniig erübrigte man 10,000 Gnlden, welchc
die gleichzeitig in MLnchen tagende, sehr zahlreich besuchte
Künstlerversammluiig zn einem Garantiefoiids für künf-
tige nationalc Ausstellungen zn widmen beschloß. Durch
dicsc Versammlung wurde zugleich die Organisation der
dcutschen Kunstgenossenschaft derärt gefördert, daß fortan
in jeder deutschen Stadt, welche ein regeres Kunstleben
in sich birgt, eine Lokalgenossenschaft bcstehen konnte nnd
daß die Delegirten aller dieser Lokalgenossenschaften all-
jährlich sich zu einer Plenarversammlung vereinigen sollten,
welche die von den Lokalgenossenschaften vorbereiteten An-
träge zu erledigen hat. Ferner wurde der Gesetzentwurf
über den Schutz des artistischen Eigenthums ausgearbeitet
und seiner weiteren Behandlung durch die Regierungen
der verschiedenen Baterländer zngeführt. Anf die jahre-
lang fortgesponnene Diskussion über diesen Entwurf kann
hier nicht näher eingegangen werden. Nur soviel sei
knrz in Erinnerung gebracht, daß die vvn der deutschen
Kunstgenossciischaft ausgestcllten Grundpriiicipieii endlich
in dem preußisch-französischcii Handelsvcrtrage nnd den
entsprechendcn Vercinbarungen mit Oestcrrcich mit eini-
gen Biodifikationen praktische Geltung crhaltcn haben.
Endlich kam auf der Münchener Versammlung ein allge-
meiner Wittwen- und Waisenfonds für Künstlcr, nnter

ni.
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