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Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 3.1868

Seite: 201
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III. Iahrgang.

Leiträge

ünd an vr. C. v. Lützow
(wi-n, Theresianumg.
2S> od.andie Vcrlagkch.
ls-ipzig, KönigSstr. g>
zu richten.

2. Grtobrr.

Nr. 24.

Äitsrrate

k 2 Sgr. fllr die drei
Mal gespaltene Petit-
zeile werden von jeder
Bnch-und Kunsthand-
lung angenommen.

ISM.

Bciilllltt z»r Zcitslt,rist siir tiildcudc Kimst.

Vcrlag von L. R. Leemann tn Letpzlg.

»lm crsten und driltc» Freitaac jede« MonaiS erschein« eine Rummer oon i» dcr Rcgkl eiuem Quartvogcn. Die SU'ounentcu dcr ..Zciischris, für l'ildcndc
Kuust" erdaltcn dics Bla» r.-r»Iii. Ararl bczogen kostc! danclbe Tblr. ganziabrlich. Allc Buch- und Kuustbandlungen wie allc Postämlcr nelimen
Beskellnngen an. Expcd ili oncn : in Berlin: L. Sachlt » Lo., Hoskuiiithandluiig; IN Wicn: p. Kaeser, Gerold» <Lo., iu Münchcn : L. A. Fleischluann.

Inhalt: Dic fünfzehntc Bersammlnng deutichcr Nrchitckten und Ingcnicurc
i» Hambiiig. — Dic X. Vcrsammlung der dcutschen Kuiistgcnossciischaft
»ud dic Eröffnuiig dcr III. allgcmeincii deutichcn Kuilsiausftellung in
Wicn lSchlich). — Korrcsr'ondcnzcn <TiroI, Schwcrin>. — Todesnach-
richt. — Vcilllischtc Kunstnachrichten. — .«unstocreinc. Saminluilgcii
nnd Ausstelluiigcii. — .«onkurrcnzcu. — Pcrsonal-Rachrichl. — Kunst-
lilcratur und Kunstbandcl. — Zcitschriflen. — Znicralc.

Oic fünßtlsnte tltrsannnlung deutscher ^rchi-
tekten und Ingenieure in Hamburg.

— w — Der Architektonische Verein Hamburgs em-
pfing die Mitglicder dcr fiinfzehntenVersammlung deutscher
Architekten nnd Jngenicure mit eincm köstlichen Gastge
schenk: einer an interessanten Mittheilungen aus der Kunst-
geschichte nnd dem gegenwärtigen Handels- und Verkehrs-
wesenHamburgs reichen und mit vortrefslichenAbbildungen
ansgestattetcn Festschrift. Die einzelncnAbschnitte dersclben
bchandeln die Geschichte und die geschichtliche Topographie
dcr Stadt, ihre Verfaffmig und Verwaltnng, ihrcHandels-
und Sckissahrtsbautcn, die Gebäude für kirchliche und
Untcrrlchtszweckc, die Wohlthätigkeitsanstalten und die
Anlagen des städtischcn Jngenieur- und Verkehrswesens.
Als durch knnstgcsckichtliche Bedeutung ausgezeichnet sind
Martin Gensler's SchilderungdererhaltencnBaudenk-
male nnd dic Besprcchung modcrner Privatbautcn Ham-
burgs von F- Andrcas Meyer hervorzuheben.

Nackdcm schon am Vorabende eine frcundschastlicke
Znsammenknnft in dem inmitten der Binnenalster erbauten,
mit Laubgcwinden, Flaggen nnd Lampions geschmncktcn
Festpavillon stattgcfnnden hatte, bcgannen die Sitzungen
am l. Scptcmbcr init einer Plcnarversammlnng im großen
Sagebiel'schen Saalc. F- G. Stammann, als Vorsitzendcr
des Hamburgischen Local-Komitö's und Senator Hayn,
als Chef des Hamburgiscken Bauwesens, begrüßten dic
zahlreich versammclten Gäste. Krankheit oder weitere
Reisen hatten leider den größten Theil des diesjährigcn
Vorstandcs am Erscheincn verhindert. Außer dem Vor-

sitzenden Stammann war nur Direktor Karmarsch aus
Hannover anwesend. Zum ehrenden Angedenken an die
seit der letzten Versammlung verstorbenen Vorstandsmit-
glieder Maack in Hamburg, Siccard von Siccardsburg
in Wien nnd Stüler in Berlin erhoben sich die Versam-
melten von ihren Sitzcn. Nachdem geschäftliche Mit-
theilungen ohne ein allgemeines Jnteresse die knrze Sitz-
ung beschlossen hatten, begaben sich die Mitglieder in die
inmitten der Wallanlagcn in unmittelbarer Nähe beider
Alsterbecken erbanete nnd für die Aufnahme der bis jetzt
in einem Anbau der Börse untergebrachten städtischen
Gemäldegalerie bcstimmte „Kunsthalle". Die oberen
Säle dieses eben vollendeten Gebäudes waren für die
Sitzungen der vicr Abtheilungen, (für Architektnr, Jn-
genieurwesen, Maschinenbau und Maschinentechnik)
hergerichtet. Jn ihren weiteren Räumen waren Modelle
und Pläne der Architekten und Jngenieure ausgestellt,
ferner solche Erzcugnisse dcs Kunstgewcrbes, welche, wie
dicjenigen der Bautischler, dcr Glasmaler und derOfener,
den Bauten zn nnmittclbarem Schmucke dienen, der Bau-
kunst und dem Jngenieurwesen dienstbare Maschinen,
endlich Bücher nnd Bilderwerke für die gleichen Zwecke.

Der Gesammtcindruck dcr in diescr Ausstellung durch
Abbildungen oder Plänc vertrctenen Bauten hat uns ge-
wissermaßenübcrrascht. WirsahenunbedentendenVersuchen
in Verwerthung romanischer Motive und mit wenig Aus-
nahmen gleichfalls mittelmäßigen Renaissancebauten eine
Fülle großartiger Beispiele des gothischen Stiles gegen-
über — wobei denn freilich eine Verkennung der Mittel
dieses Stiles nicht ausgeblieben war, ja, wie in dem Theater
von W. Tochtermann, selbst zum Zerrbilde geführt hatte.
Unter den zahlreichen, bedeutenden Manifestationen der
befserenRichtungderGothikerscheinen unsdie Bersuche,den
Backsteinrohbau neu zu beleben, erfreulich und vielver-
sprechend, besonders im Bereiche der Privatbauten. Diese

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