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Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

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NEUE ARBEITEN VON GEORG SCHREYÖGG



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Georg Schreyögg, Karlsruhe

friede, am ßarbarabrtinnen in Koblenz

ÜBER EINIGE ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN QUALITÄTSARBEIT

UND SOZIALPOLITIK

Dr. Bruno Rauecker, Solln bei München.

IN ein paar kurzen Ausführungen sollen hier einige
Zusammenhänge aufgewiesen werden, die sich im
engsten Anschluß an die Bemühungen des deut-
schen Werkbundes um die Veredelung der deutschen
Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und
Handwerk ergeben haben: die Beziehungen zwischen
Qualitätsarbeit im weiteren, geschmacklicher Produktion
im engeren Sinne einerseits und den Aufgaben der
Sozialpolitik andererseits. a

n Denn wenn wir es als Zweck und Sinn aller So-
zialpolitik ansehen, den Menschen im Arbeiter frei zu
setzen entgegen den nur sachlichen Funktionen seines
Arbeitlebens, so werden wir den Anteil, den die eben
genannten Bestrebungen des Werkbunds um Qualitäts-
arbeit an dieser gestellten Aufgabe haben, in doppeltem
Sinne nennen können: a

a Im Hinblick 1. auf den schaffenden, dann auch
2. auf den verbrauchenden Arbeiter. n

n Betrachten wir den vorliegenden Gegenstand zu-
nächst unter dem sub 1 genannten Gesichtswinkel,
so wird sich vor allem die Frage erheben: Welchen
Einfluß üben die Bestrebungen um Vergeistigung der
Arbeit auf die Herstellungsformen moderner Arbeits-
betriebe aus? a
a i." Die Qualitätsarbeit strebt dem gleichen Ideale
zu, dem die Gewerkschaften obliegen: der Abschaffung
oder doch Verminderung der Akkordarbeit. Die
Ursache dieser Entwicklung liegt nun nicht, wie man
vielleicht glauben könnte, in der gesteigerten sozialen
Empfindung der Arbeitsherren solcher Qualitätsbetriebe,
— sie liegt — und hierauf ist, wie auf alles aus der
sachlichen Notwendigkeit Geborene nachdrücklich zu
achten — in der Tatsache der Unrentabilität der
Akkordarbeit in höchst-qualifizierten Betrieben. Denn
das Qualitätsprodukt par excellence kann nicht in
der Arbeitshetze hergestellt werden, wird schlecht ge-
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