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Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

Seite: 33
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INTERNATION. BAUFACH-AUSSTELLUNG LEIPZIG 1913



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Internationale Ausstellung

für Bau - und Wohnungswesen

Leipzig 1913.

Unverbindlich. Haupteingang: Straße des 18. Oktober

Entwurf: Architekten O. Weidenbach & R. Tschammer B. D. A., Leipzig

INTERNATIONALE BAUFACH-AUSSTELLUNG
MIT SONDER-AUSSTELLUNGEN LEIPZIG 1913

IM Mai des erinnerungsreichen Jahres 1913 wird in der
Nähe des Völkerschlachtdenkmals die Internationale
Baufach-Ausstellung, die unter dem Protektorat des
Königs Friedrich August von Sachsen steht, ihre Tore
offnen. Die Stadt Leipzig hat dafür ein Areal zur Ver-
fugung gestellt, das mit seinen 400000 qm Flächenraum
großer ist, als das Gelände der Brüsseler Welt-Ausstellung
■na der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden.
s uegen dem Unternehmen gewaltige Kulturmomente
gründe: Es soll erstmalig und erschöpfend vor aller
Zeugnis über die Fortschritte auf dem Gebiete des
gsamten Bau- und Wohnwesens abgelegt werden. Auf
r a"gemeinen Weltausstellung wäre das nicht möglich
gewesen; es mußte dafür die Form der Welt-Spezialaus-
■ j"1^. gewählt werden, einer Ausstellungsspezies, wie
tue in unserem Wirtschaftsleben immer stärker hervor-
retende Spezialisierung hervorbrachte. □

CUM solche Welt-Spezialausstellung ist natürlich nur
möglich, wenn ein praktisches Bedürfnis dafür vorhanden
,. e kann n'cht »gemacht« werden. Daß aber ein
solches Bedürfnis tatsächlich vorliegt, beweist die Zahl der
Anmeldungen, welche für die Leipziger Baufach-Ausstellung
>chon jetzt, dreiviertel Jahr vor der Eröffnung, eine Platz-
"nete von 800000 M. ergeben. Das ist eine Zahl, wie sie
noch keine Ausstellung in diesem Stadium der Vorberei-
tung aufzuweisen hatte.

d Aber nicht bloß in Deutschland ist dieses Bedürfnis
vorhanden — auch das Ausland bekundet für die Aus-
stellung das größte Interesse. Die nordischen Länder,
Dänemark, Norwegen und Schweden, gedenken sich in
umfassendster Weise zu beteiligen. Es ist nicht nur mit
einem eindrucksvollen Auftreten der Baustoffindustrie,
sondern vor allem auch der Eisenbahnverwaltungen zu
rechnen. Österreich wird unter der Ägide des K. K. Museums
für Kunst und Industrie eine erlesene Raumkunst-Aus-
stellung darbieten, und in Ungarn wird jetzt von Seiten
des Handelsministeriums eine erschöpfende Umfrage ver-
anstaltet, um die industriellen Kreise zu einer möglichst
großen Beteiligung zu veranlassen. Italien wird es sich,
trotz des Krieges, nicht nehmen lassen, mit einer klassisch-
historischen Sonderausstellung aufzutreten, Rußland will
an hervorragenden Beispielen besonders den hohen Stand
seiner Hausindustrie zeigen; Rumänien wird in einem
großen Kinematographentheater die Entwicklung seiner
Industrien, soweit sie mit dem Bauwesen zusammenhängen,
zeigen, und selbst das ferne Japan, die Universität Tokio,
geht darauf aus, auf der Ausstellung mit herrlichen Modellen
seiner alten Architektur vertreten zu sein. Mit anderen
Auslaudsstaaten schweben zurzeit noch Verhandlungen, aber
schon jetzt kann man sagen, daß die Ausstellungsleitung
Mühe haben wird, alle die Teilnehmer unterzubringen. —
Daß auch die deutschen Bundesstaaten wesentlich zum
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