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Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

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KUNSTGEWERBEBLATT

NEUE FOLGE (SH 912 /13 TS) 24< -JAHRGANG

REDAKTION:

FRITZ HELLWAG IN
BERLIN-ZEHLENDORF-
WANNSEEBAHN • TELEPHON: ZEHLENDORF 1053

VERLAG:

E. A. SEEMANN IN LEIPZIG,
HOSPITALSTR. IIa . TEL. 244

HEFT 5
FEBRUAR

VEREINSORGAN °|RRBF;™EE

BERLIN, DRESDEN, DÜSSELDORF, ELBERFELD,
FRANKFURT A. M., HAMBURG, HANNOVER, KARLS-
RUHE I. B., KÖNIGSBERG I. PREUSSEN, LEIPZIG,
MAGDEBURG, PFORZHEIM UND STUTTGART OKBS1

KUNSTGEWERBLICHE WANDERAUSSTELLUNO IN BADEN

Hermann Billing, Standuhr. Ausführung
durch Friedrich Lang, beide in Karlsruhe

Kunstgewerbeblatt. N. F. XXIV. H. 5

DEN kleineren und größeren Fachausstellungen der letzten Jahr-
zehnte hat der Badische Kunstgewerbeverein im letzten Winter
eine Wanderausstellung moderner kunstgewerblicher Erzeugnisse
angereiht, welche in den Städten Offenburg, Villingen, Donaueschingen,
Konstanz, Freiburg und Lahr weiteren Kreisen vorgeführt wurde. Durch
dieselbe sollte das badische Kunstgewerbe einerseits neue Anregung
und Förderung erfahren, anderseits wollte man aber auch den vielen
Mitgliedern außerhalb der Residenz, welche an den regelmäßig statt-
findenden Wintervorträgen und sonstigen Veranstaltungen des Vereins
nicht teilnehmen können, dadurch einen kleinen Ersatz bieten, daß
man ihnen mustergültige Werke des heutigen Kunstgewerbes vor
Augen stellte, um sie mit den neueren Bestrebungen und Fort-
schritten auf diesem Gebiete bekannt zu machen. Die Ausstellung ent-
hielt dementsprechend Arbeiten aus den verschiedensten Gruppen des
Kunstgewerbes. Nur mußten dem Charakter der Wanderausstellung
entsprechend größere Stücke, insbesondere Holzmöbel oder gar Zimmer-
einrichtungen ausgeschlossen bleiben. Einmal der hohen Transport-
kosten wegen, welche wie auch alle sonstigen Auslagen ganz vom
Badischen Kunstgewerbeverein getragen wurden; dann aber hätte es für
eine umfangreichere Zusammenstellung in den meisten der genannten
Städte auch an den nötigen Ausstellungsräumen gefehlt. Es konnten
also mehr nur die kleineren leichter transportablen Gegenstände, ins-
besondere aus den Gebieten der Metalltechnik, der Keramik, der weib-
lichen Handarbeiten usw. in Betracht kommen. Die beigefügten Bilder
bringen eine kleine Auswahl derselben zur Anschauung. n

d Dem Programm der Ausstellung entsprechend wurden nur solche
Gegenstände aufgenommen, welche nach Entwurf und Ausführung
strengen künstlerischen Anforderungen genügten, die also sowohl hin-
sichtlich ihrer Zweckmäßigkeit als auch in bezug auf Sachlichkeit und
Materialbehandlung tadellos waren. Gar nicht leicht war es dann,
das mannigfaltige Ausstellungsgut zu einem wohlgeordneten Ganzen so
zusammenzuschließen, daß diese Übersichtlichkeit auch bei wechseln-
den Ausstellungsräumen nicht verloren ging. Diese Aufgabe wurde
vom ersten Vorsitzenden des Badischen Kunstgewerbevereins, Direktor
Hoffacker, in glücklichster Weise gelöst. n

o Der zur Verfügung stehende Raum gestattet nur eine kurze Über-
sicht über die einzelnen Gruppen. Hervorzuheben sind aus dem
Gebiete der Keramik neben den bekannten Läugerschen Kunsttöpfereien
aus Kandern die Porzellane, Steinzeuggefäße, Büsten und Reliefs von
Professor Kornhas in Karlsruhe, die eigenartigen Töpfereien der Frau
Schmidt-Pecht in Konstanz, Vasen und Bauernmajoliken von Glatz in
Villingen, ferner Schüsseln, Vasen und Krüge, nach Entwürfen von
Maler Kusche in den kunstgewerblichen Werkstätten von Heinrich
Weinschenk gefertigt und die ebenda nach Modellen von Bildhauer

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