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Urk. Lehmann 52

Ludwig <Kurfürst von der Pfalz, IV.>, der Sanftmütige

Urkunde

Heidelberg, 1443 Februar 28

Kurfürst Ludwig IV. schließt mit der Stadt Speyer einen Schutz- und Schirmvertrag ab, der zunächst für die Lebenszeit des Kurfürsten Geltung haben sollte: Der Kurfürst verspricht, die Freiheiten und Rechte der Stadt Speyer zu schützen und zu achten und den Speyerer Bürgern auf dem Territorium der Kurpfalz freies Geleit zuzusichern. In Gefahrenzeiten sagt er der Stadt militärische Hilfe zu. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt Speyer zu einer jährlichen Zahlung von 400 Gulden für den Schirm. Des Weiteren öffnet sie sich im Kriegsfall den pfälzischen Truppen: zu tegelichem kriege darf der Kurfürst mit bis zu 300 Bewaffneten in die Stadt einreiten und sich dort zwei oder drei Nächte aufhalten, für einen grossen zoge oder Reyse mit bis zu 2000 Mann und Pferden. Zugleich verpflichtet sich die Stadt in einem solchen Kriegs- oder Fehdefall, 100 Mann mit Wagen, Pferden und Knechten zu stellen; war Speyer selbst betroffen, so erhöhte sich die Zahl auf 200 Bewaffnete, die dann allerdings nur im Umkreis von 15 Meilen mitkämpfen mussten. Schäden, die dabei von den Speyerer Söldnern verusacht werden, gehen zu Lasten der Stadt und sind von dieser zu begleichen. Ferner wird festgelegt, dass die städtischen Truppen zusammen mit denen von Neustadt und Germersheim ins Feld ziehen sollen. Der Kurfürst weist schließlich seine Amtleute und anderen Beamten an, alle Bestimmungen der Urkunde zu befolgen und nicht gegen die Stadt Speyer zu handeln. Abschließend bekräftigt Ludwig IV. für sich und seine Erben, den Vertrag ohne Abstriche einzuhalten. Ankündigung des kurfürstlichen Siegels.

Zitierlink: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lehm52   i
URN: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-78768   i
Metadaten: METS
IIIF Manifest: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/iiif/lehm52/manifest.json

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