Lüders, Heinrich [Hrsg.]
Bruchstücke buddhistischer Dramen — Berlin, 1911

Seite: 37
DOI Seite: Zitierlink: 
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lueders1911/0047
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
37

für möglich, daß wir in einen von der Afagadhl der Grammatiker
abweichenden Gen. Sg. vor uns haben; bei der Unsicherheit der Erklärung
möchte ich aber keine weiteren Schlüsse daraus ziehen.
In den meisten andern Punkten erweist sich die Sprache der Fragmente
ohne weiteres als die ältere, so in der unveränderten Erhaltung der inlautenden
Konsonanten, in dem Unterbleiben der Zerebralisierung des 7;, in den
Formen <3/;<3A<3777 und /U'y'Y?, die genau den theoretisch zu erschließenden
Grundformen von und /Uy'tz entsprechen. Auch das muß älter sein
als das yy, da yy auch für sekundäres yy/^ eintritt. Das Verhältnis von
zu y/E AE von ///% zu y/ ist zweifellos ebenso zu beurteilen* *). Auch Ay ist
sicherlich zunächst y)' geworden und erst später, als einfaches y* zu jy wurde,
hat sich auch y)' zu jyy weiter entwickelt. Wir dürfen schließlich auch nicht
vergessen, daß die Regeln über den Übergang von Ay in jyy, von /& in y/f,
von yy/^ in yy, von y/ und y//4 in y/ auf den Angaben der Grammatiker
beruhen und in den Handschriften der Dramen die beiden ersten niemals,
die beiden letzten nur selten befolgt werden. Wahrscheinlich sind endlich
auch A?72c*7^ und A3777AA37M: älter als und A3777A37M, die aus einem
andern Dialekt übernommen sein werden. Dafür spricht jedenfalls der Um-
stand, daß wir auch in dem nahe verwandten -) Dialekte der Säuleninschriften
des Asoka AhE^trwyy;;, A?AE?7M° (VII) finden. Ich glaube, daß wir nach alle-
dem berechtigt sind, in dem Dialekte des Bösewichtes eine Vor-
stufe der Mägadhi der Grammatiker und der Dramen, ein Alt-
Mägadhi, zu sehen.
DER DIALEKT DES GOBAM.°
Dem Dialekte des Bösewichtes nahe verwandt ist der Dialekt, den der
Gobam° spricht. Ausdrücklich als seine Rede bezeichnet ist nur die Stelle:
30 icchämi pupphä yeva bhattidälake nalakaggä.
ke palinatatälaphalavanmkähi bhuj[j]itähi kusalavä tarn accha-
(liyam) . .
Dazu sind aber weiter mit Sicherheit zu stellen: —
ßO . . gacchamäne n[i]lussäsan kaleti3).
ßO . . paccaggaka[kkha]tudantaponatittakena pottlkalasam[ni] . . . .
.(na)[va]mälikäkusu[ma]pandaläkam kalamodanäkam
bhumjitayef) . .
Für die Grammatik ergibt sich das Folgende: —
V okalismus.
.7- wird 7: f/A/AAtAA'. <3?; wird ^A777CA7773Y^7/7.
i) Man beachte, daß auch sekundäres, aus entstandenes 77A zu wird (Pischel 290).
*) Näheres darüber später.
3) Hierhergestellt, weil es in der Szene zwischen dem Vidüsaka und dem Gobam° vor-
kommt, wo es nicht die Rede des Vidüsaka sein kann.
4) Hierhergestellt, weil es in der Szene zwischen dem Vidüsaka und dem Gobam° vorkommt
und der Dialekt des Vidüsaka durch das Auftreten des / ausgeschlossen ist.
loading ...