Lüders, Heinrich [Hrsg.]
Bruchstücke buddhistischer Dramen — Berlin, 1911

Seite: 50
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und das Futurum auf wE- hervorheb.e, ins Gewicht fahen könnten. Meines
Erachtens liegt uns in dem Dialekte der Hetäre und des Vidüsaka
unserer Fragmente eine Vorstufe der Sauraseni der späteren
Dramen vor, die ich wiederum als Alt-SaurasenI bezeichnen möchte.
Wie schon oben bemerkt, sind auf dieser Stufe der Sauraseni inlautende
Konsonanten unverändert erhalten; die einzige Ausnahme bildet wz7i%A°
in der Rede der Hetäre: A'h DA AA?' Hinter AAz'
ist in der Handschrift eine Lücke gelassen, die wie in andern Fällen andeutet,
daß hinter AAf der Satz zu Ende ist und mit j2/7YzA3° ein neuer Satz beginnt.
könnte nun der Anfang einer Äryä sein;
würde hier demnach im Verse stehen. Es liegt der Gedanke nahe, daß in
den Versen ein andrer Dialekt gebraucht sei als in der Prosa, so wie in
späteren Dramen Sauraseni und Mähärastrl wechseln (Sähityad. p. 1/2,21 f.)
Allein die Annahme, daß uns in etwa eine Vorstufe der
Mähärästri erhalten sei, ist doch allzu unsicher. Sie wird auch durch die
Form unwahrscheinlich gemacht, da das Wort in der späteren
M. jedenfalls rVzzzDV? lauten würde. (Pischel 2pi). Wir müssen daher in wzzwA?"
doch wmhl das erste Beispiel für den Lautwandel sehen, der später voll-
ständig durchgeführt wurde.

DER DIALEKT DER KLEINEREN PRAKRII-ROLLEN.
Was wir von den übrigen Prakritstellen mit Sicherheit oder Wahr-
scheinlichkeit dem oder der Mädha°, dem Täpasa, dem Sramana und der
Dienerin zuweisen können, ist leider sehr wenig. Mädha° spricht: —
ß8 kimn nu khu ditthapurujvo] . .
7' M- Nu[mj. . .
Der Täpasa ist als Sprecher bezeichnet in: —
ß4 ekan tu icchämi bhaga[va] . .
48 ki . .
Ihm kommt aber sicherlich auch zu, da die Worte in der Szene
zwischen ihm und dem Vidüsaka stehen und nicht dem letzteren gehören
können:
ß4 . . [h] kähäma tti.
Der Sramana sagt: —
40 na khu e[ke] 1) . .
Die Dienerin ist als Sprecherin bezeichnet in: —
iß bha . .
44 . . [thjä [ati]n.pa . .
Sicher gehört ihr, weil es in dem Gespräch zwischen ihr und Dhänan-
jaya vorkommt und nicht die Rede des letzteren sein kann: —
iß mhi.

1) Das Ae ist unsicher.
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