Lüders, Heinrich [Hrsg.]
Bruchstücke buddhistischer Dramen — Berlin, 1911

Seite: 61
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Willkür beruhen kann, eine Periode des Schwankens vorangegangen ist.
Aus dieser würde unser zU/z/ stammen*). In j^/z* wird in S. der Dental im
allgemeinem zerebralisiert (Pischel 218); hier finden wir 7Wz/^Ty<?77Z. Wir
dürfen daraus aber kaum etwas schließen, denn erstens ist vereinzelt auch
in S. der Dental erhalten (so in und selbständigem Pischel 220),
und zweitens könnte ^Wz/ftz^zzzzz schließlich auch TWzAzz^wzz reflektieren.
Schwierig ist das dreimal in den Bühnenanweisungen erscheinende Part. Prät.
Pass, zzz'AG^zzz'tz. S. kennt nur die Form ohne Aspirata, während AMg.,
JM. und gewöhnlich auch M. zeigen (Pischel 302). Daß die Bühnen-
anweisungen etwa in Alt-Ardhamägadhi abgefaßt waren, wird durch das /tz/t?
in 4 und das 7* in in 13 ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten
ist es daher wohl, daß in Alt-Sauraseni wie in AI. ursprünglich Doppelformen
bestanden, von denen die eine später aufgegeben wurde. Eine zweite
schwierige Form ist AwzVDzztH), dem wir schon in dem Dialekte des Böse-
wichtes begegneten. Dort wie hier sollten wir Aw2A37/<3, die spätere Alg.
S. Form erwarten; ist die AAIg. Form3) (Pischel 230. 267. 287. ßßO).
Um AAIg. kann es sich aber weder in 14 noch 91 handeln 4). Wir müssen
entweder annehmen, daß A2772^%72<3 aus AAIg. in die Sauraseni unserer Frag-
mente eingedrungen ist, oder aber, daß &Z772^A37Z<? die ursprünglich auch in
S. berechtigte Form war, die später durch ein wahrscheinlich aus AI. über-
nommenes Az772/^7z<3 verdrängt wurde.
Auf das Verhältnis der Alt-Sauraseni unserer Fragmente zu der Sprache
der westlichen Inschriften, insbesondere der Inschriften von Afathurä, der
Heimat der Sauraseni, kann hier nicht eingegangen werden. Dazu wäre es
nötig, zunächst aus den Alathurä-Inschriften, die größtenteils unvollkommene
Versuche sind, Sanskrit zu schreiben, den wirklich gesprochenen Dialekt
herauszuschälen.

DIE DICHTUNG IN ALT-PRAKRIT.
Die sprachliche Untersuchung ergibt demnach, daß in unseren Frag-
menten neben dem Sanskrit drei Dialekte gebraucht werden, die auf der
Lautstufe des Pali und der in den älteren Inschriften verwendeten Dialekte
stehen und die sich als die Vorläufer von drei der späteren Prakritdialekte,
der Alägadhl, der Ardhamägadhi und der Sauraseni erweisen. Es liegt auf
der Hand, daß dies Resultat von der größten Bedeutung für die Geschichte
der indischen Sprachen ist. Alan hat die auf der Lautstufe des Pali stehenden

i) In den Fragmenten ist M<?772?' in 22 für die Mg. bezeugt. Darnach habe ich auch
in 10 als Mg. angesetzt; siehe S. 35. Nach den Fragmenten scheint es, daß für Alt-MägadhI
die Formen mit für Alt-Sauraseni die Formen mit /z galten. Bei der Beschränktheit des
Materiales ist eine sichere Entscheidung natürlich nicht möglich.
3) in 91 ist natürlich wieder schlechte Schreibung.
3) Sie erscheint außerdem in JM., die hier natürlich nicht in Betracht kommt.
4) Nach dem S. 38 Bemerkten müßten wir -g statt -fM und °/%777 statt °7W77*z erwarten.
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