Lüders, Heinrich [Hrsg.]; Kumāralāta [Hrsg.]
Bruchstücke der Kalpanāmaṇḍitikā des Kumaralāta — Leipzig, 1926

Seite: 65
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lassen, der Sanskrit- und der Pali-Text übereinstimmten, und wie dankbar wir
für jedes auch noch so kleine Bruchstück des Originaltextes sein müssen.
In der dritten Erzählung wird auf die Geschichte von Buddhas Zurück-
weisung der von Bharadväja angebotenen Speise und auf die Geschichte von
Gautanns Verteilung von Gewändern an den Sarhgha Bezug genommen. Huber
hatte für die erste Geschichte bereits auf Suttanipäta 1, 4 verwiesen. Levi
stellte fest, daß sie sich in der chinesischen Übersetzung des Samyuktägama
(Tokyo-Ausgabe XIII, 2, p. 22a) finde, und weiter, daß die Geschichte der
GautamI im I42. Sutta (Dakkhinävibhangas.) des Majjhimanikäya und im 180.
Sütra des chinesischen Madhyamägama (Kap. XLVII, Nr. ß) erzählt werde.
Teile von diesem Abschnitte der Erzählung haben sich in Bruchstück 26 und
2/ erhalten. In 26 R ß findet sich ein Rest des oben erwähnten, als Zitat
bezeichneten Slokas 7K'(<WV<^VA<3773 usw. In 27 V 2 haben sich
die Worte erhalten: ^77f7Z7722J72A7Z7fA77 ^77... In der Tat ist nach der chine-
sischen Übersetzung Gautamisütra im Kanon der Sarvästivädins der Titel des
Sütra, das im Palikanon Dakkhinävibhangasutta heißt.
In der zweiten Erzählung (Bl. 10 V l) wird das (y*7'7Z^KD)^^^ü'(D^'
erwähnt. Es ist natürlich mit dem in der chinesischen Übersetzung
öfter genannten Sütra der zwölf Nidänas identisch, das, wie Levi bemerkt,
im 12. Kapitel des Samyuktägama des chinesischen Kanons steht.

DIE IN DEM WERKE VORKOMMENDEN NAMEN.
Kumäraläta liebt es, in seinen Erzählungen historische Persönlichkeiten
auftreten zu lassen und seinen Geschichten durch feste Lokalisierung ein indi-
viduelles Gepräge zu verleihen. So ist sein Werk außergewöhnlich reich an
Namen von Örtlichkeiten und Personen. Die meisten sind bereits von Huber
und Levi aus der chinesischen Umschrift richtig ins Sanskrit znrückübertragen
worden. In einigen Fällen erlauben uns unsere Fragmente aber doch die er-
schlossenen Namensformen zu berichtigen; auch liefern sie ein paar neue
Namen, die bisher in ihrer chinesischen Verhüllung nicht zu erkennen waren
oder in der chinesischen Übersetzung überhaupt weggefallen sind. Ich be-
schränke mich im folgenden auf die Zusammenstellung der Namen, die jetzt
im Originaltexte vorliegen; leider fehlt so mancher darunter, dessen genaue
Sanskritform zu kennen für uns von erheblichem Interesse gewesen wäre.
Levi (S. Soff.) hat bereits darauf hingewiesen, daß eine auffallend große
Zahl von Erzählungen im nordwestlichen Indien spielen, und er hat daraus
geschlossen, daß AWaghosa, den er für den Verfasser halten mußte, sich zur
Zeit der Abfassung des Werkes an der Nordwestgrenze Indiens aufgehalten
haben müsse. Die Bevorzugung des Nordwestens erklärt sich jetzt anders und
noch einfacher. Sie stimmt genau zu der Überlieferung, daß Kumäraläta, der
wirkliche Verfasser des Werkes, aus Taksa^ilä gebürtig war und später in
einem der Täler des Pamirs lebte. Von den von Levi angeführten Namen von
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