Lüders, Heinrich
Philologica Indica: ausgewählte kleine Schriften von Heinrich Lüders ; Festgabe zum siebzigsten Geburtstage am 25. Juni 1939 dargebracht von Kollegen, Freunden und Schülern — Göttingen, 1940

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Die Sakas und die Aordarische' Sprache

Nickelmünze von 1900 und ein Penny von 1897. Die Inschrift auf der
ersteren lautet OONFOEDERATIO HELVETICA; auf dem Penny steht
VICTORIA DEI GRA BRITT REGINA FID DEF IND - IMP .
Ich bedaure schon jetzt die Historiker des vierten Jahrtausends, die daraus
den Schluß ziehen werden, daß um 1900 das Lateinische die Sprache des täg-
lichen Lebens in den Bergen der Schweiz und auf den britischen Inseln war.
Die Sakas und die nordarische Sprache.
Der Lsu7rupu und spätere wuMLsuAupu Castana, der Dacrraro^ des
Ptolemäus, bezeichnet sich in den Brähmi-Legenden seiner Münzen mit
einem Beinamen, den man als zu lesen pflegt *). Der
Name seines Urenkels erscheint in den Brähmi-Legenden der Münzen in
doppelter Form. Auf den älteren liest man ihn DümuyA^udu; auf den
jüngeren steht Dü?uuJu&G). Die letztere Form steht auch auf den Münzen
der Söhne des Dämajada, des Jlvadäman und des SatyadämarO). Das
letzte uL$uru dieses Namens wurde von Bhagvänläl Indrajl du gelesen,
allein Rapson bemerkt^), daß das Zeichen sich nicht von der des
ersten uT^uru unterscheide. Es kann also nur du gelesen werden. Den
gleichen Namen tragen noch zwei spätere Mitglieder der Dynastie. Auf
ihren Münzen findet sich nur die Namensform Düwu^üduJ).
Beide Namen, GA.su?%o^%;u wie VlüwuyA.S'udu oder Dümuyüdu, sind un-
zweifelhaft nicht indisch ; das angebliche y/M muß also ebenso wie das
zum Ausdruck eines Lautes verwendet sein, der dem Indischen fehlt. Schon
Bhagvänläl Indrajl hat yAg und j als Versuche erklärt, ein 2 oder ein a?
wiederzugeben. Beide Deutungen haben ihre Anhänger gefunden. F. W.
Thomas hat in seinem Aufsatz 'Sakastana'^), der sich in seinem letzten
Teil mit der Etymologie der indoparthischen und indoskythischen Namen
beschäftigt, 6rLsu?%ob'^u mit uv. a;Juyum%u 'mächtig', skyth.
zusammenbringen wollen (S.211), und Konow hat es vor kurzem als Ab-
leitung von *Lsumuvu?d 'geduldsam' erklärt?). In dem zweiten Bestand-
teil von Dün?uy7Mudu hat anderseits Rapson das persische südu 'Sohn'
wiederfinden wollen s). Da es sich hier um Namen handelt, deren Deutung
') düp üo ^sa^rnpagn GAgamod^apafraga.; räplo aiaAäAga^rapaga
(rAgamodAaptUrngn (..'a.s'pnia.s'a; Bhagvänläl Indrajl, JRAS. 1890, S. 643f.; Rapson,
JRAS. 1899, 8. 37011'.; Rapson, Catalogue of the Coins of t.he Andhra Dynasty,
usw. S. 72ff.
") 7'äyäo aiadäA.siilrayia.S'a Badradä^nupalraga. räfno Agalrapa.sY/ DäaiayAgadaga;
/*ä)Ao waAäA:.sa/?'apa.s'a d'ad/'adämaa palraga rä/Aa A.s/Urapaga (oder rä^Ao maAäA.sa-
/rapa.s'a) Dän?afada.s/'7//a; Bhagvänläl Indrajl a. a. O. S. 648; Rapson a. a. O. 8. 374;
Rapson, Cat. 8. 80ff.
3) Rapson, Cat. S. 83ff.; 95.
b JRAS. 1899, 8. 374; Cat. S. CXXIIf.
A Rapson, Cat. 8. 115f.; 137ff. b JRAS. 1906, 8.181 ff.
?) Cött. Gel. Anz. 1912, S. 556. ^ JRAS. 1899, S. 374.
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