Lüders, Heinrich
Philologica Indica: ausgewählte kleine Schriften von Heinrich Lüders ; Festgabe zum siebzigsten Geburtstage am 25. Juni 1939 dargebracht von Kollegen, Freunden und Schülern — Göttingen, 1940

Seite: 727
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Zur Geschichte des Ostasiatischen Tierkreises

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Zur Geschichte des Ostasiatischen Tierkreises.
Der Ursprung und die Verbreitung des sogenannten ostasiatischen
Tierkreises ist in vieler Hinsicht noch so ungeklärt, daß der Hinweis auf
einige neue oder meines Wissens bisher nicht eingehender behandelte
Quellen in Prakrit, in Sanskrit und in der Sprache von Kuci nicht ohne
Interesse sein dürfte, zumal da sie, wie mir scheint, auch zur Aufhellung
gewisser Namen des Tierkreises in sogdischer und sakischer Sprache bei-
tragen.
Unter den von Sir Aurel Stein in der Niya-Gegend in Ostturkestan,
auf der Stätte des alten Oadoda, ausgegrabenen Dokumenten findet sich
ein oblonges Holztäfelchen, das von den Herausgebern der Kharosthl
Inscriptions unter Nr. 565 veröffentlicht ist. Eine Reproduktion der Rück-
seite ist in Sir Aurel Steins Serindia Bd. IV, Tafel XXVI, enthalten. Das
Täfelchen enthält Aufzeichnungen astrologischen Inhalts in dem indischen
Dialekt, der in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten in dem Reiche
von Krorain die Umgangssprache war. Ich gebe zunächst den kurzen Text
in der Umschrift der Ausgabe, aber mit Ersetzung der Ligaturen 7t<su und
cA'u durch die, wie Rapson und Noble selbst bemerken, richtigeren Um-
schreibungen Jpu und %3aG).
Rückseite.
Kolumne A.
1 pru^Auwyuwu^) mu-sAu tmmmu hMyu JAtcu.S'U gurvu Auryüuu Auret
gfdAuw cu Uuvruh
2 yuvu .shr-su ^oAfduvyu AAutcu pdru yuwdurve?tu ruwfduvyu
3 vyuyru %uA^u%fumt yodAu uruUdtduvyu
4 ^u^uAu %u%^ub*u?7M pu^uyfduvyu yo cu ^u^yu^t dur^üpu
5 ?tüyu %uLsu%7*u?7M trf Lsu .s'urcu Auryu guAfdufyu
Kolumne B.
1 Jum&mumcoG) ^urt-u A'un/euu vurtduvyu
2 ugpu u^A.s'ufruu?,?' p-urvu pucfwu de^utuf puwdu yuwduvo
3 puJu niA.s'utrumi! .s'A.S'u ^oAfduv^/u
4 A%Aud'u ?t^A.s'utrumf pruvuruwu cu-s'/uruu cAJufduryu gwfduvyu
5 muAud'u cu .s'ucu /,'uryüuu U.Au
V orderseite.
1 .S'?jU7?.u ?M.'A'.su/ru7a cu .s'?7/ru yutu üyumuttu
2 -SMyuru utA'.S'utru Ari.s-u t'üt-uuu mu^u -s'ud'u ?rh.s-ccuwu .sidAf vurdAf AAuvQyu^f
Das Verständnis des Textes wird nicht nur durch das Vorkommen
einiger unbekannter Wörter, sondern auch durch die Nachlässigkeit und
i) Nach den Herausgebern findet sich eine Anzahl von Punkten über den Text
verstreut, sie scheinen aber keine Bedeutung zu haben,
b -/üü/. 3) -warn cu.
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