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Heidelberger Schlossverein   [Hrsg.]
Mitteilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses — 3.1896

Seite: 127
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Die vorstehende prüfung der vier Thum'schen Ansichten bestätigt unser
oben ausgesprochenes Urtheil, daß sie für die Geschichte des Schlosses sehr
werthvoll, aber nüt Vorsicht zu benutzen sind. Dies trifft auch bei dem
einzigen Blatte zu, das danebeu für die Zeit vor f76H noch in Frage kommen
kännte, nämlich bei dem nach einer Äkizze desselben Aünstlers gefertigten
Ruxferstiche von A. Reinhardt (Zangemeister s5ö>, auf dem z. B., wie schon
Zangemeister richtig bemerkt hat (Mitth. I, l 40), der Gttheinrichsbau fälsch-
lich mit dem alten Doppelfirstdache dargestellt ist. Zn> Uebrigen ist der
Uiaßstab aber ein so kleiner, daß Tinzelheiten nicht zu erkeunen sind.

Ulöge uns bald ein neuer glücklicher Fund in die Lage setzen, die lücken-
haften schriftlichen Ueberlieferungen durch derlei bildliche Darstellungen er-
gänzen zu können.

Züricher Silberschale mit Ansicht von Heidelberg.

Ulitgetheilt von

Rarl Zangrmeister.

Durch freundliche Benachrichtigung des Lerrn prof. Or. A. Schulte
wurde ich darauf aufmerksani gemacht, daß sich in Zürich im Besitz der
alten Gesellschaft der „Böcke" ') zwei vergoldete Silberschalen befänden,
von denen die eine mit einer Ansicht von Ueidelberg versehen sei. Auf
nieine Bitte ist nür durch Lerrn Lseinrich Zeller-lVerdmüller eine photo-
graphische Nachbildung der für uns in Betracht kommenden Schale zu-
gegangen.

Uber die Lserkunft dieser Zierstücke, nach welchen unsere Abbildung
auf Tafel V in entsprechender verkleinerung angefertigt worden ist, schreibt
mir der genannte Züricher Gelehrte: „Lsottinger erhielt beide p-chalen
vom Nathe zu Zürich, als er nach Neorganisation der theologischen Fakultät
der Universität Lseidelberg dauernd nach Zürich zurückkehrte. Die Schalen
haben eine ksöhe von s7,Hcm, einen Durchmesser von 19,2 cm, haben einen
ganz einfachen Fuß und bestehen aus vergoldetem Silber. Nach den Be-
schaumarken sind sie das Merk eines Züricher Goldschmieds Meber."

t) Eigeutlich: Gesellschaft „zum Schneggen" (oder „zur Schnecke"). Der Name
„der BScke" ist in Folge einer geschichtlichen verwechslung seit dem sechzehnten Jadr
kundert neben deni ursprünglichen eingefiihrt worden.
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