Niederrheinisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst — [1].1843

Seite: 177
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tteber bke vorgothrschen Kirchen am Me-
derrhein.

Es i'st ein eigcnthümlicher Vorzug der Nhcingegend,
besonders zwischen Mainz und Köln, daß hier die Werke
der Menschenhand zu dcn landschastlichcn Masscn in
einem so starken Verhältniß stehen. Denn dic Land-
schast erhält für unser Gcfühl ihren vollcn poetischen
Werth erst durch die Beziehungcn zum Menschenleben
und seincn Denkmalcn.

Von den weinbewachscnen Schieferfclscn heben sich
zahlreiche wciße Kirchthürme höchst malerisch ab. Bci
näherer Untersuchung findet man Thurm und Kirche sehr
einsach; aber die Bauart ist siir diese Landschaft wie
geschaffcn: sie sctzt den dunkeln Bergmaffcn helle Mauer-
maffen cntgegen, während der hohe durchsichtige Thurm
eines gothischcn Doines fich am schönstcn auf einem rei-
nen Himmel und zarten Wolken abzeichnet.

Der Rhcin bietct uns zum Verglcich Beides und
noch vicl mchr dazu; neben den zahllosen vorgothischen
und gothischen Kirchen, Klöstern, Schlöffcrn, Mauern,
Thoren und Thürmen sehen wir z. B. im chemaligcn
kurfürstlichcn Schloffe zu Mainz, im Rathhauscrker zu
Koln u. s. w. die herrlichste Renaiffance und in man-
chen ausgesuchtcn Mustern auch dcu Rococo repräsentiert.
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