Passavant, Johann David  
Die christliche Kunst in Spanien — Leipzig, 1853

Seite: III
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VORWORT.

Mein schon lang gehegter Wunsch, die Werke der bilden-
den Kunst in Spanien, namentlich der altern Epochen, im Lande
selbst kennen zu lernen, kam endlich im Frühjahr 1852 zur
Ausführung. Mit meinem werthen Freunde, Professor Steinla
aus Dresden reiste ich über Marseille zur See nach Barcelona,
Valencia, Cartagena, Malaga; von da nach Granada, und als sich
keine annehmliche Gelegenheit fand, nach Cordova oder Sevilla
zu gelangen, und das Ziel meines Reisegefährten auch haupt-
sächlich Madrid war, so nahmen wir unsern Weg über Jaen,
Bauen, Manzanares und Aranjuez nach Spaniens Hauptstadt.
Nach einem Aufenthalte von einigen Wochen daselbst, holte
ich das Versäumte im südlichen Spanien nach, reiste nach
Sevilla und besuchte zugleich Cordova und Cadix. Ein
günstiges Geschick wollte, dass ich auf der Reise die Bekannt-
schaft des Arztes Hrn. Dr. Emile Begin aus Paris machte,
der ebenso wie ich, nähere Kenntniss von Spanien und sei-
nen Kunstwerken erwerben wollte; wir verstanden uns des-
halb sehr bald zu gemeinschaftlichen Unternehmungen und
blieben nicht nur zusammen zur Rückreise nach Madrid,
machten nicht nur gemeinschaftliche Ausflüge nach Toledo und
dem Escorial, sondern auch die Reise nach Avila, Salamanca,
Valladolid, Burgos; Vittoria, S. Sebastian und Iran bis nach
Paris.

Das Ergebniss meiner Forschungen in Spanien war sehr
ergiebig und gewährte mir um so grössere Befriedigung, als die
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