Passavant, Johann David  
Die christliche Kunst in Spanien — Leipzig, 1853

Seite: 172
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IEDERLÄNDISCHE UND FRANZÖSISCHE GEMÄLDE IN DEM
KÖNIGLICHEN MUSEUM ZU MADRID.

Noch bleibt uns einiges zu berichten über die nieder-
ländischen und französischen Gemälde des 17. Jahrhunderts,
um eine vollständige Uebersicht der Schätze der königlichen
Gallerie zu geben. Besonders reich vertreten sind hier Mei-
ster Rubens, seine Schüler und andere Flandrer jener Zeit;
von Ersterem finden wir hier allein 62 Bilder, von Anton
van Dyck 22, von Jordans 12, von den Cornelius,
Paul und Martin de Vos und ihren Nachfolgern 32, von
Peter Sneyers 7, von Franz Sneyders 23, von Johann
Fyt 11, von den David Teniers dem alten und jungen 52,
von Daniel Seghers 7, von Anton Moro 13, von den
verschiedenen Breughel 56 Bilder und so fort. Dagegen
fehlen Werke der grossen holländischen Meister fast gänzlich,
wenn auch einige ihrer Namen im Cataloge prangen; nur von
Philipp Wouwermann finden wir unter 10 seiner Bilder
einige ausgezeichnete, unter Andern zwei Jagdstücke. mit
Nr. 1377 und 1383 bezeichnet. Von französischen Bildern
ist nichts von Bedeutung im Museum, doch werden wir von
Nicolaus Poussin und Claude Lorrain schliesslich die
besseren näher angeben. Mühsam und wenig lohnend wäre
es hier, das Vorzüglichste aller niederländischen Gemälde aus-
führlich zu beschreiben, daher wir uns beschränken, nur die
ausgezeichnetsten des Bubens und Anton van Dyck einer nä-
hern Betrachtung zu unterziehen, und die interessantem Por-
traite des Antonio Moro anzugeben.

In seiner ganzen Grösse zeigt sich Rubens in dem
grossen Gemälde der Ehrnen Schlange, welche Moses
dem Volke Israels als Bettungsmittel zeigt. Wahrhaft bewun-
drungswürdig ist dabei der Kopf einer jungen Frau. Der Meister
hat ausnahmsweise dieses Bild auch mit seinem Namen be-
zeichnet. — Ein noch weit grösseres Werk von ihm ist die
Anbetung der Könige, welche an Adel der Gestalten und
Kraft des Colorits von keinen seiner andern Darstellungen dieses
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