Rodenberg, Julius  
Paris bei Sonnenschein und Lampenlicht: ein Skizzenbuch zur Weltausstellung — Leipzig, 1867 (2. Aufl.)

Seite: 307
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/rodenberg1867/0315
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
xm.

Die Dsmen der HLlle und ihre Gevnttern.

Von

WMiam ReymonL und Jnlins Rodenberg.

Awsi oder drei Stunden vor Tagesanbruch, während kaum
die in Schlummer versenkten Straßen (denn Paris schläft
nicht, wir haben es schon gesagt!) etwas stiller, etwas öder
geworden, erhebt sich auch schon in der Ferne wieder ein
unbestimmtes Geräusch, das stoßweise in unheimlichen Tönen
zwischen den hohen Häusern widerhallend flch vorwarts wälzt,
dem Mittelpunkte der Stadt zu. Der eine Tag ist todt —
es lebe der andere Tag! Man fängt an den Hufschlag der
Pferde zu unterscheiden, den heisern Ruf ihrer Führer, die
grelle Stimme der Frauen, die selbst die friedliche Stille der
Nacht nicht zum Schweigen bringen kann. Dieses Geräusch
wird allmählich zusammenhängender. Schwere Wagen folgen
einander immer zahlreicher und werden endlich ein unausge-
setztes Rollen, gleich dem des Donners in den Alpen.

Folgen wir den Spuren dieser Vorboten des Tags, so
gelangen wir in eine seltsame, grandiofe, wimmelnde Stadt
wie in Vulcan's Höhle.

20»
loading ...