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Thieme, Paul
Das Plusquamperfektum im Veda — Göttingen, 1929

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Cwlettung* Bas Problem*
Das Derbalsqstem bes RV. ist d)arafterisiert burd) Reichtum an
5ormen unb burd) Hnomalie. 3m £ause ber Sprad)entmidlung 311m
flassiscßen Sansfrit I)in roirb ber Reichtum ber 5ormen oereinsad)t, bie
Hnomalie ausgeglichen. J)anb in fjanb mit bieser Umgestaltung bes
Sqstems gef)t bas 3urüdtreten bes oerbalen Husbruds 3ugunsten bes
nominalen, unb 3toar in ber Eüeise, baß anstelle bes präbifats ein
Part^ip aus -ta (-na) ober überhaupt ein Nomen verbale tritt.
$d|on ber AV. 3eigt hier bem RV. gegenüber einen bebeutenben 5ort*
schritt1). Bei ber Betrachtung eines Kapitels ber oebischen2) Derballehre
üönnen bie 5ormen ber jüngern Sprache baßer nur mit Dorsicßt heran*
ge3ogen merben. 3m allgemeinen iUustrieren sie nur bie beiben oben
genannten lEenben3en.
Hud) bas Samhitä=Ktaterial ist in sid) nid)t immer einheitlich.
HDir haben d)ronoIogisd)e Unterscßiebe sd)on innerhalb bes RV.3) 3U
berüdsid)tigen. Die 3ur 3eit ber fjpmnenabsajsung gejpvodjene Sprache
roar sicßer moberner, als bie Sprache ber Ißqmnen selbst4); biese gesprocßene
Sprache roirb sid) geltenb gemacht ha&en. Besonbers ber AV. bürste
burd) sie beeinslußt sein.
Selbst bie älteste überlieserte Sprad)stuse sd)Iießlid) ist etroas „(Be*
toorbenes". Um sie 3U nersteßn, ist es bal)er häusig notmenbig, bie
ihr norausliegenbe in Betrad)t 3U 3iehn, bie man mit Jjilse ber ner*
gleid)enben (Brammati! ber anbern inbogermanisd)en Sprachen, menn
aud) in besd)rän!tem Rtaße, erscßließen fann.
(Eine Esauptscßroierigfeit steßt jeber grammattsd)en Bearbeitung ber
nebisdjen Sprache entgegen: Die Begrenßthett bes UTaterials. XDir
haben ja nid)t die Debiscße Sprache, sonbern nur ihre (Trümmer erhalten,
bie ost genug ber 3nterpretation spotten.
Da3u fommt, üerf)ängntsooll sür bie Derballeßre, ber merftoürbige
!) Dgl. Kenou, „La yaleur du parfait dans les hymnes Vödiques“ (Paris 1925)
S.96ss.
2) Unter „Veda“ jinö öie Mantra öes RV., SV., YY. unö AV. oerstanöen.
3) EDadernagel, (Brammati!I S. XIIIsf. 4) IDacfernagel I S. XVIIsf.
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CEIjieme, Das piusquamperseftum tm Deöa.
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