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Thieme, Paul  
Bhāṣya zu vārttika 5 zu Pāṇini 1.1.9 und seine einheimischen Erklärer: ein Beitrag zur Geschichte und Würdigung der indischen grammatischen Scholastik — Berlin, 1935

Seite: 172
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P. Thieme,

nebst ihren Reflexen in der einheimischen Literatur erläutern
möchte, da sie ein typisches Beispiel der Darstellungs- und Argu-
mentationsmethode der indischen Grammatiker liefert, als wie gering
immer sich ihr sachlichös Interesse heraussteilen mag. Sie zerfällt
in drei Teile:
I. Paraphrase (yäkyädhyähära) des värtt. und Beispiel (■udäharana).
II. Diskussion, ob für das värtt. eine ‘notwendigmachende Ver-
anlassung’ (prayojana) besteht.
Die Teilnehmer an der Diskussion nenne ich in der folgenden
Übersetzung ‘Defensor [des värtt.]’ und ‘Opponens [des värtt.]’,
den Verkünder der [Zweifel-]Besckwichtigung (samädhäna), ‘Äcärya’.
Der Äcärya gibt mit dem samädhäna eine vollständigere Erklärung
des värtt., als sie in I angedeutet ist.
III. Diskussion, ob sich bei der Annahme des samädhäna, d. h.
des konsequent interpretierten värtt., Fehler (dosa) ergeben.
Ich nenne den Verteidiger des samädhäna ‘Äcärya’, seinen
Opponenten, ‘Ekadesin’. Dem Ekadesin ist nur ein Teil der Wahr-
heit bekannt, und er befürchtet deshalb, daß Fehler resultieren,
wenn man das värtt. anwendet. Er wird schließlich mit einer
richtigen Antwort widerlegt, die er selbst auf eine Frage des
Äcärya erteilt* 1).
Übersetzung des Bhäsya zu värtt. 5 zu 1. 1. 9.
I. (Paraphrase und Beispiel.)
„Der Name ‘gleichlautig’ muß für r und l [ausdrücklich]2) ge-
lehrt werden.
hotr + IJcärah > hotfkärah.u

mitgenannt werden) dann muß ausdrücklich gelehrt werden, daß) für zwei auf-
einanderfolgende Konsonanten gültige Regeln [auch] für eine gleichgestaltige Kon-
sonantengruppe (z. B. tt, Ttk) [gültig sind]“.
1) Die Abtrennung von Rede und Gegenrede ergibt sich unzweideutig aus
dem Text und ist von der einheimischen Tradition bereits richtig durchgeführt.
Daß meine Benennung der Teilnehmer willkürlich ist, habe ich schon angedeutet:
Sie dient lediglich praktischen Zwecken.
2) Kaiyata: rlcärallcärayor iti stliänabhedän na präpnotUy ürambliali „Dies
värtt. muß speziell unternommen werden, da [für r und l der Name ‘gleich-
läufig’] sich nicht ergeben würde, insofern sie verschiedene Artikulationsstellen
haben“.
r und l haben die gleiche Artikulationsweise im Munde : vivrta.
Die Artikulationsstellen jedoch sind beziehentlich ‘Kopf[mitte]’ (mürdhan)
und ‘Zähne’.
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