Thieme, Paul [VerfasserIn]
Der Fremdling im Ṛgveda: eine Studie über die Bedeutung der Worte ari, arya, aryaman und ārya — Leipzig, 1938

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2. Kapitel
ari im RV.

6 Allein schon die bedeutende Rolle, die der ari in der
Gedankenwelt und Sprache der rigvedischen Dichter spielt,
wird es gerechtfertigt erscheinen lassen, wenn ich einmal mit
möglichster Ausführlichkeit1) und Vollständigkeit2) die Aus-
sagen durchmustere und ordne, die sich auf ihn beziehen.
Ich übersetze ari einmal mit „Fremder“, als einem Wort
ohne gefühlsmäßigen Beiwert; zum anderen mit „Fremdling“,
als einem gefühlsbetonten Wort im guten wie schlechten
Sinne.

A. Der Fremde
a) Der Fremde bei der Bewirtung im Hause
7 RV. 10. 28. 1: oben 4.
8 RV. 1. 9. 10 sutesute nyökase brhäd brhatd ed arih
indräya süsäm arcati
1) Nicht daß es meine Absicht, oder mein Vermögen, sein könnte,
mit gleicher Gründlichkeit auf jedes der Auslegungsprobleme ein-
zugehen, die eine Reihe der zu erörternden Verse bieten. Es liegt
mir lediglich daran, die einmal gefundene Bedeutung des Wortes
recht stark zu sichern und die wesentlichsten Anschauungen, die
mit dem Fremden verbunden sind, zu erfassen. Frühere Vorschläge
erwähne ich, wenn es mir methodisch nützlich scheint, sie zu analy-
sieren. Daß ich dem einen zu viel, dem anderen zu wenig diskutiert
und zitiert haben werde, ist wohl unvermeidlich.
2) Von der Erörterung einzelner Schwierigkeiten, die nicht durch
die Wortbedeutung von ari bedingt sind, sehe ich ab. Insbesondere
lasse ich RV. 10. 133. 3 ab, 9. 79. lcd, 1. 71. 3, 5. 33. 2d, 10. 27. 19c
beiseite.
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