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Thieme, Paul [VerfasserIn]  
Der Fremdling im Ṛgveda: eine Studie über die Bedeutung der Worte ari, arya, aryaman und ārya — Leipzig, 1938

Seite: 133
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C. H. Günterts Aryaman-Bild. § 129
€. H. GÜNTERTS Aryaman-Bild
129 In einigen Brähmana wird Aryaman mit der Sonne
identifiziert (TS. 2. 3. 4. 1, 2), sein Pfad mit dem devayänah
panthä (TMB. 25. 12. 3), als welcher später bekanntlich der
Weg der Sonne nach dem nördlichen Wendepunkt gilt.
Den Schlüssen, die man von hier aus auf die ursprüngliche
Natur des Gottes Aryaman hat ziehen wollen (Hillebrandt,
a. o. 0. S. 79ff\, Oldenberg, Religion des Veda S. 190
Anm. 1), hat H. Güntert, Der arische Weltkönig und Heiland
S. 183, mit Recht entgegengehalten, daß „spätere Priester-
phantasien für den RV. nichts beweisen“, und auch einen
Fingerzeig gegeben, wie man zur mystischen Identifikation
von Aryaman mit der Sonne kam: „als Äditya, wie Mitra,
wurde natürlich auch Aryaman in der Sonne wiedererkannt“.
Vgl. auch RV. 1. 136. 2d, wo die Sonne genannt wird:
dyuksdm miträsya sadanam aryamno värunasya ca „der
himmlische Sitz des Mitra, des Aryaman und des Varuna“.
Die Deutung aryamnah panthäh = devayänah panthäh be-
ruht sicherlich auf MS. 4. 12. 4 (190. 9f.), K. 10. 13 (142. 5f.),
TS. 2. 3. 14u (oben 106).
Auch der von Hillebrandt (a. a. 0. S. 82) beobachtete,
aber von ihm irrig mit der Lichtnatur des Gottes begründete,
Zusammenhang von Aryaman und Agni, der übrigens keines-
wegs besonders stark hervortritt, ist von Güntert zweifellos
richtig beurteilt worden. Beide sind sie eben „Schutzgötter
der Familie“ (a. a. 0. S. 182) — ich würde sagen: des Haus-
standes. Als sätpatir „Herr des Hauses“ ist Agni gleich
Aryaman in RV. 2. 1. 4 c (oben 103).
Denn V. 7. 44 ist, so wie es dasteht, unverständlich. Ich möchte
vielmehr annehmen, daß die Stelle nachträglich unter dem Einfluß
von Yt. 3. 6 verderbt worden ist, indem man mechanisch Ausdrücke,
die man diesem entnahm, hinzugefügt hat. Ich gebe die Lesung,
indem ich, was ich für solche späteren Hinzufügungen halte, in
Klammern setze: yat pouru baesaza hanjasänte . . . tdm iftra han-
jasänte {yat) mq'hrdm spdntdm baesazdm aeso zl asti baesazanqm
baesazyötdmö (yat mefördm spdntdm baesazyö yö nars azaonö haca
uru’&wq.n baesazyat). „Wenn viele Heilungen Zusammenkommen . . .
dann kommen sie zu dieser hier zusammen, der heiligen Formel
als Heilung. Denn diese ist die heilendste unter den Heilungen“.
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