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Thieme, Paul [VerfasserIn]
Der Fremdling im Ṛgveda: eine Studie über die Bedeutung der Worte ari, arya, aryaman und ārya — Leipzig, 1938

Seite: 149
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6. Kapitel
Zusammenfassendes und Nachträgliches über ari
A. Die Figur des Fremdlings im RV.
142 Von den Interpretationen des 2. Kapitels wird nicht
jede einzelne überzeugen. Den Grad der erreichten Wahr-
scheinlichkeit bei der Deutung mehrerer Verse und Kon-
struktionen wird man nie völlig einhellig abschätzen. Daß
ich wirkliche Mißverständnisse mir habe zuschulden kommen
lassen, muß ich fürchten. Daß es anderen gelingen wird, sie
fortzuräumen und noch manche Dunkelheit aufzuklären,
darf ich hoffen. Dies um so zuversichtlicher, als die Haupt-
schwierigkeit als erledigt gelten darf. Niemand wird es ernst-
lich unternehmen, die komplizierten, proteusartigen Be-
deutungen, mit denen die Vedaexegese unser ari bedacht
hat, gegenüber dem einfachen „Fremder, Fremdling“ zu
verteidigen.
Eine Wortdeutung ist dann zweifelsfrei richtig, wenn sie
auf einen Begriff führt, der an allen einigermaßen deutlichen
Stellen, an denen das Wort belegt ist, eingesetzt werden
kann. Wohl war es des öfteren nötig, den Übersetzungen
einen deutenden Kommentar zuzufügen. Aber es galt nicht,
mit kunstvollen Konstruktionen,.mit überfeiner Motivierung,
mit geistreicher Dialektik die Bedeutung als gerade noch
möglich zu erweisen. Vielmehr handelte es sich darum, Vor-
stellungen und Auffassungen wachzurufen, die uns nicht
mehr unmittelbar lebendig sind, die wir aber in einfachen
kulturellen Verhältnissen fast selbstverständlich voraus-
setzen dürfen. Wir hatten uns in ein Land zu versetzen, in
dem es keine schnellen Verkehrsmittel, keine Gaststätten und
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