Vitruvius  ; Rode, August [Übers.]
Des Marcus Vitruvius Pollio Baukunst (Band 2) — Leipzig, 1796 [Cicognara Nr. 738B]

Seite: 30
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M. V I T IV ü V I U S P. BAUKUNST.

inen, und dann die Hofe, welche rings umher mit As Seriellen ver-
sehene Säulengänge haben, aus welchen man auf Kampfplätze —pa,*
liicstra — und Alleen sieht. *)

z) Siehe am Ende dieses Buchs aU Bcylagcn 1 und 2 die Beschreibungen de»
iu6 zweyer schier Landhäuser, und Beylage 3 des M. Varro Besehreibung sei-
nes Landgutes und Vogelhauses bey Casiuum. Da sie die einzigen Denkmäler die-
ser Art sind, welche uns aus dem Altcit.humc übrig geblieben, und woraus wir um
von den Villen der Alten einen Bogriff machen können, so glaube ich, gehören sie
als eine schickliche Erläuterung hieher.

Im Jahre 1775 grub man zu Pompeji an der Stelle, wo eine liindliche Villa stand,
anfser der Stadt Nach der Gartenseite zu gieng an dem Gebäude hin ein bedecktet
Säulengang, oben darauf eine Terrasse, durch die man in die Zimmer im obern Stock-
werk kam- An der Hinterseite der Villa stand die Wohnung des Verwalters, mit einem
eigenen Eingange; liier fand man viel Wirthscbaftsgerathe. Von der ganzen Villa
hat der König den Ril's aufnehmen lassen, und dieser steht in der Folge des Werks
vom Herkulanum noch zu erwarten. Siehe Sir W. Hamiltons Aufsatz von den
neuesten Entdeckungen zu Pompeji im vierten Bande der Archacologia
or miscellaneous Tracts rclatirtg to autiquily, publhhcd by Ute Society of antiqua-
r'mns of Loudom.

„Nahe an dein Öffentlichen Platze der Stadt Herculanum lag eine Villa oder
ein Landhaus nebst zugehörigem Garten, welche sich bis an das Meer erstreckte.
Überhaupt ist zu merken, data das Gebäude dieser sowohl als anderer Villen an diesem
und andern benachbarten Orten, nebst andern Wohnungen, nur von einem einzigen
Gestocke gewesen. Diese Villa schlofs einen grofsen Teich ein, welcher 25a Neapel*
sehe Palmen lang und £7 breit war, und an beyden Enden war derselbe in einen hal-
ben Zirkel gezogen. Rund umher waren, was wir Gartenstücke nennen, und dieser
ganze Platz war mit Säulen von Ziegeln, mit Gips übertragen, beseut, deren 22 an
einer und an der längsten Seite standen, und 10 in der Breite. Oben aus diesen Säu-
len gtengen Balken bis in die Mauer, die um den Garten gesogen war, und dieses
machte tino Laube um den Teich. Unter derselben waren Abtheilungen zum Waschen
oder Baden, einige halb rund und andere eckicht, wechsclsweise. Zwischen den Säu-
len Wanden Brustbilder, und wechsclsweise mit denselben weibliche Figuren von Erz.
Um die Mauer des Gartens umher von attfätn war ein schmaler Wasserkanal geleitet.
Aus dem Garten führte ein langer Gang zu einer offenen runden Loggia, oder Som-
mu»iue am Maare, wolche 25 Palmen vom Ufer erhöhet war, und von dem langen
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