Winkelmann, Eduard [Hrsg.]
Urkundenbuch der Universitaet Heidelberg (Band 2): Regesten — Heidelberg, 1886

Seite: 146
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LUDWIG VI. IOHANN KASIMIR.

10 fl. vergütet werden. — Die ungewöhnliche ausgäbe von 159 fl. für «klagkleider»
wolle er diesmal noch hingehen lassen; künftig solle das geld dafür unnachsichtlich
von den einzelnen eingezogen werden. — Mit den gastereien zu ehren fremder
Professoren und durchreisender gelehrter solle mass gehalten, auch «die zerung mit
beschreibung der personen, so dabei gewesen, unterschiedlich verzeichnet werden».
— Wenn sich einer der collegiati principis weigert, die druckkosten seiner thesen,
die er allerdings auch selbst abschreiben könne, zu bezahlen, sind sie von seinem
Stipendium abzuziehen u. s. w. Ann. XII, 83v. 1257

Sept. 1. Konrad, graf zu Solms und herr zu Münzenberg, kündigt aus Braun-
fels auf ende des iahres die von seinem vater für befähigte Studenten aus seinem
gebiete gestifteten Stipendien, wegen des dissoluten lebens der Stipendiaten — ein
solcher habe sich kürzlich in Heid. ohne der eitern und der freunde rath ehelich
verlobt —, wegen der Unmöglichkeit, von hause über sie aufsieht zu üben, und
wegen der kosten der weiten reise nach Heid., während Marburg in einem halben
tage zu erreichen sei. Ann. XII, 103. — Vgl. nov. 11. 1258

OCt. 4. Univ. berichtet dem kurf., es sei ihr beiliegendes gedrucktes epita-
phium aus Rostock zugegangen, worin behauptet werde, dass der vor einem iahr
hier an der pest gestorbene loh. Eanzovius, ein iunger mann von adel aus der
familie der herzöge von Holstein, in seiner krankheit weder ärzte noch Chirurgen
noch einen khchendiener bei sich gehabt habe und endlich bei nacht ohne iegliche
Zeremonie bestattet worden sei. Da nun der dichter hierin die Unwahrheit gesagt,
aber «die univ. gantz schmelich zu diifamiren und gleichsam, als ob man hie also
wild und tirannisch und ab omni pietate et humanitate alieni were, das man sich
der armen iugen-th in solchem fal nit anneme, sonder dieselbig alß das liebe vihe
dohin sterben und verderben lasse, auszuschreien understanden», so wird der kurf.
um sein einsehreiten gebeten. Ann. XII, 90v. — Die kurf. räthe meinten, es sei
das beste, dass die univ., nöthigenfalls durch einen eigenen boten, die Rostocker
univ. ersuche, dagegen eine öffentliche erklärung anschlagen zu lassen. 1259

OCt. 12. Kurf. Ludwig VI. stirbt. Vgl. Ann. XII, 95. Acta fac. art. IV, 120.

1260

Iohann Kasimir

als administrator für Friedrich IV.
OCt. 22. Rektor erhält vom hofe Weisungen, «wie er sich vor und bei churf.
begrebde, welche mittwochs den 23. oct. beschehen soll, zu verrichten». Ann.
XII, 95v. 1261

OCt. 26. Rektor beglückwünscht deD herzog Iohann Kasimir zum antritte
seiner Vormundschaft, entschuldigt die univ., dass die sonst übliche Verehrung heute
noch nicht überreicht werden könne, und bittet um bestätigung ihrer privilegien.
Ann. XII, 98. 1262

HOT. 11. Univ. bestreitet gegenüber dem grafen Konrad zu Solms [vgl. sept. 7.J
dass es den Stipendiaten an aufsieht fehle, üebrigens seien die Stipendien so ge-
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