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Kekulé von Stradonitz, Reinhard   [Hrsg.]; Winter, Franz   [Bearb.]
Die antiken Terrakotten (Band III): Die Typen der figürlichen Terrakotten — Berlin u.a., 1903

Seite: XL
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NORDKÜSTE DES PONTOS EUXEINOS.

OLBIA.

Comptc rendu p. iS7< S. Wll: Durch zufällige
Kunde und einzelne Nachforschungen sind seit dem
Bnde des Will. Jahrhunderts zahlreiche Denkmäler von
Olbia, namentlich Inschriften und Münzen, bekannt ge-
worden. Neue Untersuchungen sind 1873 angestellt
wurden und haben in der Umgebung der Stadt, wo be.

on Ouvaroff 1*^1 Grabungen vorgenommen waren
[vgl.Typcakat IS 156,3«!, 107,7. U S, 57,9) *ur Auf-
findung von schon früher ausgeplünderten, spaten Stein-
erobern und Kammergrilbern um geringem Inhalt ge-
führt. Aus dem Schutte der Gräber wurden Vasen-
scherben, Lampen, auch ein schöner weiblicher Terra,
kottakopf hervorgezogen. Desgleichen sind Grabungen
im nördlichen'! eil des Stadtgebietes selbst vorgenommen,
unter den hier gefundenen Kleinigkeiten verschiedenster
Ait werden zwei Thonfiguren, eine sitzende Frau und
eine Schildkröte, genannt.

Von den im Typenkatalog zusammengebrachten
Stucken ist d.is vermutlich dem \. Jahrhundert ent-
stammende Fragment I S. 156, jd das älteste, ihm schliesst
sich die StatuettenYasc II S. 224,3b an. die dei nament
lieh in Taman in /ahlreichen Exemplaren vertretenen
Gattung attischer Gefässftguren des \ IV. lahrhunderts
angehört. Hie übrigen Figuren I S. 173.1,i.e. 207,; II
S, jj.-A. 37. (i. 57,9. 71.<■- [75,5Anm. 221,a sind Samt
lieh jüngere Stücke aus frühestens hellenistischer,' z.T.
vermutlich römischer Zeit.

CHERSONESOS.

Aul dem Gebiete der alten Stadt, etwas westlich
des heutigen Sewastopol (vgl. Vrch. Anzeiger Ml 1897
S. 3), haben 1 sss unternommene Ausgrabungen nach
Comptc rendu pour ins* S. CCXVI zu der Auffindung
(.■nies Töpferofens und zahlreicher Thonformen für Sta-
tuetten, Reliefs und Gcfösse geführt. Unter den Formen,
die ihrem Stil nach dem III.- 11. Jahrhundert vor Chr.
angehören sollen, werden u. a. genannt: kleine Köpfe
des Apolloo, .Kr Aphrodite, Uhena, Silcnköpfe in fünf
verschiedenen Typen, eine Maske des bärtigen Dionysos
in archaischem Stil, ein Eros, mehrere Ephebenfiguren,

weibliche Statuetten von gewöhnlichem Typus, .
lesquelles on distingue comme particulierement 1
la ligure comique d'une femtne dansantc rappelant les
grotesques de Kertsch."

Die zu 11 S. j 1*'.. Jb. 332, 1. 365 1>, 403,7 gemachte
Fundangabe wird sich nicht auf die Stadt Chersonesos.
sondern in weiterem Sinne auf die taurische Halbinsel
überhaupt beziehen.

THEODOSIA.

Aiis dem Distrikt der milesi sehen Kolonie Theo
dosia südwestlich von Kertsch. zumeist ans d<:n 1 |rä-
bern bei dein Gute Elteghen, rühren folgende Terrakotten
her: I S. 143, 4. 169, ; d. 224, 11. 236, 8c.
II S. 3,4. 1;;. ■.. iofi, ■ v-:-. 1 14, ;. ig i- ■■■■ b. 203, 5.

. - 194,3- H7,ac- Von diesen scheint d
tome I .'■;" 3c der altertümlichen ionischen Gattung
anzugehören, wahrend die hu Typus verwandte Protome
II 243,51 eine Arbeit des V. Jahrhunderts1) ist. wie
die mit ihr m em und demselben Grabe gefundenen, ver
mutlich attischen Figuren l (693a. 224,11. II io'
194,90 b beweisen. ZU denen aus dem Inhalt des Grabes
Comptc rendu p. 187(1 S, XXII noch wenige bemalte und
schwarz, sjetirnisste Vasen erwähnt werden. I lem V. I\ •

Jahrh. gehören auch die übrigen9) oben verzeichneten
Terrakotten an, bis auf die jüngere Aphrod
II iio. "c. Ausser diesen Stücken sind <.. r. p. is7-
S. WYI vier ^.phroditefiguren als angeblich am Fusse
des Hügels von Opuk gefunden und C. r, p. ivs"
S. XV eme sitzende weibliche Figur aus einem Grabe
bei Elteghen genannt.

■ Zwei grössere in Elteghen gefundene Gräber desV.Jahr-
hunderts mit rahlreichen Sirlmnuksiichen. Jas eine auch mit einem
■ phng und einer »(tischen v.>;::.. .;.■■. \ ■ >md '■ '*■
. ill 5 (T, und IV 1 ■; sferöflenllicht.



') Über hellenistische Vn

s Olbia s. DrngendorlT, Terra

■ Auch die ränzerin ll S. um wird dem IV. und nicht,
wie Stephan! C R p. 1879 S. 119 meint, -lem lll. Jahrhundert
angehören, worauf auch das „besonders grosse Brennloch" der
nicht ausgeführten Rückseite schliessen lltsst. Stephani fdhrt
PJr seine Datierung die „übrigen in demselben Grabe gefundenen
Gegenstände" an, mit Verweisung auf <.. R. p. 1878 S. I^L
Don sind ausser der rerntkottc ein Flaschcben von etru
Form, ein kleiner Löwenkopf von einem Halsband und ewei
Haken .ms Kupier ,ik aus Ewei Grltbern herrührend ohne ge-
nauere Beschreibung verzeichnet.
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