Ahrens, Beatrix [Hrsg.]; Seiter, Josef [Hrsg.]
Pfarrkirche St. Blasius, Wyhl am Kaiserstuhl — Wyhl, [2008]

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Abb. 18: Prälatensaal des Pfarrhauses, barocke Stuckierung

III. Barocker Bau von 1765

1. Auftraggeber und Konzeptor

Auftraggeber und erster Konzeptor für den barocken Neubau war der in St. Margen regierende Abt Petrus
GLUNK. Das Kloster St. Margen trug etwa ein Drittel der Baukosten, der Rest fiel auf die Gemeinde Wyhl.
Glunk hatte die Grundsteinlegung des Baus im Jahr 1 760 noch vorgenommen, verstarb allerdings drei Jahre
später. Pfarrer Josef KURZ war es dann, der die Bemalung der Kirche anordnete. Da Kurz im Jahr I 797 in St.
Margen zum Abt gewählt wurde, kann angenommen werden, dass dieser sehr gebildet war und in regem
Austausch mit weiteren humanistisch und theologisch gebildeten Ideengebern stand.

2. Architekt

Der Freiburger Baumeister Johann Baptist HERING wurde I 759 mit dem Neubau von St. Blasius in Wyhl
beauftragt. Die Quittung einer Rechnung aus dem Jahr 1761 belegt dessen Baumaßnahmen. 1716 in
Immendingen geboren, seit I 739 in Freiburg zünftig, wurde Hering I 766 Freiburger Stadtbaumeister. Hering
war bereits durch zahlreiche Arbeiten für die Stadt Freiburg, die dortige Universität und für Privat-
auftraggeber aufgefallen. An Kirchenbauten hatte er I 747 den Turm des Klosters St. Margen und I 753 die
Pfarrkirche Freiburg-Wiehre ( sog. 'Annakirchle') geschaffen. Das Pfarrhaus in Endingen plante er in etwa
zeitgleich mit dem Kirchenbau in Wyhl. I 772 konnte sich Hering gegen seine Konkurrenten durchsetzten
und erlangte außerdem den Auftrag, die Endinger St. Peter-Kirche umzubauen. Zuvor hatte er in Jechtingen
die Cosmas und Damian Kirche gebaut, die ebenfalls im August 1765 eingeweiht wurde. Hering starb im Jahr
I 790 in Freiburg.

3. Bauherr

Josephus HUG (I 759-1 772) war der Bauherr der barocken Kirche. Seine Unterschrift befindet sich auf einer
im Pfarrarchiv wieder entdeckten Quittung an den Architekten Heringaus dem Jahr 1761 (Quelle B). Hugwar
zunächst Pfarrvikar, dann Pfarrherr in Wyhl.

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