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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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Glossar zur spätmittelalterlichen Buchmalerei und Buchherstellung M - O

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M

Manuskript
s. Codex
Mennige
MennigeMennige ist in der Antike unter dem Namen 'Sandaraca' bekannt. Es handelt sich um ein rotes Bleioxid (Pb3O4), das durch Erhitzen von Bleiweiß synthetisch hergestellt wird. Mennige ist empfindlich gegen Säuren (reagiert durch Auflösung) und unverträglich mit schwefelhaltigen Verbindungen (Verschwärzung); unter längerem Lichteinfluß neigt es zum Verbräunen. Mennige findet sich sehr häufig in der Buchmalerei, u.a. für die roten Initialen, und in Fassungen und Untermalungen für Zinnober bei romanischen und frühgotischen Skulpturen. Zudem wird es aufgrund seiner sikkativen Wirkung gerne zur Beschleunigung der Öltrocknung verwendet, z.B. im Firnis.
Miniatur
Von lateinisch minium - der Bezeichnung für "Mennigrot". Bezeichnete ursprünglich nur die roten Verzierungen innerhalb einer Handschrift. Allmählich wurde die Bedeutung des Begriffes jedoch ausgeweitet und für alle selbständigen Illustrationen der mittelalterlichen Handschriften verwendet. Die figürlichen Darstellung sind dabei unabhängig von Initialen und anderen Gestaltungselementen. Häufig ist der Begriff Miniatur auch an die Verwendung von Deckfarben gebunden.

N

O

Ocker (Gelber O., Roter O., Brauner O.)
Bei Ocker handelt es sich um sogenannte 'Erdfarben', also Gemische aus Eisenoxiden, Tonmineralien, Quarz und Kalk. In der Malerei kommt es als Farbpigment in diversen Sorten und Tönungen zur Verwendung. Der natürliche 'gelbe Ocker' wird meist nach seiner Herkunft unterschieden (Frankreich, Italien [Siena], Zypern, Böhmen usw.). Die Farbbezeichnung 'Ocker' meint primär minder farbsatte Gelbtöne im Unterschied zu dem rötlicheren 'Siena' und dem grünlicheren 'Umbra'. Ocker gehören zu den ältesten Farbmitteln, die sich schon in Höhlenmalereien der Vorgeschichte finden.
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Literatur

  • Schneider, Karin: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung (Sammlung kurzer Grammatiken Germanischer Dialekte, B. Ergänzungsreihe Nr. 8), Tübingen 1999
  • Jakobi-Mirwald, Christine: Buchmalerei. Ihre Terminologie in der Kunstgeschichte, 3., überarb. u. erw. Aufl. Berlin, 2008.

© Ulrike Spyra, Jens Dannehl, Maria Effinger, Universitätsbibliothek Heidelberg, 09/2008