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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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Glossar zur spätmittelalterlichen Buchmalerei und Buchherstellung V - Z

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

V

Verso
s. Foliierung

W

Wasserzeichen
s. Papier

X

Y

Z

Zeilenfüllung
Ausfüllen einer nicht bis an das Ende des Schriftspiegels geschriebenen Zeile mit ornamentalen Motiven, um einen optisch ausgefüllten Schriftspiegel ähnlich dem heutigen Blocksatz zu erhalten. Die Ornamentik kann von einfachen Zeichen bis zu aufwendig gestalteten Ornamentleisten mit Vergoldung oder szenischen Malereien und Drôlerien reichen.
Zinnober
ZinnoberIn der Antike wurde das rote Quecksilbersulfid (HgS) in Quecksilberminen natürlich gewonnen. Die künstliche Herstellung erfolgt seit dem Mittelalter durch Brennen von Schwefel und Quecksilber. 
Zinnober kommt in den historischen Quellen auch unter den Namen Cinnabar, Mercurblende, Minium, Vermilton oder Rotes Schwefelquecksilber vor. Besonders in der Antike ist es unter dem Namen 'Minium' bekannt (Vitruv, Plinius), daher darf man diese Beschreibung in antiken Texten nicht mit dem heutigen 'Mennige' verwechseln. Zinnober kann unter Lichteinfluß verschwärzen, ist ansonsten chemisch aber sehr stabil; daher war es ein gern verwendetes Pigment in der  Wand-, Tafel- und Buchmalerei.
Zyklische Illustration = Kontinuierende Erzählweise
meint, daß eine Geschichte – ähnlich den heutigen Comics – in einer Serie aufeinander folgender Bilder dargestellt wird, die sich durch ikonographische Übereinstimmungen und den gemeinsamen Bezug auf eine Textstelle zusammenfassen lassen. (Bsp. Deutsche Bibel des Ludwig Henfflin, Cpg 16-18). Die Bilder können, müssen aber nicht, als durchlaufender Fries oder nach einem festgelegten Schema angeordnet sein.
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Literatur

  • Schneider, Karin: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung (Sammlung kurzer Grammatiken Germanischer Dialekte, B. Ergänzungsreihe Nr. 8), Tübingen 1999
  • Jakobi-Mirwald, Christine: Buchmalerei. Ihre Terminologie in der Kunstgeschichte, 3., überarb. u. erw. Aufl. Berlin, 2008.

© Ulrike Spyra, Jens Dannehl, Maria Effinger, Universitätsbibliothek Heidelberg, 09/2008