Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 99

Sophocles, Tragödien / Pindarus, Olympische Oden

Papier · 3, 152, 3 Bll. · 20 × 13 cm · Kreta (?) · 2. Hälfte 15. Jh.


Schlagwörter (GND)
Tragödie / Dichtung.
Diktyon-Nr.
65832.
1ar–IIv vacant
1) 1r–29r Sophocles, Aiax
2) 29r–60r Sophocles, Electra
3) 60r–92r Sophocles, Oedipus rex
4) 92r–119v Sophocles, Antigone
5) 120r–152v Pindarus, Odae Olympicae

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Kreta (?).
Entstehungszeit
2. Hälfte 15. Jh. Die Datierung erfolgt über den Kopisten.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Westliches Papier.
Umfang
3, 152, 3 Bll.
Format (Blattgröße)
20 × 13 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1a + 2ΙΙ + 19 IV152 + 2B + (I-1)C. Vorderspiegel ist Gegenbl. von 1a, Hinterspiegel Gegenbl. von C.
Foliierung
Vatikanische Foliierung (I–II, 1–152, A–C). Die Zählung des ungezählten Bls. folgt dem Digitalisat (1a).
Lagenzählung
Griechische Zahlen am unteren Rand der ersten Rectoseite.
Zustand
Am Beginn der Handschrift wurden Blätter nach der erfolgten Foliierung verbunden (Bl. 1–2, 6, 4–5, 3, 7ff.). Die Foliierung entspricht dem ursprünglichen Textverlauf, nicht der Reihenfolge nach der letzten Bindung. Bis auf einige Stockflecken ist die Hs. gut erhalten. Eine Restaurierung fand am 25.8.2009 statt (vgl. Aufkleber auf dem Hinterspiegel).
Wasserzeichen
Aufgrund der Größe der Hs. wurden die Wasserzeichen nicht digitalisiert.

Schriftraum
15 × 8 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
24–26 Zeilen.
Schriftart
Individuelle, routinierte Schrift der Entstehungszeit, mit Unterlängen bei Lambda und Chi sowie Oberlängen bei Alpha u.a.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Thomas Vitzimanos (RGK I, Nr. 141 = RGK II, Nr. 187 = RGK III, Nr. 236). Ehemals identifiziert von Thuryn, S. 66: Georgius Gregoropoulos (RGK I, Nr. 58 = RGK II, Nr. 78 = RGK III, Nr. 98), dessen Schrift ähnlich aussieht.
Buchgestaltung
Die Tragödien erscheinen komplett ohne Argumenta oder Scholien, auch dramatis personae werden nicht gesondert aufgeführt.
Buchschmuck
Rubrizierte Zierleisten und Initialen.

Nachträge und Benutzungsspuren
Stempel der BAV auf 1r und 152v. Auf Ir ist ein Provenienzvermerk Hen., die Signatur 99 in doppelter Ausführung, eine Inhaltsangabe Sophoclis Tragoediae quatuor olipiades sowie, von anderer Hand, eine Nennung der enthaltenen Werke auf Griechisch. Iv trägt eine Signatur der Fuggerbibliothek: p. 131 F. | No. 26. - Bv: Schreibübungen o.ä. in lateinischer, griechischer und niederländischer sowie französischer (oder okzitanischer?) Sprache: ἀνδρὸς κακῶς πράσσοντος ἐκποδὼν φίλοι (Fragment aus Euripides, Philoctet, TLG 0006.033, Z. 799a). Auf dem Hinterspiegel ist ein Aufkleber von der letzten Restaurierung.

Einband
Roter Ledereinband der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI.; späterer Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Angelo Mai (unten), vgl. Schunke, Einbände, Bd. 2, S. 909.
Provenienz
Padua (?) / Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Die Hs. ist möglicherweise ein Apograph von BAV, Vat. gr. 1333 (Sigle Zc) und damit vielleicht auf Kreta entstanden (vgl. Turyn, S. 66). Sie war später im Besitz von Henri Estienne (vgl. den Provenienzvermerk Hen auf Ir), der Bücher in Oberitalien gesammelt hat. Viele dieser Bücher befanden sich vorher in Padua. Der Buchkauf erfolgte im Auftrag von Ulrich Fugger, in dessen Bibliothek die hen-Bände ab 1555 nachgewiesen sind. Ulrich Fuggers Bibliothek kam 1567 nach Heidelberg, wo sie 1584 in den Bestand der Bibliotheca Palatina integriert wurde. Diese wurde 1623 von Leone Allacci nach Rom gebracht, wo sie sich überwiegend noch heute befindet.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_99
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 49; Irigoin 1952, S. 204 und 440; Stefec 2014, S. 185; Alexander Turyn, Studies in the manuscript tradition of the tragedies of Sophocles, Urbana 1952, S. 66.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt abgekürzt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–29r Digitalisat

Verfasser
Sophocles (GND-Nr.: 118615688).
Titel
Aiax.
TLG-Nummer
0011.011.
Angaben zum Text
Das Doppelbl., das f. 3 und 6 erhält, wurde falsch eingeheftet, so dass die Reihenfolge in der Hs. nicht mehr stimmt.
Incipit
1r Ἀεὶ μὲν ὦ παῖ λαρτίου.
Explicit
29r τῶν μελλόντων· ὅτι πράξει.
Edition
Sophoclis Fabulae vol. I, Aiax, Electra, edidit commentario instruxit Aristides Colonna, Turin 1975, S. 15–70 (Hs. nicht herangezogen).

2) 29r–60r Digitalisat

Verfasser
Sophocles (GND-Nr.: 118615688).
Titel
Electra.
TLG-Nummer
0011.012.
Titel (Vorlage)
29r σοφοκλέους ἠλέκτρα.
Incipit
29r Ὦ τοῦ στρατηγήσαντος.
Explicit
60r τῆ νῦν ὁρμῆ τελεωθὲν.
Edition
Sophoclis Fabulae vol. I, Aiax, Electra, edidit commentario instruxit Aristides Colonna, Turin 1975, S. 75–134 (Hs. nicht herangezogen).

3) 60r–92r Digitalisat

Verfasser
Sophocles (GND-Nr.: 118615688).
Titel
Oedipus rex.
TLG-Nummer
0011.013.
Titel (Vorlage)
60r Oedipus tyrannus (in margine ergänzt).
Incipit
60r Ὤ τέκνα κάδμου πάλαι νέα τροφὴ.
Explicit
92r τέρμα τοῦ βίου περάση μηδὲν ἀλγεινὸν παθῶν.
Edition
Sophoclis Fabulae vol. II, Oedipus Tyrannus, Antigona, Trachiniae, edidit commentario instruxit Aristides Colonna, Turin 1978, S. 7–68.

4) 92r–119v Digitalisat

Verfasser
Sophocles (GND-Nr.: 118615688).
Titel
Antigone.
TLG-Nummer
0011.014.
Titel (Vorlage)
92r ΣΟΦΟΚΛέΟΥΣ ἈΝΤΙΓόΝΗ.
Incipit
92r Ὦ κοινὸν αὐτάδελφον ἰρμήνης κάρα.
Explicit
119v γήρα τὸ φρονεῖν ἐδίδαξαν.
Edition
Sophoclis Fabulae vol. II, Oedipus Tyrannus, Antigona, Trachiniae, edidit commentario instruxit Aristides Colonna, Turin 1978, S. 75–131.

5) 120r–152v Digitalisat

Verfasser
Pindarus (GND-Nr.: 118594427).
Titel
Odae Olympicae.
TLG-Nummer
0033.001.
Angaben zum Text
f. 120r–123v Ode I; f. 124r–127v Ode II; f. 127v–129r Ode III; f. 129v–130r Ode IV; f. 130r–131v Ode V; f. 131v–135r Ode VI; f. 135r–139r Ode VII; f. 139r–141v Ode VIII; f. 141v–145r Ode IX; f. 145r–147v Ode X; f. 147v–148r Ode XI; f. 148r–151v Oden ΧΙΙ und XIII: auf 148v (in Zeile 3) Sprung von XII,9 zu XIII,16; f. 151v–152v Ode XIV. Bei Irigoin 1952 hat die Hs. die Sigle Ψ. Er ordnet sie der Ausgabe von Thomas Magister zu.
Incipit
120r Ἄριστον μὲν ὕδωρ· ὁ δὲ χρυσὸς.
Explicit
152v ἐστεγάνωσε κυδίμων ἀέθλων πτεροῖσο χαίταν.
Edition
Herwig Maehler (nach Bruno Snell), Pindari carmina cum fragmentis, pt. 1, Leipzig 51971, S. 2–58 (Hs. nicht herangezogen).


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Universitätsbibliothek Heidelberg, 2021.


Zitierempfehlung:


Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 99. Beschreibung von: Vinzenz Gottlieb (Universitätsbibliothek Heidelberg), 2020.


Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.

Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.