Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 14

Flavius Josephus, Opera

Pergament · 2, 374, 1 Bll. · 30,0 × 21,7 cm · Konstantinopel · ca. 870–890


Schlagwörter (GND)
Antike / Judentum / Flavius Josephus / Antiquitates Iudaicae.
Diktyon-Nr.
65747.
1ar–v vacat
2ar Schenkungsexlibris
2av vacat
1) 1r–331v Flavius Josephus, Antiquitatum Iudaicarum pars altera
2) 332r–375v Anonymus, Vita Flavii Iosephi maximam partem

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Konstantinopel. Siehe Geschichte der Handschrift.
Entstehungszeit
ca. 870–890 . Aufgrund der Schrift, siehe dort.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Pergament.
Umfang
2, 374, 1 Bll.
Format (Blattgröße)
30,0 × 21,7 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1a + 12a + III6 + 2 IV22 + 2 III34 + 3 IV58 + (IV-1)65 + IV73 + III79 + 2 (IV-1)93 + V103 + III109 + 8 IV174 + (ΙΙΙ+1)181 + IV189 + (II+1)194 + IV202 + 3 IV226 + III232 + (IV+1)241 + IV249 + (IV-1)256 + IV264 + (III+1)271 + IV279 + (III+1)286 + (IV-1)293 + 4 IV325 + III331 + 3 IV355 + IV370, 356–361, 371 + 1361a+ IV362–369 + II372–375 + (I-1)376* Jeweils ein Blatt ist ausgefallen nach f. 22, 28 und 227. Die Blattfolge der beiden letzten vollständigen Lagen war gestört, wurde aber wiederhergestellt (s.o.). Die letzte Lage ist nur fragmentiert erhalten. Daher bricht der Text heute ab. Vorderspiegel ist Gegenbl. von 1a, Hinterspiegel Gegenbl. von 376*.
Foliierung
Vatikanische Foliierung mit Bleistift (1–135, 137–355, 370, 356–361, 371, 362–369, 372–375) im Kopfsteg rechts. Die Ziffer 136 wurde ausgelassen. Ab f. 356 war die ursprünglich Blattfolge der bereits durchgezählten Handschrift gestört und wurde im Zuge der von Angelo Mai veranlassten Nachbindung wie oben dargestellt korrigiert. Die Bezeichnung der ungez. Bll. folgt dem Digitalisat (1a, 2a, 361a, 376*).
Lagenzählung
Aufgrund der eher häufigen Bindebeschnitts seit Entstehung der Handschrift ist die ursprüngliche Lagenzählung, sollte sie in der Tat vorhanden gewesen sein, verloren. Es finden sich nur noch Reste einer der neuzeitlichen Zählungen, bestehend aus lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern, die in der hier vorliegenden Form wohl mit der vatikanischen und nicht der Augsburger Bindung zusammenhängen.
Zustand
Die Handschrift ist am Anfang und am Ende unvollständig, dort auch zum Teil sehr stark stockfleckig, vereinzelt Brandspuren. Der Rücken ist wurmstichig. Das Pergament ist von schlechter Qualität und brüchig, die zum Teil sehr dünnen Blätter wurden nur unzureichend geglättet und kalziniert. Die Entstehungszeit der Handschrift hätte eigentlich eine regelmäßigere Lagenfolge erwarten lassen. Nicht wenige Hefte wurden um Einzelblätter verstärkt, was möglicherweise auch für den partiellen Blattausfall mit Textverlust verantwortlich sein könnte. Im Rahmen der durch Angelo Mai veranlassten Neubindungen wurde an solchen Stellen mitunter ein Leerblatt eingeschossen, im Falle dieser Handschrift Bl. 361a. Entlang der Linierung kam es immer wieder zu Materialausbrüchen, die zumeist nicht ersetzt wurden. Zu Textausfall in einem etwas größeren Umfang kam es nur auf f. 358–369. Dort ging die obere Hälfte der jeweils äußeren Textspalte verloren. Im ausgehenden 13. oder dem frühen 14. Jahrhundert wurde daher neues Pergament angesetzt und von vier oder fünf verschiedenen, sich zum Teil abwechselnden Schreibern ersetzt. Für ihr hohes Alter lässt die Handschrift insgesamt aber nur sehr wenige Lesespuren erkennen.

Schriftraum
24,0 × 16,5 (= 7,0 + 7,0) cm.
Spaltenanzahl
2 Spalten.
Zeilenanzahl
27 Zeilen.
Linierung
System 1, 22C2a Leroy. Leroy 1995,, S. 292 u. 293 gibt für die Handschrift die changierende Abfolge von Blättern mit einer (= 21C2a) oder zwei (= 22C2a) Linien in der Kopfzeile an. Allerdings ist eine der beiden originalen Kopflinien durch Bindebeschnitt zumeist verloren, weswegen man für die gesamte Handschrift von einer doppelt linierten Kopflinie ausgehen sollte.
Schriftart
Der Schreiber verwendete eine nicht geneigte, eher an der quadratischen als an den späteren arrondierten Formen der studitischen Minuskel orientierte Buchschrift. Dabei fällt auf, dass Spiritus und Akzente nur sehr unregelmäßig gesetzt wurden, was für ein höheres Alter der Handschrift spricht (vgl. dazu etwa die zumeist fehlende und erst durch Johannes Tzetzes nachgetragene Akzentuierung im Cod. Pal. graec. 252). Wortgrenzen werden sehr häufig nicht gesetzt, was gleichfalls als Hinweis darauf anzusehen ist, wie sehr der Kopist des Codex noch mit Majuskelschriften vertraut gewesen sein dürfte. Genau dies lassen auch seine mit Majuskeln geschriebenen Überschriften erkennen. Für die Schrift wurde bis auf ein sehr charakteristisches, noch an der Majuskel der Entstehungszeit orientiertes Lambda der studitische Minuskelkanon eingehalten. Die zumeist sehr elegant gestaltete Buch- und Paragrapheninitialen sind noch deutlich von der eher schmalen Majuskel des 8. und frühen 9. Jahrhunderts geprägt.
Die aufgrund von Materialbruch zum Teil restituierten Texte gehen auf verschiedene (vier oder fünf?) Schreiber des 13./14. Jahrhunderts zurück, was deren Kenntnis sowohl der Fettaugenmode, als auch des früheren Hodegonstils erkennen lassen .
Angaben zu Schrift / Schreibern
Ein Hauptschreiber und fünf Nebenhände für die Textrestitutionen der Blätter 358 bis 369 (in der aktuellen Anordnung).
Buchgestaltung
Zweispaltiger Texteintrag mit einer braunen Tinte. Der Schrifteintrag lässt eine große Sorgfalt des Schreibers und einen immer gut geschärften Kalamos erkennen. Auf den Schreiber gehen auch die in Auszeichnungsschrift eingetragenen Buchüberschriften zurück. In dieser Auszeichnungsschrift wurden die Nachträge und Zählungen am Ende der einzelnen Bücher eingetragen, denen jeweils ein griechischer Pinax voransteht. Ebenso vom Schreiber stammen die in je nach Wertigkeit unterschiedlich groß ausgeführten Buch-, Paragraphen- und Abschnittsinitialen, die nach links ausgerückt wurden. Insbesondere die Buch- und Paragrapheninitialen wurden mit Herzblattmotiven verziert, bisweilen auch konturiert und mit geometrischen Formen ausgefüllt. Die Zählung am Textbeginn der einzelnen Bücher erfolgte in einer für die Entstehungszeit charakteristischen Majuskel mit einem einfachen Blattmotiv an beiden Seiten, ist aber durch Bindebeschnitt oft ganz oder teilweise verloren. Auf den Außenstegen finden sich wenige Semeioseis von Schreiberhand, jedoch in der Regel ohne Textvermerke. Ausnahmen sind die Horaion-Nota auf f. 156v, die Redehinweise auf f. 209r sowie die in historischen Handschriften eher geläufige Wiederholung der Ortsangabe in Majuskelschrift auf f. 231r.
Buchschmuck
Bis auf die einfachen Konturierungen der Buch- und Paragraphenzählungen und die bereits genannten einfachen Blattmotive liegt keinerlei Buchschmuck vor. Der Werk- oder Bandtitel, der in der Regel auch in solchen, eher für den privaten Gebrauch erstellten Handschriften stärker verziert wurde, ist verloren.

Nachträge und Benutzungsspuren
Signaturenmarke der BAV auf dem Vorderspiegel. Das Schenkungsexlibris wurde im Rahmen der vatikanischen Bindung auf das neuzeitliche Blatt 2a geklebt. Alliacci-Signatur 1943 auf f. 1r. Im Kopfsteg von f. 1r findet sich eine griechische Inhaltsangabe, die auf einen der Vorbesitzer zurückgeht oder mit dem Verkauf der Handschrift in Verbindung zu bringen ist: ιοσηφ ιουδικ(ὴ) αρχαιολ(γία) απο ια | μεχρι τοῦ ιη καὶ βίος ιοσηφ. Darunter befindet sich ein radierter und nur noch partiell lesbarer Nachtrag. Bibliothekstempel der BAV (f. 1r, 2r, 371v) und vatikanischer Signatureintrag Cod. Palat. 14 im Fußsteg von f. 1r. Vereinzelt finden sich kurze Graphetai-Nachträge einer Hand des 13./14. Jahrhunderts und noch spätere Semeioseis, die auf eine philologische Durchsicht des Palatinus, ggf. auch auf einen Kopiervorgang schließen lassen können. Philologische Scholia des 16. Jahrhunderts auf f. 336r. Hinweis auf Blattvertauschung von einer Hand es 16./17. Jahrhunderts auf. f. 355v und dem heute neu eingeordneten f. 370r, ähnlich f. 370v u. 361rv und 371v.

Einband
Braun-marmorierter Ledereinband mit braunem Rücken der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI., ca. 1780; späterer Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Angelo Mai (unten), vgl. Schunke, Einbände, II, S. 910.
Provenienz
Venedig/Venetien / Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Von den Antiquitates Iudaicae des Flavius Iosephus sind bislang gut 20 Handschriften bekannt, die den Text vollständig oder in umfangreichen Abschnitten überliefern. Darunter befinden sich zumindest sieben oder acht Handschriften, die in die Zeit der byzantinisch-makedonischen Renaissance gehören. Dass sie damit an Anzahl die bekannten griechischen Historiker überbetreffen (so bereits Nigel Wilson, Observations on the editio princeps and Two Neglected Manuscripts of the Greek Text, in: International Journal of the Classical Tradition 23 [2016], S. 172) hat aber wohl eher mit allgemeintheologischen Implikationen als mit etwaigen Vorlieben für Iosephus zu tun. Mit den Schriften des Iosephus wurden aber nicht nur etwaige theologische Vorlieben bedient. Vielmehr konnte auch an die griechisch-hellenistische und insbesondere die frühe römische Kaisergeschichte angeschlossen werden, womit den im makedonischen Zeitalter sehr viel wichtigeren historischen Bedürfnissen der Byzantiner Genüge getan werden konnte. Man sollte die Entstehung der Handschrift in erster Linie wohl mit der Antikenrezeption ihrer Entstehungszeit in Verbindung bringen. Auf jüdischer Seite interessierte man sich übrigens erst ab der frühen Neuzeit für das auf Flavius Josephus zurückgehende Geschichtswerk. Die im Pal. gr. 14 erhaltenen 371 Blätter der Antiquitates lassen vermuten, dass die Handschrift ursprünglich zweiteilig angelegt war. Von dem gesamten Werk wäre hier somit nur der größte Teil eines zweiten Bandes erhalten, denn neben wenigen Eingangsblättern des 11. Buches des Antiquitates ist am Ende des Codex von Buch 18 nur der Pinax erhalten, die Bücher 19 und 20 sind vollständig verloren. Ob die an Buch 18 anschließende Vita Iosephi, die ansonsten eher im Kontext von De Bello Iudaico überliefert wurde, auch tatsächlich an dieser Stelle des Werks stand, lässt sich heute nicht mehr entscheiden. Denn schaut man in ein Manuskript mit ähnlicher Textfolge wie etwa in den Cod. Laur. Plut. 69.10, so fällt das im Palatinus fehlende, ebenfalls mit Flavius Josephus verbundene 4. Makkabäerbuch auf. Wie oben ausgeführt, wurde der Pal. gr. 14 fast ganz in einer streng durchgehaltenen studitischen Minuskel geschrieben und gehört damit dem 9. oder dem frühen 10. Jahrhundert an. Da für diese Zeit außerhalb der kaiserlichen oder der patriarchalen Bibliotheken der byzantinischen Hauptstadt keine geeigneten Textvorlagen für einen auf diese Weise beschriebenen Codex existiert haben dürften, sollte man den Palatinus entsprechend nach Konstantinopel verorten. Agati, La minuscule, siehe Literatur, S. 213 meinte dagegen, man könne ihn aufgrund seiner schlechten physischen Qualität kaum noch lokalisieren. Allerdings lag das übergeordnete Interesse ihres Beitrags eher auf dem Hinweis, dass sich eine ganze Reihe von Kriterien nicht mehr durchhalten ließen, die man vor ihr für die Verortung von Handschriften in bestimmte byzantinische Provinzen herangezogen hatte. Die mangelnde Qualität des Pergaments lässt sich im Fall des Pal. gr. 14 aber auch damit erklären, dass er womöglich weder für die kaiserlichen Bibliotheken, noch im Studiu-Kloster hergestellt wurde, sondern in einem der übrigen Skriptorien Konstantinopels. Lenkt man im Fall des Pal. gr. 14 den Blick auf bestimmte Buchstabenformen wie etwa das kantige Phi, das häufige Changieren zwischen einem noch zeittypischen Majuskellambda und der studitischen Minuskel, die Art und Weise, wie die wenigen alten Majuskelscholien ausgeführt wurden, die noch in das 9. Jahrhundert gehörende Form der elegant ausgeführten, an die zeitgleiche Bibelmajuskel erinnernden Initialen oder die häufig noch fehlenden Worttrennungen und Akzente, so fällt eine große formale Ähnlichkeit zu denjenigen Codices auf, die seit gut 100 Jahren unter dem sachlich eher unangemessenen Begriff einer Collectio philosophica subsummiert wurden. Für diese Handschriften, deren Beschreibstoff gleichfalls von eher mittlerer bis schlechter Qualität ist, gilt eine Entstehung in Konstantinopel als sicher. Dies sollte entsprechend auch für den Pal. gr. 14 beansprucht werden können, dessen erhaltener Teil nach wie vor als einer der wichtigsten Antiquitates-Handschriften anzusehen ist. Die oben genannten Charakteristika der Schrift machen eine Entstehung der Handschrift etwa zwischen den Jahren 870 und 890 plausibel. Damit käme man in die Vorbereitungsphase für das umfangreiche Geschichtswerk der Makedonenzeit im Anschluss an die als obsolet und in ihrer sprachlichen Form als unangemessen empfundenen Chroniken des Theophanes und des Georgios Monachos. Ebenso lässt sich an die Antikenrezeption dieser Zeit denken, die man heute mit Photius oder Arethas von Kaisareia verbindet. Die zweite Iosephus-Handschrift aus dem Bereich der fuggerschen Bestände, den Pal. gr. 284, hatte dagegen schon Benedikt Niese, Flavii Iosephi opera, siehe Literatur, vol. III, S. XXXI, völlig zurecht in das frühe 12. Jahrhundert datiert. Wie die Handschrift von Konstantinopel nach Westeuropa und Venetien gelangte, ist nicht bekannt. Kurze Inhaltsangaben wie in der Kopfzeile von f. 1r finden sich dabei sowohl in Handschriften, die im Vorbesitz Paduaner Griechischprofessoren, wie auch der griechischen Gemeinde von Venedig gehörten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Codex bis zum Jahr 1544 noch nicht verfügbar war bzw. sich noch nicht im Westen befand. Denn in der griechischen Erstausgabe des Textes, der gemeinsam von Arnoldus Arlenius und Siegmund Gelenius für die Offizin des Hieronymus Froben erstellt und 1544 zum Druck gebracht wurde, fand diese Handschrift noch keine Verwendung (siehe Andreas Amann, Josephus Frobenianus. Editions- und Rezeptionsgeschichte des Flavius Josephus im Basler Humanismus, Basel 2021, S. 152–163). Wie Amann, S. 71–92 überzeugend darstellte, erregten bis dahin unbekannte Josephus-Handschriften unter den Humanisten der Zeit sehr schnell großes Aufsehen, sodass sich ein Josephus eines derart hohen Alters wie der Pal. gr. 14 mit Sicherheit rasch herumgesprochen hätte. Zu klären wäre allenfalls noch die Frage, ob das in der Zeit um 1540 entstandene Antiquitates-Reskript von Diego Hurtado de Mendoza (heute Cod. Escor. y.l.14 [Andrés 307]) in einer Beziehung zu dem Pal. gr. 14 steht, da beide Handschriften am Ende unvollständig sind. Nach dem Erstdruck der Antiquitates, der wiederholt neu aufgelegt werden musste, und der damit hervorgerufenen besseren Verfügbarkeit ließ das rein philologische Interesse an den dazugehörigen Handschriften relativ schnell nach. Somit ließe sich auch der weitgehend unbemerkte Verkauf an Ulrich Fugger, den ersten historisch gesicherten Eigentümer der Handschrift, erklären. Dieser Verkauf musste vor 1555 zustande gekommen sein, wie aus dem zu dieser Zeit entstandenen Augsburger Inventar hervorgeht, siehe BAV, Pal. lat 1950 f. 189r (dort verzeichnet mit dem Eintrag Josephus a libro 11 usque ad librum 18. et vita Josephi. perg.). Ihr Aufkäufer für Ulrich Fugger war nach Auskunft des Inventars Hieronymus Tragodistes Cyp(rius), der seit Anfang der 1550er Jahre als Agent für die Familie Fugger tätig war. Hieronymus war Spezialist insbesondere für alte und theologische Codizes, d.h. im Gegensatz zu seinen lateinischen Kollegen war er in der Lage dazu, das Alter einer Handschrift sicher einzuschätzen. Die niedrige Fuggersignatur spricht eher dafür, dass der Erwerb Anfang der 1550er Jahre stattfand. Nach der Vertreibung Ulrich Fuggers aus Augsburg gelangte seine Bibliothek im Jahr 1567 nach Heidelberg. In diesem Zusammenhang wurde vertraglich vereinbart, dass diese in die Verfügungsgewalt der pfälzischen Kurfürsten überging. Ihr größter Teil wurde in der Heiliggeistkirche aufgestellt, siehe für den Pal. gr. 14 das Heidelberger Inventar im BAV, Pal. lat. 1916, f. 541v. Nach dem Tod Ulrich Fuggers im Februar 1584 erfolgte der rechtsgültige Übergang der Bibliothek in den Besitz der Kurfürsten und in den Bestand der Bibliotheca Palatina. Im Zuge der Eroberung Heidelbergs im Jahr 1622 wurde die Bibliothek als Geschenk des bayerischen Herzogs Maximilian über München nach Rom verbracht, seither befindet sich die Handschrift im Bestand der BAV.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_1916
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 8; Flavius Josèphe. Autobiographie. Texte établi et trad. par André Pelletier, Paris 1959, S. XXIV, XXVII (ND 2003); Maria Luisa Agati, La »minuscule bouletée« in area provinciale, in: Scritture, libri e testi nelle aree provinciali di Bisanzio. Atti del seminario di Erice … a cura di Guglielmo Cavallo/Giuseppe De Gregorio/Marilena Maniaci, I, Spoleto 1991, S. 213; Maria Luisa Agati, Il Problema della progressiva divisione della parole tra IX e X secolo, in: Prato, I manoscritti greci, S. 193, 197; Maria Luisa Agati, Problemi di tratteggio e ductus nella minuscola libraria più antica, in: Paleografia e codicologia greca. Atti del II Colloquio … Berlino – Wolfenbüttel 17–21 ott. 1983, a cura di Dieter Harlfinger/Giancarlo Prato, Alessandria 1991, S. 48–66; Enrica Follieri, La minuscola libraria dei secoli IX et X, in: Actes du Colloque sur La Paléographie grecque et byzantine. Paris, 21–25 oct. 1974, par Jean Glénisson/Jacques Bompaire/Jean Irigoin, Paris 1974, S. 140 Anm. 4, 144 mit Tafel 2b; Lehmann, Fuggerbibliotheken, II, S. 92; Flavius Josèphe. Les Antiquités juives. V: Livres X et XI. Établ. du texte, trad. et notes par Étienne Nodet, Paris 2010, S. XIV–XV, XXXII (in Band V die Hs. irrtümlich sowohl mit der Sigle P‘ als auch mit der Sigle P (!) bezeichnet, um sie vom Cod. Par. gr. 1419 abzugrenzen, den Nodet in Bd. 1 mit P abkürzte. Der Parisinus wird später zudem noch mit der Sigle P‘2 versehen); Flavius Josèphe, Les Antiquités juives. Établ. du texte, trad. et notes par François Villeneuve/Étienne Nodet/Anca Dan/Édith Parmentier. Avec la collab. de Marie-Christine Marchelesi et Laurianne Seve. VI: Livres XII à XIV, Paris 2021, S. XVII, XX–XXI (diese Hs. Sigle P); Lidia Perria, Alla origini della minuscola libraria greca. Morfologia e stilizziazioni, in: Prato, I manoscritti greci, S. 161, 163 u. Abb. 12; Lidia Perria, Nuovi testimoni della minuscola libraria greca nei secoli IX–X, in: RSBN, n.s., 34 (1997), S. 57; Heinz Schreckenberg, Rezeptionsgeschichtliche und textkritische Untersuchungen zu Flavius Josephus, Leiden 1977, S. 114–115.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt abgekürzt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–331v Digitalisat

Verfasser
Flavius Iosephus (GND-Nr.: 118640003).
Titel
Antiquitatum Iudaicarum pars altera.
TLG-Nummer
0526.001.
Angaben zum Text
F. 1r–35v Liber XI; f. 36r–37r Pinax libri XII; f. 37v–84v Liber XII; f. 85r–86v Pinax libri XIII; f. 87r–137r Liber XIII; f. 137r–140r Pinax libri XIV; f. 140r–193r Liber XIV; f. 194r–v Pinax libri XV; f. 195r–241v Liber XV; f. 242r–v Pinax libri XVI; f. 243r–284v Liber XVI; f. 285r–286v Pinax libri XVII; f. 287r–330v Liber XVII; f. 331r–v Pinax libri XVIII.
Incipit
1r … τὰς νομι[ζομένας κατὰ τὸ παλαιὸν θυσίας …
Edition
Flavii Iosephi opera ed. et apparatu crit. instr. Benedictus Niese. Vol. 3 et 4: Antiquitatum Iudaicarum libri 11 – 15/16–20 et vita, Berlin 1892/1890 (ND 1955), S. 522–409/3–138 (diese Hs. Sigle P). Diese Handschrift wurde vom Herausgeber wegen ihres hohen Alters ab dem 11. Buch als bevorzugte Leithandschrift verwendet. Nieses Einschätzung blieb nicht unwidersprochen, seine Edition wurde allerdings bis heute noch nicht vollständig ersetzt. Samuel Naber kannte den Palatinus nicht, da seine Iosephus-Ausgabe vor Erscheinen des Stevenson-Katalogs abgeschlossen war; Flavius Josèphe. Les Antiquités juives. V: Livres X et XI. Établ. du texte, trad. et notes par Étienne Noet Paris 2010, S. 83*2–166* (diese Hs. Sigle P‘); Flavius Josèphe, Les Antiquités juives. Établ. du texte, trad. et notes par François Villeneuve/Étienne Nodet/Anca Dan/Édith Parmentier. Avec la collab. de Marie-Christine Marchelesi et Laurianne Seve. VI: Livres XII à XIV Paris 2021, S. 1*–281* (diese Hs. Sigle P).

2) 332r–375v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
Vita Flavii Iosephi maximam partem.
TLG-Nummer
0526.002.
Titel (Vorlage)
332r ΙΩCΉΠΠΟΥ ΒΙΟC.
Explicit
375v … ἠγαγόμην γυναῖκα κατωκυῖαν [!] ] μὲν ἐν κρήτῃ …
Edition
Flavii Iosephi opera ed. et apparatu crit. instr. Benedictus Niese. Vol. 4: Antiquitatum Iudaicarum libri 16–20 et vita, Berlin 1890 (ND 1955), S. 321–3898 (diese Hs. Sigle P); Flavius Josèphe. Autobiographie. Texte établi et trad. par André Pelletier, Paris 1959, S. 1–59 (diese Hs. Sigle P).


Bearbeitet von
Dr. Lars Hoffmann, Universitätsbibliothek Heidelberg, 10.11.2021.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.