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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 206

Manuel Moschopulus, Schedographia

Papier · 2, 138, 2 Bll. · 22,5 × 14,5 cm · Salento oder Epirus? · 15. (16.?) Jh.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Schedographie / Griechenland (Altertum) / Mythologie / Ilias / Theologie.
Diktyon-Nr.
65938.
1ar–v, Iv vacant
Ir Schenkungsexlibris
1) 1r–138r Manuel Moschopulus, Schedographia

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Salento oder Epirus?
Entstehungszeit
15. (16.?) Jh.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Papier.
Umfang
2, 138, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
22,5 × 14,5 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1a + 1I + 17 IV135 + II139* + (I-1)140*. Vorderer Spiegel Gegenbl. von 1a, hinterer Spiegel Gegenbl. von 140*.
Foliierung
vatikanische Foliierung (f. I, 1–138). Mit Bl. 123a. Die Zählung der ungezählten Bll. folgt dem Digitalisat (f. 1a, 123a, 139*, 140*).
Lagenzählung
Die Lagenzählung erfolgt durch griechische Zahlen auf der letzten Versoseite jeder Lage, links unten.
Zustand
Im Bereich der gesamten Hs. gibt es Verfärbungen bzw. Stockflecken, das Papier ist leicht gewellt. Textlücken sind aber nicht zu beobachten. Gelegentlich wurden Falzverstärkungen aus lateinischen Handschriften eingefügt.

Schriftraum
15 × 9 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
24 Zeilen.
Schriftart
Humanistische Minuskel des 15. Jhs. Im Bereich der Schede werden viele Schnörkel eingesetzt. Annotationen anderer Hände treten bisweilen auf.
Buchgestaltung
Jedes „Kapitel“ beginnt mit einigen Versen, denen eine ausführliche Erläuterung folgt. Jedem Vers geht eine Leerzeile voraus, die oft für rubrizierte Interlinearscholien genutzt wird. Diese unterscheiden sich im Gegensatz zu den Versen in jeder der Parallelhss. voneinander.
Buchschmuck
Zierleiste zu Beginn, Rubrizierte Initialen mit floralen Elementen.

Nachträge und Benutzungsspuren
Stempel der BAV auf 1r und 138r.
Ir: Capsa-Nr. C. 96, Allacci-Signatur 219. Titel Proton Liber optimus in gram[m]atica greca precio trium ducatorum (möglicherweise gibt das den Kaufpreis an), darunter ein aufgeklebtes Schenkungsexlibris.
f. Iv: Lateinischer Text ohne erkennbaren Sinn, möglicherweise eine lateinische Schedographie: et frater | patre mei oraete pro | filius uestres diilua; Titel Manuelis Moschopuli Scheda. Signatur 206, Provenienzvermerk seors.

Einband
Hochroter Ledereinband über Pappe der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI.; Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Angelo Mai (unten); vgl. Schunke, Einbände, II, S. 909.
Provenienz
Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Anhand der Schrift wurde meist die Herkunft aus Süditalien (Salento), aber gelegentlich auch Epirus postuliert. Der Text der Hs. ist identisch mit dem der Hss. BAV, Pal. gr. 103, Pal. gr. 212 und Pal. gr. 263. Er gehört zur 2. Handschriftenklasse des Moschopulus. Die Hs. gelangte als Einzelstück (vgl. Provenienzvermerk seors. f. Iv) an Ulrich Fugger. Dieser übersiedelte 1564 nach Heidelberg, wohin ihm seine Bibliothek 1567 folgte, und vermachte sie nach seinem Tod 1584 an Kurfürst Friedrich IV. 1623 wurde die Hs. als Kriegsbeute nach Rom gebracht, wo sie sich seitdem befindet.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_206
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 104; Carlo Gallavotti, Nota sulla schedografia di Moschopulo e suoi precedenti fino a Teodoro Prodromo, in: Bollettino dei Classici Serie terza, Fascicolo IV, 1983, S. 3–35; Fevronia Nousia, Byzantine textbooks of the palaeologan period, Vatican 2016 (Studi e testi 505) (passim).
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–138r Digitalisat

Verfasser
Manuel Moschopulus (GND-Nr.: 118785044).
Titel
Schedographia.
Angaben zum Text
Enthält 22 σχέδη (fehlerhafte Kurztexte, die von Schülern zu korrigieren waren); deren Incipits: f. 1r Κύριε Ἰησοῦ Χριστὲ ὁ θεὸς ἡμῶν; f. 31r Ὁ εὐσχήμων Ἰωσήφ; f. 42r Γεωργηθεὶς ὑπὸ θεοῦ; f. 48v Μεσούσης τῆς ἑορτῆς; f. 55v Ἀνῆλθεν ὁ ἰησοῦς εἰς ἱεροσόλυμα; f. 65r Δεικνὺς ὁ χριστὸς ὅτι κατ’ ἀρχὰς; f. 68v Τοῦ σχεδογραφεῖν ἀρχόμενοι; f. 75v Πόνοι γεννῶσι δόξαν; f. 80r Ἀπόστολοι ἅγιοι πρεσβεύσατε; f. 84v ἔχε ἐπὶ λογισμῶν; f. 94v Αἴλουρος εἴσω χειᾶς; f. 102r Ὁ τοῦ πριάμου παῖς ἀλέξανδρος; f. 108v Ἀχιλλεὺς ὁ Πηλείδης; f. 116v Ἀλέξανδρος ὁ πριαμίδης; f. 119r Εἶχε μὲν ὁ πριαμίδης ἀλέξανδρος; f. 122v Ὁ μὲν χρύσης μεθ’ ὑβρισμῶν; f. 124r Εἰπόντος καὶ εἰρηκότος τοῦ μάντεως; f. 126r Ὁ ἀτρείδης ἀγαμέμνων; f. 128r Χρύσης διωχθεὶς ὑπὸ τοῦ ἀτρείδου; f. 132r Ἐννέα ἡμέρας ἡ λοιμώδης νόσος; f. 134v Ἐστράτευσεν ἐπὶ τὸν τῆς ἰλίου τόπον; f. 135v Νιόβη, ταντάλου θυγάτηρ.
Titel (Vorlage)
1r κυρίου μανουὴλ τοῦ μοσχοπούλου. ἀρχὴ σὺν θεῶ τοῦ πρώτου σχέδους.
Incipit
1r Κύριε ἰησοῦ χριστέ.
Explicit
138r καὶ μοσχίωνος, ἰῶτα. Καὶ μεγάλα: τῶ συντελευτῆ τῶν καλῶν θεῶ, χάρις: τέλος (mehrfach wiederholt).
Nachträge und Rezeptionsspuren
Bis f. 16v gibt es einige Stichwörter oder Annotationen in margine, danach gibt es fast überhaupt keine mehr. Das fällt besonders deshalb auf, weil Hss. ähnlichen Inhalts oft sehr viele Annotationen aufweisen.
Edition
Erstedition: Robertus Stephanus (Hrsg.), Manuelis Moschopuli de ratione examinandae orationis libellus, Paris 1545, S. 3–216.


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Universitätsbibliothek Heidelberg, 23.03.2021.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.