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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 263

Manuel Moschopulus, Schedographia

Papier · 4, 132, 2 Bll. · 23,5 × 17 cm · Byzantinischer Raum? · 14. Jh.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Schedographie / Griechenland (Altertum) / Mythologien / Ilias / Theologie.
Diktyon-Nr.
65995.
1ar–4ar vacant
4av Schenkungsexlibris
1) 1r–132r Manuel Moschopulus, Schedographia
2) 132r–v Anonymus, De XII articulis fidei
3) 132v Anonymus, De septem mysteriis
4) 132v Anonymus, De decalogo

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Byzantinischer Raum?
Entstehungszeit
14. Jh.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Östliches Papier.
Umfang
4, 132, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
23,5 × 17 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
I2a + I4a + 8 IV64 + III70 + 2 IV86 + (IV-1)93 + 4 IV125 + III131 + 1132 + I134*. Auf die Spiegel sowie die zugehörigen Vorsatzbll. wurde jeweils ein Doppelbl. aus Marmorpapier geklebt, so dass das Marmorpapier die Rectoseite von Bl. 1a bzw. die Versoseite von Bl. 134* bildet.
Foliierung
Vatikanische Foliierung (f. 1–132). Zusätzliche griechische Foliierung der Bll. 1–89 (α’-πθ’). Die Bezeichnung der ungez. Bll. folgt dem Digitalisat (f. 1a–4a, 133*, 134*).
Lagenzählung
Zählung mit griechischen Zahlen zu Lagenbeginn.
Zustand
Einige Bll. sind verloren: zwischen f. 131 und 132 fehlt Text, der in der Edition den Seiten 205–216 entspricht; das letzte Stück ist aber auf f. 132r erhalten. Ansonsten sind nur geringe Schäden zu beobachten. Restaurierungsarbeiten fanden am Buchanfang an den Rändern statt, außerdem wurden einige gelöste Bll. behelfsmäßig wieder eingebunden.

Schriftraum
17 × 11,5 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
26 Zeilen.
Schriftart
Minuskelschrift mit mäßigem Gebrauch von Ligaturen. Der Schreiber tendiert dazu, runden Elementen eine weite horizontale Ausdehnung zu geben. Besonders deutlich wird das an Omega und Phi. Die Schrift ähnelt anderen Schriften des 14. Jhs., weshalb Stevensons Datierung realistisch ist.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Unbekannte Hand.
Buchgestaltung
Bis auf einige kurze Ergänzungen auf dem letzten Bl. besteht die Hs. nur aus der Schedographie des Manuel Moschopulus. Jedes Schedos besteht aus wenigen Zeilen, deren Abstand doppelt ist. In den Zwischenräumen befinden sich rubrizierte Interlinearscholien, meist Worterklärungen. Diese unterscheiden sich im Gegensatz zu den Versen in jeder der Parallelhss. voneinander. Nach dem Schedos folgt eine ausführliche Erläuterung. In margine befinden sich die Wortanfänge von Stichwörtern.
Buchschmuck
Zierleiste zu Beginn, rubrizierte Initialen. Interlinearscholien sind rubriziert. Die Überschrift ist in Majuskeln kunstvoll angeordnet, wie man sie bei liturgischen Hss. im byzantinischen Raum oft findet.

Nachträge und Benutzungsspuren
Stempel der BAV auf 1r und 132v.
3ar: Capsa-Nr. C. 70, Allacci-Signatur 331, Signatur 263, Provenienzvermerk eg. - 4av: aufgeklebtes Schenkungsexlibris, Signatur N=263, Titel (auf einem an anderer Stelle ausgeschnittenen Zettel aufgeklebt) Examen grammatices Manuelis Moschopuli. - Ganz am Ende (f. 132v unten): τῷ συντελεστῇ τῶν καλῶν θεῷ, χάρις. Auf derselben Seite ist oben ein Zusatz, dessen erste Zeile kaum lesbar ist; die zweite Zeile lautet οὐδὸς τὸ κατώφλιον·ἐγώ διδω .

Einband
Hochroter Ledereinband über Pappe der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI. Rücken mit Wappenstempeln von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada (unten) und Papst Pius VI. (oben); vgl. Schunke, Einbände, II, S. 909.
Provenienz
Venedig / Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Der Text der Hs. ist identisch mit dem der Hss. BAV, Pal. gr. 103, BAV, Pal. gr. 108, f. 1r–125r, BAV, Pal. gr. 206 und BAV, Pal. gr. 212. Die Hs. befand sich im Besitz von Giovanni Battista Cipelli, genannt Egnazio (vgl. Provenienzvermerk eg. auf 3ar), und kam nach seinem Tod 1553 an Ulrich Fugger. Dieser übersiedelte 1564 nach Heidelberg, wohin ihm seine Bibliothek 1567 folgte, und vermachte sie nach seinem Tod 1584 an Kurfürst Friedrich IV. 1623 wurde die Hs. als Kriegsbeute nach Rom gebracht, wo sie sich seitdem befindet.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_263
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 144; Carlo Gallavotti, Nota sulla schedografia di Moschopulo e suoi precedenti fino a Teodoro Prodromo, in: Bollettino dei Classici, Serie terza, Fascicolo IV, 1983, S. 3–35, hier S. 4.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt abgekürzt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–132r Digitalisat

Verfasser
Manuel Moschopulus (GND-Nr.: 118785044).
Titel
Schedographia.
Angaben zum Text
Enthält ca. 19 σχέδη (fehlerhafte Kurztexte, die von Schülern zu korrigieren waren); deren Incipits: f. 1r: Κύριε Ἰησοῦ Χριστὲ ὁ θεὸς ἡμῶν; f. 32v: Ὁ εὐσχήμων Ἰωσήφ; f. 42v: Γεωργηθεὶς ὑπὸ θεοῦ; f. 49r: Μεσούσης τῆς ἑορτῆς; f. 56r: Ἀνῆλθεν ὁ ἰησοῦς εἰς ἱεροσόλυμα; f. 64v: Δεικνὺς ὁ χριστὸς ὅτι κατ’ ἀρχὰς; f. 68v: Τοῦ σχεδογραφεῖν ἀρχόμενοι; f. 75r: Πόνοι γεννῶσι δόξαν; f. 79v: Ἀπόστολοι ἅγιοι πρεσβεύσατε; f. 84r: ἔχε ἐπὶ λογισμῶν; f. 92v: Αἴλουρος εἴσω χειᾶς; f. 100v: Ὁ τοῦ πριάμου παῖς ἀλέξανδρος; f. 107r: Ἀχιλλεὺς ὁ Πηλείδης; f. 115v: Ἀλέξανδρος ὁ πριαμίδης; f. 118r: Εἶχε μὲν ὁ πριαμίδης ἀλέξανδρος; f. 121v: Ὁ μὲν χρύσης μεθ’ ὑβρισμῶν; f. 124r: Εἰπόντος καὶ εἰρηκότος τοῦ μάντεως; f. 126v: Ὁ ἀτρείδης ἀγαμέμνων; f. 128r: Χρύσης διωχθεὶς ὑπὸ τοῦ ἀτρείδου. - Der Text entspricht (außer bei den Interlinearscholien) dem der Hss. BAV, Pal. gr. 108, f. 1r–125r, BAV, Pal. gr. 206 und BAV, Pal. gr. 212. Gegenüber diesen sind aber drei Kapitel verloren mit den folgenden Incipits: Ἐννέα ἡμέρας ἡ λοιμώδης νόσος; Ἐστράτευσεν ἐπὶ τὸν τῆς ἰλίου τόπον; Νιόβη, ταντάλου θυγάτηρ. Der Blattverlust entspricht in der Edition dem Text der S. 205–216, wobei das Ende von S. 216 auf f. 132r erhalten ist.
Der Text gehört zur 2. Handschriftenklasse des Moschopulus.
Titel (Vorlage)
1r Βιβλίον τοῦ κυροῦ Μανουὴλ ὃ λέγεται πρῶτον.
Incipit
1r Κύριε ἰησοῦ χριστέ.
Explicit
132r καὶ μοσχίωνος· ι’καὶ μέγα.
Edition
Erstedition: Robertus Stephanus (Hrsg.), Manuelis Moschopuli de ratione examinandae orationis libellus, Paris 1545, S. 3–216.

2) 132r–v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
De XII articulis fidei.
Angaben zum Text
Incipit
132r Δώδεκα εἰσι τὰ ἄρθρα τῆς πίστεως.
Explicit
132v αἱ ἀτελεύτητοι αἰῶνες.
Textgestaltung
Nach der Einleitung folgen die 12 Glaubensartikel, jeweils mit rubrizierter Initiale. In margine deren Zählung mit rubrizierten griechischen Zahlen.

3) 132v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
De septem mysteriis.
Angaben zum Text
Drei Siebenergruppen, jeweils eingeleitet von einer Überschrift: sieben Mysterien, sieben Tugenden, sieben Todsünden.
Titel (Vorlage)
132v καὶ ἑπτὰ τὰ μυστήρια τῆς τοῦ θεοῦ ἐκκλησίας.
Incipit
132v ὁ ἐν κυρίω, γάμος.
Explicit
132v καὶ ὀργιλώτης.
Textgestaltung
Die Überschriften und die einzelnen Unterpunkte unterscheiden sich graphisch nicht: alle beginnen jeweils mit einer rubrizierten Initiale.
Nachträge und Rezeptionsspuren
Eine inhaltliche Korrektur in margine.

4) 132v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
De decalogo.
Angaben zum Text
Eine Kurzfassung der 10 Gebote, in der Einteilung der orthodoxen Christenheit.
Titel (Vorlage)
132v Ἄκουσον καὶ τὸν τοῦ μωυσέως δεκάλογον.
Incipit
132v κύριος ὁ θεὸς σου.
Explicit
132v μὴ ποθήσης τὰ ἀλλότρια.
Textgestaltung
Die Überschriften und die einzelnen Gebote unterscheiden sich graphisch nicht: alle beginnen jeweils mit einer rubrizierten Initiale.


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Universitätsbibliothek Heidelberg, 22.03.2021.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.