Right down to the text
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 298

Iohannes Chrysostomus, Homilien

Papier · 2, 179, 2 Bll. · 28,9 × 20 cm · Oberitalien? · 1. Hälfte 16. Jh.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Homilien / Theologie / Antiochia.
Diktyon-Nr.
66030.
1ar-Ir vacant
Iv Schenkungsexlibris
1) 1r–169v Iohannes Chrysostomus, Ad populum Antiochenum homiliae
2) 170r–179v Iohannes Chrysostomus, Ad illuminandos catechesis

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Oberitalien? Wegen Wasserzeichen und Schreiber.
Entstehungszeit
1. Hälfte 16. Jh. Der Schreiber ist 1508 und 1533 belegt, die Wasserzeichen sind nicht eindeutig datierbar, ähneln aber anderen Wasserzeichen aus der 1. Hälfte des 16. Jhs. Den Terminus ante quem bildet der Tod des Besitzers Cipelli im Jahre 1553.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Westliches Papier.
Umfang
2, 179, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
28,9 × 20 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1a + 1I + 22 IV176 + II180* + (I-1)181*. Die Zählung der ungezählten Bll. folgt dem Digitalisat (1a, 180*, 181*) Vorderer Spiegel Gegenbl. von 1a, hinterer Spiegel Gegenbl. von 181*.
Foliierung
Vatikanische Foliierung (f. 2–179), außerdem Zählung auf Ir und 1r (jeweils I).
Lagenzählung
Mit griechischen Zahlen zu Lagenbeginn.
Zustand
Gut erhalten mit geringen Abnutzungsspuren und einigen Stockflecken. Stellenweise ist der Rand etwas ausgefranst. Leicht gewelltes Papier. Keine Textverluste durch Beschädigung, allerdings fehlt die erste Homilie aus unbekanntem Grund.
Wasserzeichen
Drei Wasserzeichen: 1. Vogel im Kreis (f. 1–40), ähnlich Briquet 12221 (Amalfi 1528); 2. zweikonturige Armbrust ohne Beizeichen im Kreis, Höhe ca. 42mm, am ähnlichsten ist Harlfinger, Arbalete 72 (1516); 3. Armbrust im Kreis mit Buchstabe S, ähnlich Briquet 753 (Oberitalien 1528 und 1536).

Schriftraum
22,4 × 11,4 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
30 Zeilen.
Schriftart
Humanistische Minuskel des 16. Jhs. mit klarer Einhaltung von Zeilen und Schriftraum; schwungvolle Abstriche, besonders beim markanten hakenförmigen τ. Ausgeprägte Ober- und Unterlängen.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Konstantinos Mesobotes (RGK III, Nr. 363).
Buchgestaltung
Alle Homilien an die Antiochener außer der ersten sind enthalten. Mehrmals sind aufeinanderfolgende Homilien zu einer zusammengefasst, wobei auch Text ausgefallen ist. Deshalb schreibt Stevenson auch irrtümlich von elf Homilien, während es tatsächlich 20 sind.
Buchschmuck
Ursprünglich scheinen rubrizierte Überschriften und Initialen vorgesehen gewesen zu sein. Es findet sich aber nur auf 1r eine rubrizierte Initiale. An den anderen Stellen ist das unterblieben. Mancherorts wurden die Initialen mit schwarzer Tinte ergänzt.

Nachträge und Benutzungsspuren
Ir Capsa-Nr. C. 75 / 202; Signatur 298; Iv Signatur N: 298. Egnatius.
Stempel der BAV auf 1r und 179v.

Einband
Roter Ledereinband der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI.; Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Angelo Mai (unten).
Provenienz
Venedig / Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Die Hs. war im Besitz von Giovanni Battista Cipelli, genannt Egnatio, wie aus dem Provenienzvermerk Egnatio (f. Iv) ersichtlich wird. Schreiber und Wasserzeichen deuten auf den oberitalienischen Raum hin. 73 Hss. aus Cipellis Nachlass wurden am 6.10.1553 in Venedig an Ulrich Fugger verkauft, wie aus einem Katalog hervorgeht (vgl. BAV, Pal. gr. 1926, f. 103v-106v). Dort ist diese Hs. als Nr. 47 unter dem Titel Andriantes Chrysostomi aufgeführt.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_298
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 168; Stefano Martinelli Tempesta, Alcune riflessioni sulla produzione scritta di Constantino Mesobote da codici Ambrosiani, in: Christian Brockmann u.a. (Hrsg.), Griechisch-byzantinische Handschriftenforschung. Traditionen, Entwicklungen, Neue Wege, Band 1, Berlin/Boston 2020, S. 215–231, hier S. 229.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–169v Digitalisat

Verfasser
Iohannes Chrysostomus (GND-Nr.: 118557831).
Titel
Ad populum Antiochenum homiliae.
TLG-Nummer
2062.024.
Angaben zum Text
CPG 4330; BHG 0488i; BHG 0488k; BHG 0488kb (Homilie 6).
Diese Homilien tragen den Titel Andriantes, weil sie Statuen behandeln.
f. 1r–38r Homilie Nr. 2–4 (Migne PG 49, col. 33–68), mit Textlücken auf f. 14v, ca. col. 46 Mitte bis col. 47 Mitte (Übergang von Homilie Nr. 2 zu 3) und auf f. 27v, zwischen νόμους κατορθοῦν, καὶ τότε ἐπὶ τοὺς [ἄλλους] ἰέναι. Καθάπερ und τῷ τῆς ἀκροάσεως ἔρωτι, col. 59 (Übergang von Homilie 3 zu 4); f. 38r–59r Nr. 5–6 (Migne PG 49, col. 67–98), Textlücke auf f. 49r zwischen ἔλαβε γοῦν τᾶ κύματα, col. 78, und στρατωτῶν ζώντων, col. 81 (Übergang zw. Nr. 5 und 6); f. 59r–65r Nr. 7 (Migne PG 49, col. 91–98); f. 65v–70v Nr. 8 (Migne PG 49, col. 97–102); f. 70v–93v Nr. 9–11 (Migne PG 49, col. 101–128); f. 93v–118v Nr. 12–14 (Migne PG 49, col. 127–154); f. 119r–127r Nr. 15 (Migne PG 49, col. 153–162); f. 127v–145r Nr. 16–17 (Migne PG 49, col. 161–180); f. 145r–163r Nr. 18–20 (Migne PG 49, col. 179–212); f. 163r–169v Nr. 21 (in Hs. fälschlich als κ’ bezeichnet, Migne PG 49, col. 211–222).
Titel (Vorlage)
1r Andria[n]tes Io. Chrysostomi (kein eigentlicher, griechischer Titel).
Incipit
1r Τί εἴπω καὶ τί λαλήσω· δακρύων ὁ παρὼν καιρός.
Explicit
169v ἐν Χριστῶ Ιησοῦ τῶ κυρίω ἡμῶν. ῶ ἡ δόξα καὶ τὸ κράτος· εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων· ἀμήν.
Textgestaltung
Zu Beginn der Homilien fehlen meistens die Initialen, gelegentlich (z.B. f. 70v) sind sie in margine mit schwarzer Tinte ergänzt. Jeder Homilie geht ein kurzer Einleitungstext voraus (wie in der Edition).
Nachträge und Rezeptionsspuren
Randnotiz 1r oben: [..]χθη ἐν τῆ παλαιᾶ ἐπιλεγομένη ἐκκλησία, περὶ τῆς συμβάσης συμφορᾶς ἐν τῆ πόλει παράθεοδοδιου τοῦ βασιλειουμεγάλου. ἐπὶ τῆ καταστροφὴ τῆς ἀνδριαντίνων, .. τὸ ῥητ.. ὁμολία β’.
40v: Text ist doppelt; mit Durchstreichungen.
Edition
Migne PG 49, col. 33–222.

2) 170r–179v Digitalisat

Verfasser
Iohannes Chrysostomus (GND-Nr.: 118557831).
Titel
Ad illuminandos catechesis.
TLG-Nummer
2062.025.
Angaben zum Text
CPG 4464.
Zweite Katechese.
Titel (Vorlage)
170r ὁμιλία κα’. [Κ]ατήχησις πρὸς τοὺς μέλλοντας φωτίζεσθαι, καὶ περὶ γυναικῶν τῶν ἐν πλέγμασι καὶ χρυσῶ κατακοσμουςῶν ἑαυτάς· καὶ περὶ τῶν κληνδονισμοῖς, ἢ περιάπτοις, ἢ ἐπωδαῖς κεχρημένων, ἅτινα ἀλλότρια ἅπαντα χριστιανισμοῦ ἀποδέδεινται.
Incipit
170r [Τ]ῶν πρώην εἰρημένων πρὸς τὴν ὑμετέραν ἀγάπην.
Explicit
179v μεθ’ οὗ τῶ πατέρι δόξα ἅμα τῶ ἁγίω πνεύματι· νῦν καὶ ἀεὶ καὶ εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων ἀμήν: τέλος σὺν θῶ ἁγίω τῶν ἀνδριάντων.
Edition
Migne PG 49, col. 231–240.


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Universitätsbibliothek Heidelberg, 05.01.2021.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.