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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Katalogisierungsrichtlinien Palatini graeci

Die über 400 griechischen Handschriften der ehemaligen Bibliotheca Palatina werden im Rahmen des Polonsky Foundation Greek Manuscript Project: a collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg / Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg an der Universitätsbibliothek Heidelberg von November 2018 bis März 2021 wissenschaftlich erschlossen.

Die Basis dieser Erschließung bilden hierbei die Originale der 29 Codices Palatini graeci in der Universitätsbibliothek Heidelberg sowie die als Digitalisate vorliegenden Palatini graeci, die sich heute in der Biblioteca Apostolica Vaticana befinden.

Gerade für diese nicht in Heidelberg aufbewahrten Handschriften war es angesichts des stark begrenzten Förderzeitraums erforderlich, ein kompaktes Konzept für die inhaltliche wie kodikologische Erschließung der Kodizes zu entwickeln: So wurden Maße und Lagenverhältnisse der Handschriften im Rahmen der Digitalisierung in den Räumen der Biblioteca Apostolica Vaticana von wissenschaftlichen Hilfskräften der Universitätsbibliothek Heidelberg erfasst. Die komplett sichtbaren Wasserzeichen wurden ebenfalls digitalisiert und werden nach und nach in der Heidelberger Bild- und Multimediadatenbank heidICON erschlossen und in die Web-Präsentation der Handschrift eingebunden.

Aufgrund des zeitlich stark limitierten Förderzeitraums ist eine Tiefenerschließung im Sinne der Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Handschriftenbeschreibung ausgeschlossen. Angewendet wurde das schon für die Katalogisierung eines Teils der Palatini latini entwickelte, verkürzte Beschreibungsmuster (Kompakterschließung), das an die Besonderheiten der Bearbeitung griechischer Handschriften angepasst wurde.

Als vorläufig gekennzeichnete Beschreibungen (Vorläufige Beschreibung) werden im Lauf des Projektes weiter bearbeitet. Besonders hier ist es wichtig, beim Zitieren das Datum mit anzugeben.

Die Beschreibungen werden in das TEI-P5-Format übertragen, um so den technischen Ausgangspunkt u.a. für die Weiterverarbeitung der Daten in Bibliotheksverbünden (SWB, K10+) zu bilden, und die Inhalte in Online-Bibliothekskatalogen recherchierbar zu machen. Die öffentliche Zugänglichkeit und Verfügbarmachung der bislang gar nicht oder nur schwer erreichbaren Inhalte ist das zentrale Förderkriterium des laufenden Polonsky-Projekts.

Dazu kommt ein weiteres Moment: Die nunmehr dauerhaft und frei zugänglichen, qualitativ hochwertigen Digitalisate der Handschriften machen detailliertere Angaben im Hinblick auf eine ganze Reihe von Fragestellungen obsolet, die bislang im Rahmen einer sachgerechten Beschreibung ohne unmittelbaren Zugang zur betreffenden Handschrift beachtet werden mussten. Daher ist es im Fall der Palatini graeci nicht mehr zwingend notwendig, aus dem Digitalisat Selbsterklärendes zu beschreiben.

Da vor allem bei den bedeutenderen Codices die Zahl der Publikationen in die Hunderte geht, können in den Beschreibungen nur Standardwerke und aus allgemeinen Aspekten wichtige Literatur genannt werden. Die einschlägige wissenschaftliche Sekundärliteratur ist zudem leicht zu erschließen, bspw. über die elektronische Version der Zeitschrift Scriptorium.

Dem Übergang in das digitale Zeitalter wird somit auch von Seiten der Bearbeiterinnen und Bearbeiter der Palatini graeci Rechnung getragen.



Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.