Direkt zum Text
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Kapitel (synoptisch)

Anmerkung: Diese Episodenzusammenfassungen beziehen sich auf Fassung A der Chronik, mit Ausnahme der Zusammenfassungen am Ende, die sich auf die beiden Erweiterungen von Fassung C beziehen.

  1. Prolog

    Der Prolog der Kaiserchronik verwendet eine Reihe von einleitenden und historischen Topoi: Ermahnung des Publikums, dem Werk Aufmerksamkeit zu schenken; Verunglimpfung unwissender Zuhörer, die jeder Gelegenheit ihr Wissen zu erweitern und ihrer Seele einen guten Dienst zu erweisen aus dem Weg gehen; Beschreibung des Buches mit dem Titel crônicâ das von „Päpsten und Königen, guten wie schlechten, die vor uns lebten und das Römische Reich bis zum heutigen Tag regierten“ (von den bâbesen unt von den chunigen, | baidiu guoten unt ubelen, | die vor uns wâren | unt Rômisces rîches phlâgen | unze an disen hiutegen tac); Ablehung poetischer Erfindung zugunsten der wahrheitsgemäßen Wissensvermittlung.

    Zum Kapitel

  2. Romulus und Remus

    Die Stadt Rom wird von den Brüdern Romulus und Remus gegründet und nach diesen vom Senat regiert. Die römische Religion wird durch die sieben Abgötter (abgot) eingeführt, einer für jeden Tag der Woche. (Hier fügt die Erzählung einen vorwegnehmenden Exkurs ein, der sich auf den Tempel des Saturn, die Rotunde bezieht. Diese wird eines Tages von Papst Bonifatius dem christlichen Gott, Maria und allen Heiligen gewidmet werden.) Die Römer erstellen eine Bronzekarte ihres Reiches, die über Glocken verfügt, die läuten, wenn eines ihrer Hoheitsgebiete sich gegen ihre Herrschaft erhebt. Eines Tages, während einer Sitzung des Senats, klingt die Glocke und verkündet, dass die Germanen revoltieren.

    Zum Kapitel

  3. Caesar

    Die Episode über Julius Caesar bezeichnet einen der Wendepunkte innerhalb der Erzählung der Kaiserchronik. Sie markiert das Ende der Römischen Republik, die vom Senat gelenkt wird und die Gründung des Kaiserreiches, einer Institution, die bis unze an disen hiutegen tac (Prolog) von einer Reihe monarchischer Herrscher regiert wird, von denen Caesar der erste war. Die Versatzstücke des Kapitels Julius Caesar sind sowohl erzählerischer als auch nicht-erzählerischer Natur: ein Bericht über die Unterwerfung der germanischen Stämme durch Caesar und seinen Triumph über den Senat, Cato, Pompeji im Römischen Bürgerkrieg; eine Skizze zum Verlauf der Heilsgeschichte, basierend auf der Vision der vier Tiere (Dn 7,1-27) des Propheten Daniel; Herkunft der Mythen verschiedener germanischer Stämme; Topographie Deutschlands.

    Zum Kapitel

  4. Augustus

    Die Herrschaft des Kaisers Augustus, der als rex pacificus, dargestellt wird, beschreibt die große Volkszählung des Reiches für Steuerzwecke und die Gründung der Stadt Köln durch Agrippa; die Geburt Christi, die in die Zeit seiner Herrschaft fällt, wird in einer Aussage abgehandelt, wonach der Retter vom Himmel kam, um die Menschheit von der Steuer, die Augustus erhob, zu befreien.

    Zum Kapitel

  5. Tiberius

    Tiberius (der u.a. als Gründer Regensburgs eingeführt wird) leidet unter einer ihn entstellenden Krankheit, die geheilt wird, indem das Bildnis Christi von einem Nachfolger der Veronika aus Jerusalem gebracht wird. Erzürnt über die Juden, die diesen arzât und heilâre, getötet haben, entsendet der Kaiser Vespasian und seinen Sohn Titus mit einer Armee, um Jerusalem zu zerstören. Die Stadt wird belagert, eine Hungersnot bricht aus (in diesen Bericht ist die Geschichte über die Flucht des Josephus eingebettet, dem zukünftigen Historiker der Juden) und Jerusalem wird zerstört, worin sich die Prophezeiung Christi erfüllt und die Juden bestraft werden, indem ihre Vertreibung beginnt.

    Zum Kapitel

  6. Gaius Caligula

    Die Chronik berichtet von einer einzigen Begebenheit aus seiner Herrschaft: dem Ausbruch des Höllenfeuers in Rom, das Jupiter bereit ist zu löschen, falls man ihm ein Menschenleben opfert. Ein Bürger namens Jovinus meldet sich freiwillig, aber unter der Bedingung, dass er zunächst mit einer Frau seiner Wahl schlafen dürfe. Nachdem er sein Verlangen gestillt hat besteigt er ein prächtiges Pferd und reitet kopfüber in den Abgrund aus Flammen; sofort ist das Feuer gelöscht.

    Zum Kapitel

  7. Faustinianus und Claudius

    Diese Geschichte erzählt von Trennungen und Wiedervereinigungen, Entfremdungen und Wiedererkennen innerhalb der Herrscherfamilie.

    1. Claudius, der Bruder von König Faustinianus, wird verzehrt von seiner verbotenen Begierde nach seiner Schwägerin Mechthild; es gelingt ihr, seine Avancen abzuwehren bis nach der Geburt ihres dritten Sohnes, des zukünftigen Papstes Clemens. Ein schlechter Traum überzeugt Mechthild davon, dass ihre Kinder nicht überleben werden, so lange sie kein Buchwissen erwerben. Ihr beiden älteren Söhne, die Zwillinge Faustinus und Faustus, werden zum Studium nach Athen geschickt; auf der Hinreise erleiden sie Schiffbruch; die Jungen werden von einem Fischer gerettet und beschließen, ihre Herkunft und Identität geheim zu halten, indem sie die Namen Niceta und Aquila annehmen; schlussendlich erreichen sie ein Kloster, das von Zacchaeus gegründet wurde. Dieses Muster wiederholt sich zwei Mal: zuerst macht sich Mechthild, dann Faustinianus auf, um ihre verlorenen Familienmitglieder zu finden, beide erleiden Schiffbruch, werden vor den Wellen gerettet und leben inkognito unter beschwerlichen Umständen; Mechthild arbeitet um Geld zu verdienen für eine arme Witwe, die ihr dafür Obhut gewährt; Faustinianus überlebt, indem er Feuerholz verkauft und wie ein Maultier Mühlsteine schleppt und sich zugleich den Ruf erarbeitet, gelehrt und weise zu sein.

      Zum Kapitel

    2. Auf Anweisung des Apostels Petrus kommt Barnabas nach Rom, um den christlichen Glauben zu verbreiten und gewinnt Clemens für sich. Mit dem Vorsatz, den Lehrer des Heiligen zu treffen, reist Clemens ins Heilige Land. Er und Petrus werden entrückt und ein Engel zeigt ihnen den Bestimmungsort der Seelen der Verstorbenen und offenbart ihnen eine Prophezeiung, nach der Clemens ein Martyrium erleidet und ewiges Leben im Himmel erlangen wird. Petrus kehrt zurück und trifft auf Niceta und Aquila, die in der Gewalt des Simon Magus sind und darum betteln, von ihrem Treueeid befreit zu werden.

      Zum Kapitel

    3. Nachdem Petrus den Knaben befohlen hat, dem falschen Lehrmeister abzuschwören, macht er sich in Begleitung von Zacchaeus, Clemens, Niceta, Aquila und anderen auf und stellt den Häretiker. Es folgt ein langer Disput zwischen Petrus und Simon Magus, der darin gipfelt, dass letzterer als Betrüger entlarvt wird.

      Zum Kapitel

    4. Petrus unternimmt mit den drei Jungen einen Ausflug zu den wundersamen Glassäulen von Arantum, was sich als Aufenthaltsort ihrer Mutter herausstellt. Sie geht auf Petrus zu und bettelt um Almosen; er erkennt, wer die arme Frau wohl sein muss und dass die Knaben, die sich in seiner Obhut befinden, ihre Kinder sein müssen; durch seine Vermittlung finden Mutter und Söhne wieder zueinander.

      Zum Kapitel

    5. Am folgenden Morgen gehen Petrus und seine Jünger zum Meer um zu beten. Sie werden von einem armen Mann angesprochen, der mit ihnen über die Behauptung diskutieren will, dass alle menschlichen Angelegenheiten vom Schicksal (wîlsælde) bestimmt sind. Die Debatte mit Petrus und den drei Knaben (die den Gesprächspartner nicht als ihren Vater erkennen, genau so wenig wie er sie als seine Söhne erkennt) dauert so lange an, bis der arme Mann ihnen erzählt, wie er seine Frau und seine Söhne verloren hat. Petrus, der erkennt, wer er ist, bietet an, ihn unverzüglich mit seiner Familie zu vereinen, unter der Bedingung, dass er seinen Glauben an das Schicksal widerruft und statt dessen den christlichen Gott anerkenne.

      Zum Kapitel

    6. Wieder vereint durch Petrus lässt sich die ganze Familie nach christlichem Glauben taufen. Simon Magus, verärgert durch ihre große Freude, täuscht Faustinianus, wird aber einmal mehr durch Petrus des Betrugs überführt. Faustinianus, Mechthild und ihre Söhne kehren nach Rom zurück und lassen Claudias zurück, um in ihrem Namen zu herrschen. Nach Faustinianus‘ Tod überzeugt Simon Magus, der Petrus beständig verärgert hat, Claudius davon, den Apostel zu verbannen; die Römer, die entsetzt sind, dass ihr Herrscher mit einem Magier verkehrt und zudem mit ihren Ehefrauen Unzucht treibt, vergiften ihn.

      Zum Kapitel

  8. Nero

    Nero, ‘der niederträchtigste Mann, dem je durch eine Mutter das Leben geschenkt wurde’ unterwirft die Römer einer Herrschaft, die auf Grausamkeit und Perversion beruht und die in der Ermordung der Apostel Petrus und Paulus, angestiftet durch Simon Magus, mündet. Beide sind willens, ein Martyrium zu erleiden, aber nur unter der Bedingung, dass Simon Magus seine Behauptung beweise, dass er ein Gott sein, der zum Himmel fliegen könne. Der Betrüger stürzt von einer hohen Säule zu Tode, woraufhin der erzürnte Nero die Apostel hinrichten lässt; sie werden in den Himmel aufgenommen, wohingegen der Kaiser durch eine Krankheit bestraft wird und Selbstmord begeht, woraufhin seine Seele von Dämonen in die Hölle getragen wird.

    Zum Kapitel

  9. Tarquinius

    Der Bericht über die Herrschaft des Tarquinius ist eine eigentümliche Version der Geschichte der Schändung der Lucretia.

    In einem Anfall von superbia schlägt Tarquinius eine Wette mit Collatinus vor, einem Prinzen von Trier, der römischer Bürger und rechte Hand des Kaisers wurde. Dieser hatte geprahlt, seine Frau Lucretia sei die beste Frau, die ein römischer Mann nur haben könne; sollte Collatinus die Wahrheit seiner Behauptung beweisen können, sähe Tarquinius es nicht als Beleidigung seiner eigenen Frau, der Königin. Bei einem Wettbewerb, der die Ehrbarkeit der beiden Frauen auf die Probe stellen sollte, geht Lucretia als klare Siegerin hervor; Tarquinius gesteht ein, dass Collatinus Recht hatte.

    Die Königin erfährt von der Wette und ist verärgert. Sie stiftet ihren Ehemann an, die Ehre der Lucretia zu zerstören, indem er sie durch Erpressung dazu zwingt, mit ihr zu schlafen. Anstatt sich seiner Forderung zu unterwerfen, ruft Lucretia ihre ganze Familie zusammen und offenbart ihr, wie der König ihre Ehre kompromittiert hat, bevor sie sich einen Dolch ins Herz stößt. Verzweifelt geht Collatinus ins Exil; wenig später ist Tarquinius auch gezwungen, von Rom auf’s Land zu fliehen, wo ihn Collatinus aufspürt und ihn aus Rache tötet.

    Zum Kapitel

  10. Galba und Piso

    Der sehr kurz gefasste Bericht über die Doppelherrschaft von Galba und Piso hält fest, dass sie die Städte Capua und Pisa gründeten bevor sie von Otto ermordet wurden.

    Zum Kapitel

  11. Otto

    Die Chronik verzeichnet, dass Otto, der nach seinem Mord an seinen Vorgängern Galba und Pisa zum Herrscher wird, wiederum von Vitellus ermordet wird.

    Zum Kapitel

  12. Vitellus

    Vitellus belagert Rom, das sich in den Händen der Anhänger Ottos befindet, dem voherigen Herrscher, den Vitellus ermorden ließ. Die Episode konzentriert sich auf die Geschichte des Odnatus, der sich freiwillig und öffentlich die Hand verbrennt, mit der er vergeblich versuchte, Vitellus zu töten und bringt diesen so dazu, Frieden mit seinen Gegnern zu schließen; doch als die Waffenstillstandsfrist abläuft, wird Vitellus lebendig begraben.

    Zum Kapitel

  13. Vespasianius

    Vespasianius, der Eroberer Jerusalems, wird von den Römern dafür geächtet, dass er den Herrschertitel anfangs nicht annehmen will; gemeinsam mit seinem Sohn Titus besiegt er König Milianus von Babylon und nimmt dessen Bruder Hylas gefangen, um dann für seinen finalen Triumph nach Rom zurück zu kehren.

    Zum Kapitel

  14. Titus

    Auf Vespasian folgt sein Sohn Titus, der das Ideal eines gerechten Herrschers verkörpert. Seine strenge Auslegung des Gesetzes macht ihn jedoch unbeliebt bei den Römern und sie schmieden ein Komplott gegen ihn. In einem Traum wird er vor dem Mordkomplott gewarnt und Titus überlistet die Verschwörer, stellt sie vor Gericht und lässt sie enthaupten. Eine Bronzesäule, die an dieses Ereignis erinnern soll, wird errichtet.

    Zum Kapitel

  15. Domitianius

    König Domitian, ein berüchtigter ‘Feind Gottes’ folgt seinem Bruder Titus auf den Thron und unterdrückt die Christen erbarmungslos. Er plündert die Stadt Benevento, foltert und enthauptet Gläubige und lenkt dann seine Aufmerksamkeit auf den Evangelisten Johannes, der in Rom angekommen ist, um die Menschen zum Glauben zu bekehren. Als er vor den König zitiert wird, weigert sich der Evangelist nicht nur, sondern bekräftigt die Macht der Dreieinigkeit. Domitian ordnet an, dass Johannes in Öl gekocht werden soll, eine Strafe, die er dank göttlichem Schutz unbeschadet übersteht. Daraufhin wird er ins Exil auf die Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der Offenbarung schreibt. Gott schlägt Domitian mit Lepra, was auf Geheiß des Senats zu seiner Verbannung aus Rom führt. Das Pferd auf dem er aus der Stadt flieht, wirft ihn ab und verschwindet auf Nimmerwiedersehen in den Tiber; die Dämonen quälen seine Seele.

    Zum Kapitel

  16. Nerva

    König Nerva wird von einem Handwerksmeister angesprochen, der verspricht, ihm einen Gegenstand anzufertigen, der ihm zu ewigem Rum verhilft; der König stimmt bereitwillig zu und befiehlt seinen Kämmerern, ihm alles zur Verfügung zu stellen, was der Handwerker für die Herstellung des Gegenstandes braucht. Der Handwerker arbeitet Tag und Nacht bis das Meisterwerk vollkommen ist, woraufhin er verspricht, dem König sein Geheimnis anzuvertrauen, unter der Bedingung, dass dieser es für sich behält. Nerva stimmt zu und bald versammeln sich alle, um ein gewaltiges Bronzepferd zu bewundern, das für den königlichen Schlosshof geschaffen wurde. Der Handwerker bittet darum, dass ein starker Mann im Bauch des Pferdes platziert und verbrannt wird: es handle sich um einen Automaten, der Brennstoff zum Funktionieren brauche. Entsetzt lehnt Nerva ab und sagt zum Handwerker, dass sein Geschick ausreichen sollte, um es im Inneren selbst zum Laufen zu bringen. Trotz der flehentlichen Bitte des Handwerkers ist der König nicht davon abzubringen, denn der König kann die Menge, die erschienen ist, um dem Spektakel beizuwohnen, nicht enttäuschen. Der Hochstapler wird eingeschlossen und die Maschine von unten her angezündet, das Pferd hüpft und springt über den Hof, ängstigt die Zuschauer, die versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Als der Handwerker stirbt, lässt Nerva den Mechanismus im Innern des Pferds zerstören und wird vom Volk für seine Weisheit gepriesen.

    Zum Kapitel

  17. Trajanus

    Die Episode erzählt von einer Witwe, die nicht zulässt, dass Trajan, der als Ideal der Redlichkeit und Integrität gilt, in den Krieg zieht, bevor er nicht ihrem ermordeten Gatten Gerechtigkeit widerfahren lässt. Gott belohnt Trajan schlussendlich für sein gerechtes Handeln, indem der Heilige Gregor freiwillig sieben Krankheiten durchleidet, um die Seele des Kaisers aus der Hölle zu erlösen.

    Zum Kapitel

  18. Philippus und Decius

    Philippus regiert als beispielhafter Christ, wird aber gemeinsam mit seinem Sohn (der auch Philippus heißt) von dem Heiden Decius ermordet. Dieser besteigt den Thron und beginnt direkt damit, die Christen zu verfolgen und Papst Sixtus und die Heiligen Laurentius und Hippolytus zu Märtyrern zu machen; seine Schreckensherrschaft reicht bis nach Ephesus, wo die sieben Schläfer Zuflucht in einer Höhle suchen, wo sie bis zur Ära des Theodosius bleiben.

    Zum Kapitel

  19. Diocletianus und Maximianus

    Die Doppelherrschaft von Diokletian und Maximian steht im Zusammenhang mit dem Martyrium dreier Heiliger: Vitus, Pankratius und Mauritius. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf dem letzteren und die Chronik präsentiert eine ungewöhnliche Darstellung des Martyriums der Thebaischen Legion, die sich weigerte, gegen Christen zu kämpfen. Mauritius, Heerführer der Mohren, ist bestürzt, als er von der Christenverfolgung in Rom erfährt und versammelt eine Armee von 6666 Männern, denen er seine Absicht mitteilt, eine Pilgerfahrt für Gott zu unternehmen. Bei ihrer Ankunft in Rom werden Mauritius und seine Armee von Maximian empfangen, der sie für seinen Kriegszug gegen die Christen in Frankreich verpflichten will; sie weigern sich, die Stadt zu betreten und schlagen ihr Lager stattdessen außerhalb der Mauern auf. Zudem üben sie ihre Religion so ostentativ und lautstark aus, dass die Römer Maximian bitten, einzugreifen; er reagiert, indem er zunächst jeden zehnten Legionär hinrichten lässt und dann, als diese Dezimierung ihren religiösen Eifer noch mehr entfacht, lässt er alle durch das Schwert töten. Die Schreckensherrschaft gegen die Christen dauert so lange an, bis Diokletian ermordet wird und Maximian, der nach England geflohen ist, sich das Leben nimmt.

    Zum Kapitel

  20. Severus

    Der Bericht über die Herrschaft von Severus richtet besonderes Augenmerk auf dessen Umgang mit dem Bayrischen Herzog Adelger, der bekannt ist für seine Treulosigkeit und seinen Ungehorsam.

    Die Versuche der Römer, Adelger zu demütigen – der Senat verfügte, dass seine Tunika bis oberhalb des Knies gekürzt und sein Haar vorne abgeschnitten werden sollte – werden konterkariert, als Aldegers Männer der ‚neuen Mode‘ folgen und es ihm gleichtun. Das Ergebnis ist die vorläufige Wiederherstellung der guten Beziehungen zwischen Rom und den Bayern.

    Die Freundschaft zwischen Severus und Aldeger ist jedoch nur von kurzer Dauer: Aldelger wird einmal mehr der Untreue bezichtigt; er ist verpflichtet, den Römern persönlich Bericht zu erstatten und verteidigt sich, indem er die Parabel vom Hirsch, der den Garten zerstört erzählt; Severus marschiert in Bayern ein, wird besiegt und wird, als er Roms Niederlage durch die Bayern eingesteht, vom Krieger Volkwin getötet.

    Zum Kapitel

  21. Helvius Pertinax

    Die Chronik erzählt, wie der König einen Prinzen namens Julianus in einem Ringkampf tötet und im Gegenzug vom Gefolge des Prinzen umgebracht wird.

    Zum Kapitel

  22. Hadrianus

    Hadrianus baut Jerusalem nach dessen Zerstörung durch den heidnischen König Cosdras wieder auf und benennt die Stadt in ‚Helia‘ um. Für diesen Akt der Hybris wird er von Gott in Damaskus bestraft, wo er getötet wird.

    Zum Kapitel

  23. Lucius Accommodus und Alarich

    Der Bericht über diese Regierungszeit konzentriert sich auf die Rivalität zwischen Lucius Accommodus, den die Römer zum Herrscher wählen, um das Machtvakuum zu füllen, das nach dem Tod von Helius Adrianus entstand und einem Thronanwärter namens Alarich. Dieser, Sieger von Damaskus, erfährt von Lucius’ Erwählung während er sich auf der Heimreise aus dem Nahen Osten befindet und geht nach Apulien, um die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Die siegreiche Armee erreicht Rom und wird mit einem Triumphzug gefeiert, doch als der Senat einen Gefolgschaftseid auf Lucius verlangt, verlassen die Unterstützer Alarichs die Stadt, um sich ihrem Anführer anzuschließen. Er wendet sich an seine Verbündeten, die Truppen für eine gewaltige Streitmacht bereitstellen, die gegen Rom marschiert; die Genossen von Lucius stellen ihrerseits eine riesige Armee ihrer eigenen Gefolgsleute auf. Alarichs Truppen marschieren in die Stadt ein und schlagen ihre Gegner in die Flucht; im darauf folgenden Gemetzel und Chaos wird Lucius getötet.

    Zum Kapitel

  24. Achilleus

    Achilleus, der die Stadt Rom in gewaltigem Maßstab und großer Pracht wieder aufbaut, wird von Postumus aus Rache für den Mord an dessen Vater getötet.

    Zum Kapitel

  25. Gallienus

    König Gallienus ist der klügste Arzt in Rom und ein unbarmherziger Verfolger der Christen. Er entgeht einem Giftkomplott, da er als wîser philosophus Gefahr in den Sternen vorhersehen kann; er rächt sich an den Römern, indem er das Tiberwasser vergiftet. Dreizehntausend Bürger sterben, bevor ein Arzt die Ursache findet; Galienus ist gezwungen, in Syrien Zuflucht zu suchen, wo er getötet wird.

    Zum Kapitel

  26. Constantius

    König Constantius hat mit seiner Konkubine Helena einen Sohn, den späteren Kaiser Constantinus. Als Helena nach Rom kommt, um ihre Beziehung und ihren Nachwuchs zu legitimieren, erreicht den König die Nachricht, dass eine Rebellion gegen ihn im Gang sei; gemeinsam mit seinem Sohn gelingt es ihm, das Reich zu befrieden.

    Zum Kapitel

  27. Constantinus

    Ebenso wie die Herrschaft Julius Caesars und Karls des Großen bildet auch die Regentschaft Constantins einen der Wendepunkte in der Darstellung der Römischen Geschichte innerhalb der Kaiserchronik. Im Zusammenwirken mit dem Heiligen Silvester, dem Papst, führt Constantinus das Christentum als offizielle Staatsreligion ein; die spätere Gründung von Konstantinopel und die Entscheidung, dort zu residieren, mündet in der Bipolarität zwischen lateinischem Westreich und griechischem Ostreich, die in der historischen Berichterstattung bis zum Aufstieg Karls der Großen eine wichtige Rollen spielt.

    1. König Constantinus wird zum Christentum bekehrt als Silvester (dessen Heilkünste dem Kaiser in einem Traum durch die Heiligen Petrus und Pauls offenbart werden) ihn von einer Krankheit heilt. Die eigene Bekehrung ist nicht genug und Constantinus beginnt, das Christentum als Staatsreligion einzuführen. Durch eine Reihe von Dekreten, die über einen Zeitraum von sieben Tagen erlassen werden (und die damit zugleich eine Referenz bilden zur Einführung der römisch-heidnischen Religion unter Romulus und Remus), verbieten Constantinus und Silvester den Götzendienst, legen die Strukturen für zivile und kirchliche Regierung fest und erklären Rom zum Zentrum der gesamten christlichen Kirche. Das gesetzgeberische Programm gipfelt in der Weihe Constantinus‘ als römischer Kaiser durch den Papst.

      Zum Kapitel

    2. Constantinus‘ heidnische Mutter Helena nimmt die Neuigkeit, dass ihr Sohn zum Christentum konvertiert ist und seine Religionspolitik durchsetzt mit Entsetzen auf. In einem Briefwechsel erklärt sie ihm gegenüber ihr Vorhaben, Rom zu zerstören. Auf Anraten Silvesters schlägt Constantinus eine Synode vor, in der sowohl Christen als auch heidnische Experten über religiöse Doktrin und den wahren Glauben debattieren sollen.

      Zum Kapitel

    3. Während der ersten beiden Tage der Synode von Turaz [Tours] entscheidet Silvester durchweg alle Streitpunkte in einer Reihe von Diskussionen mit führenden jüdischen Geistlichen für sich.

      Zum Kapitel

    4. Der zweite Streittag endet mit der Behauptung Silvesters, dass der Gott der Christen sowohl in der Lage ist zu töten, als auch die Toten wieder zum Leben zu erwecken. Am folgenden Tag bringen die Juden einen wilden Stier zur Synode mit; als ihr Anführer dem Bullen etwas ins Ohr flüstert, fällt dieser tot um. Die Juden erklären dies zum Wunder und zum Zeichen der Überlegenheit ihres Gottes. Am fünften Tag, nachdem das Tier drei Tage tot darnieder lag, fordert Silvester die Juden heraus, die Überlegenheit ihres Gottes ein weiteres Mal zu beweisen, indem sie den Bullen wieder zum Leben erwecken. Die Juden halten mit einer eigenen Herausforderung dagegen: Silvester soll den christlichen Gott mit demselben Ziel anrufen; wenn er Erfolg hat, werden sie konvertieren. The Papst gehorcht und der Stier wird wieder zum Leben erweckt. Das Wunder schlichtet den Streit endgültig und es folgt eine Massenkonversion von Ungläubigen, darunter zuallererst Helena, die Mutter des Kaisers.

      Zum Kapitel

    5. Constantinus übergibt Silvester die Verantwortung für die hungergeplagte Stadt Rom, während er selbst mit einer Kompanie Römer nach Osten abreist. Der Plan sieht vor, Troja zurückzuerobern, aber ein Engel weist ihn an, in Konstantinopel seinen dauerhaften Aufenthaltsort einzurichten. Von hier aus regiert er das Reich bis zu seinem Tod.

      Zum Kapitel

    6. In der Zwischenzeit bedroht ein Drache die Bürger Roms und bringt viele von ihnen dazu, ihren Glauben anzuzweifeln. Silvester besiegt den Drachen, sperrt ihn in eine Höhle ein und versiegelt diese, so dass er niemals mehr Schaden anrichten kann. Der Papst fährt fort, das Christentum zu verbreiten und die Stadt Rom bis zu seinem Tod zu verwalten.

      Zum Kapitel

  28. Julianus

    Julianus wird von einer frommen und aufrechten Witwe aufgezogen, die ihm ihr gesamtes Geld anvertraut. Als er es ihr vorenthält kommt ihr der Teufel in Gestalt des Götzen Merkur zu Hilfe: der Götze gibt vor, ein Heiliger zu sein und überredet Julianus, seine Hand in seinen Mund zu legen und seine Unschuld zu beschwören, klemmt ihn ein und entlässt ihn nur unter der Bedingung, dass er der Witwe ihr Geld zurück erstatte und selbst einen Pakt mit dem Teufel eingehe.

    Julianus wird zum Regenten, führt die heidnische Religion in Rom wieder ein und macht Paulus und Johannes zu Märtyrern. Sodann zettelt er einen grausamen Krieg gegen die Christen in Griechenland an und macht einen Prinzen namens Mercurius zum Märtyrer. Dieser wird zum Werkzeug der göttlichen Rache: als Reaktion auf ein Gebet des Heiligen Basilius ersteht er wieder auf und ermordet Julianus; nachdem die Tat vollbracht ist, begibt er sich wieder in sein Grab und vom Speer, mit dem er den Herrscher getötet hat, tropft auf wundersame Weise Blut.

    Zum Kapitel

  29. Heraclius

    Heraclius wird durch eine himmlische Stimme aufgetragen, gegen den heidnischen König Codras in den Krieg zu ziehen und das Heilige Kreuz, das dieser aus Jerusalem entfernt hat, zurückzugewinnen. Harclius hat dabei Erfolg, kann jedoch die Stadt Jerusalem nicht betreten, bis er in beispielhafter Demut barfuß und in einfacher Wollkleidung ein Tor durchschreitet.

    Zum Kapitel

  30. Narcissus (Crescentia)

    Die Regentschaft des fiktiven Kaiser Narcissus befasst sich eigentlich mit der Legende von Cresentia, der tugendhaften und leidgeprüften Gattin Dietrichs, des Sohns und Nachfolgers von Narcissus.

    1. Die Nachfolge von Heraclius tritt dessen Bruder, der ältere kinderlose Narcissus an. Sein Beten um Nachwuchs wird erhört und seine Frau Elisabeth gebiert Zwillinge. Beide werden Dietrich genannt und durch die Beinamen scône und ungetâne unterschieden, entsprechend ihrer hellen und dunklen Erscheinung. Als Narcissus stirbt wird entschieden, dass derjenige Sohn, der zuerst heiratet, ihm auf den Thron folgen soll. Die Wahl wird Cresentia überlassen, der Tochter des Königs von Afrika, um deren Hand beide Dietriche werben. Sie zieht den ‚hässlichen‘ Dietrich seinem Bruder vor und dieser wird demnach zum Herrscher.

      Cresentias Entscheidung zeugt von ihrer guten Menschenkenntnis, denn als ihr Mann sie in die Obhut seines Bruders gibt, um an einem Kriegszug ins Ausland teilzunehmen, nimmt dieser teuflische Rache an ihr für die beleidigende Zurückweisung und versucht, sie zur Unzucht zu bewegen. Cresentia täuscht den ‚schönen‘ Dietrich, indem sie ihn dazu bringt, einen aufwändigen Turm zu bauen, wo sie, wie sie sagt, ihre Leidenschaft unbemerkt ausleben können. Doch stattdessen schließt sie ihn dort bis zur Rückkehr ihres Mannes ein. Nach seiner Befreiung verbreitet der ‚schöne‘ Dietrich bösartige Gerüchte und überredet seine Vasallen und seinen Bruder, Cresentia zu verdammen, was diese auch tun, indem sie sie in den Tiber werfen, wo sie ertrinken soll.

      Zum Kapitel

    2. Crescentia wird von einem Fischer gerettet und landet am Hof eines Herzogs, wo ihre gute Herkunft, trotz ihrer erbärmlichen Erscheinung, erkannt wird und sie die Kinder des Hofes unterrichten und den Buchhalter des Herzogs beraten soll. Ihr Status zieht den Zorn des Stellvertreters des Herzogs auf sie und dieser versucht, sich für den Verlust seines schwindenden Einflusses zu rächen, indem er sie umwirbt und sexuelle Gefälligkeiten verlangt. Nachdem sie ihn zurückweist, greift er sie tätlich an und unterstellt ihr fälschlicherweise, das Kind des Herzogs getötet zu haben, dessen blutenden Körper er ihr in den Schoß gelegt hat. Erneut wird sie ins Wasser geworfen.

      Zum Kapitel

    3. Crescentia wird vom Heiligen Petrus gerettet, der ihr die Fähigkeit verleiht, diejenigen zu heilen, die öffentlich ihre Sünden bekennen. Die restliche Erzählung beschreibt ihre Rückkehr nach Rom, wo sie denjenigen vergibt und Heilung verschafft, die ihr zuvor Unrecht getan haben. Alle, die ihr geschadet haben – der Herzog und sein Stellvertreter sowie die Dietrich-Zwillinge – waren jeweils in dem Moment an Lepra erkrankt, als sie ins Wasser geworfen wurde.

      Obwohl der Herzog unbedingt geheilt werden möchte, ist er nicht bereit, seine Sünden einzugestehen und verschweigt zunächst seine Komplizenschaft an Cresentias Misshandlung; nachdem er erneut aufgefordert wird, gibt er seine Verfehlung zu, wird geheilt und setzt sich für seinen Stellvertreter ein; das Geschehen wiederholt sich, doch als der Herzog vom Betrug seines Stellvertreter erfährt, lehnt er Cresentias Gnadengesuch ab und verurteilt den Mann zum Tode. Cresentia wird nach Rom gesandt, um den König zu heilen und der Ablauf wiederholt sich und resultiert im Geständnis und der Heilung des ursprünglichen Übeltäters, des ‚schönen‘ Dietrich, dessen Rettung schon durch das feierliche Gelöbnis seines Bruders, ihm zu vergeben, gesichert war. Während dieser ganzen Sequenz wunderbarer Heilungen reiste und handelte Cresentia inkognito. Nach der letzten Heilung öffnet der König ihre Tunika am Rücken durch einen Schnitt, sieht das Muttermal zwischen ihren Schulterblättern und erkennt sie. Das Kapitel schließt mit einem neuen Abkommen in Rom: Cresentia setzt fest, dass sowohl sie als auch ihr Mann in ein Kloster eintreten sollen, um ihr Leben in Abgeschiedenheit Gott zu widmen; die Sorge um das Reich wird dem Bruder, dem ‚schönen‘ Dietrich übertragen, der den Thron besteigt, der ihm ursprünglich verwehrt war.

      Zum Kapitel

  31. Justinianus

    Der kurze Bericht von der Herrschaft Justinians konzentriert sich auf seine Beziehung zu seiner Frau Tharsilla, die ihm eine Lektion zur Überlegenheit von minne gegenüber vorhte erteilt, als Prinzip auf dem ein guter Herrscher das Verhältnis zu seinen Fürsten aufbauen sollte. Überzeugt von der Richtigkeit der Lehre seiner Frau, ruft der König seine Fürsten zusammen, die er bisher durch sein strenges und hochmütiges Regiment tyrannisiert und zum Gehorsam gezwungen hat. Er versichert sich ihrer beständige Zuneigung und Treue, indem er sie mit Gastfreundschaft und Geschenken verwöhnt. In einem ironischen Schlusswort – ironisch deshalb, weil es den neu begründeten Status eines gerechten Herrschers zu untergraben scheint – erzählt die Chronik, wie Justinianus mit der Gattin eines anderen Mannes schläft und daraufhin vom erzürnten Ehemann ermordet wird.

    Zum Kapitel

  32. Theodosius

    Der griechischstämmige Theodosius wird als gottesfürchtiger Kaiser vorgestellt, der gute Werke vollbringt und von heiligem Eifer erfasst ist. Der Bericht über seine Regentschaft wird von zwei Geschichten bestimmt, die an unterschiedlichen Orten spielen und die vom Kampf und dem schlussendlichen Triumph des christlichen Glaubens über seine Gegner erzählen: die Sage von Astrolabius und Eusebius in Rom und die von Arius und den sieben Schläfern in Ephesus.

    Astrolabius, einer von zwei adligen Brüdern, die der Aufforderung des Kaisers nicht gefolgt sind, dem Götzendienst abzuschwören, ist verzaubert von einer Statue der Venus, schwört ihr mit seinem Ring die Treue und wird von Satan in seinen Bann geschlagen. In seiner Pein wendet er sich verzweifelt an Eusebius, einen frommen Christen, der in seiner Jugend Erfahrungen mit schwarzer Magie gesammelt hat und immer noch in der Lage ist, den Teufel herbei zu beschwören. Berührt durch Astrolabius‘ Notlage, beweist Eusebius die göttliche Macht in einer Reihe von Siegen über die Mächte des Bösen: er beschwört den Teufel herbei, der auch sogleich erscheint, und befiehlt ihm, ihn in die Tiefen zu führen, wo er einer List entgeht, die darauf abzielt, in festzusetzen, indem er in verbo domini den richtigen von zwei Ringen identifiziert; schließlich bringt er den Teufel dazu, ihn zurück zur Erde zu begleiten und das Geheimnis der Statue zu lösen: ein Kraut, das unter sie platziert wird, verleiht ihr die Macht der Verführung. Das Kraut wird sogleich entfernt, die Heiden, die dies bezeugen, sind sofort bekehrt und die Säule, auf der die Statue steht wird dem Heiligen Michael geweiht.

    Zur selben Zeit verbreitet sich die falsche Doktrin des Arianismus, die die Auferstehung des Leibes leugnet. Als die christlichen Anführer sich verzweifelt an Theodosius wenden und ihn auffordern, die Häretiker zu bannen, um die Ehre und Integrität des Glaubens zu bewahren, ruft der Kaiser eine Synode ein, in der Hoffnung, ihre Seelen zu gewinnen und die Zahl der Gläubigen zu erhöhen. Die Arianer nutzen die Gelegenheit, Stärke zu demonstrieren, indem fünfzigtausend von ihnen nach Ephesus kommen, wo sich eine große Menschenmenge versammelt, um zu sehen, wie der Disput ausgeht. Doch Arius fürchtet sich, bleibt dem Treffen fern und wird tot auf seiner Toilette gefunden, niedergestreckt von Gott.

    Seine Nachfolger erkennen ihren Irrtum und bereuen. Am selben Tag erwacht Serapion, einer der sieben Christen, die vor dem Zorn des Decius flohen und für viele Generationen im Berg Celeon geschlafen haben, und macht sich auf den Weg zum Lager des Kaisers. Nach einigen Wirrungen verstehen alle, was passiert ist und Theodosius bittet Gott um ein weiteres Wunder der Auferstehung. Serapion führt die Menge zum Berg, wo die Wände einstürzen und die sechs Männer erscheinen, Haar und Kleidung unverändert und mit Gesichtern, die leuchten wie der Morgenstern. Einer aus ihrer Gruppe, Malchus, verkündet die wahre Auferstehung und mahnt Theodosius, ein gutes christliches Leben zu führen. Im Volk bricht großer Jubel aus.

    Zum Kapitel

  33. Constantinus Leo

    Nach einem Interregnum und damit einhergehendem Bürgerkrieg wird Constantinus Leo, ein tugendhafter Christ zum römischen Herrscher gewählt. Als er schwer erkrankt, sehen die Griechen eine Chance, ihren Anspruch auf das Römische Reich geltend zu machen. Der geschwächte Constantinus besteht darauf, die Armee, die er nach Konstantinopel entsendet, zu begleiten, wo er mit den Griechen verhandelt: die Armee wird nicht angreifen und erhält im Gegenzug die sterblichen Überreste des Heiligen Stephanus. Constantinus wird vom Heiligen auf wunderbare Weise geheilt und bringt die Reliquie nach Rom, wo sie neben denen des Heiligen Laurentius bestattet werden.

    Zum Kapitel

  34. Zeno

    Die Episode konzentriert sich auf die Taten von Zenos Schützling Dietrich. Zeno, der ursprünglich aus Griechenland stammt, entschließt sich, für immer nach Konstantinopel zurück zu kehren und überlässt es einem Bevollmächtigten namens Etius, in seinem Namen Rom zu regieren. Als Zeno erfährt, dass Etius Odoaker als römischen König eingesetzt hat, entsendet er Dietrich – den Enkel von Dietrich von Meran, der als Kind als Geißel an Zenos Hof gelangte und von ihm wie ein Sohn erzogen wurde – um die Emporkömmlinge zu bezwingen, die in Ravenna eine verheerende Niederlage erleiden. Nachdem er die Stadt Rom eingenommen hat, richtet Dietrich bald eine Schreckensherrschaft ein und wirft den heiligen Papst Johannes, Boethius und Seneca ins Gefängnis. Für seine Bosheit wird er von Gott bestraft, der bestimmt, dass Dietrich bis zum Tag des jüngsten Gerichts im Ätna brennen soll.

    Zum Kapitel

  35. Constantius

    Der in Griechenland geborene Kaiser Constantius und seine Mutter Herena werden in Rom Opfer von Verrat: sie werden aus der Stadt vertrieben, geblendet und entstellt durch die Gefolgsleute eines ermordeten römischen Prinzen, dem Constantius aufgrund seiner Machtlosigkeit keine Gerechtigkeit widerfahren lassen konnte.

    Zum Kapitel

  36. Karl der Große

    Wie die Regentschaften von Julius Caesar und Constantinus, markiert die Herrschaft Karls des Großen einen Wendepunkt in der Geschichte des Römischen Reiches. In diesem Fall wird dieser Wendepunkt durch die Tatsache konstituiert, dass Karl der Große der êrste kaiser … ze Rôme von Diutisken landen ist, geweiht durch den Papst am Ende einer langen Pause, in der die Römer beschließen, nach der schlechten Erfahrung mit Constantius keine Herrscher aus Griechenland mehr zu akzeptieren.

    1. Karl der Große und sein Bruder Leo sind Söhne des Frankenkönigs Pippin. Leo wird zur Ausbildung nach Rom geschickt und wird Papst. Eine himmlische Stimme gibt Karl dem Großen ein, seinem Bruder dorthin zu folgen. Papst Leo und die Mehrheit der Römer flehen den jungen Mann an, ihr Herrscher zu werden und so empfängt er, obwohl er zunächst zögert, Krone und Insignien. Nach einer kurzen Zeit, in der sich die Römer gegen Leo wenden, ihn blenden und verbannen, kehrt Karl der Große mit einer Armee nach Rom zurück, um die Täter zu bestrafen und seinen Bruder wieder zu seinem Posten zu verhelfen; der Papst weiht Karl den Großen zum Kaiser.

      Zum Kapitel

    2. Der gerade geweihte Kaiser setzt in Zusammenarbeit mit dem Papst seine Gesetzgebung durch: die Gesetze des Constantinus, die lange vernachlässigt wurden, werden erneut bestätigt; kirchliche Hierarchien und Einnahmen werden reguliert; eine ‘Kleiderordnung’ für Laien wird festgelegt. Auf den Bericht über die Gesetzgebung Karls des Großen folgt eine Auflistung seiner Militärkampagnen gegen verschiedenen Gegner, wie die Heiden von Galicien, die der Kaiser mit einer Armee jungfräulicher Mädchen besiegt.

      Zum Kapitel

    3. Karl der Große hat eine schwere Sünde begangen und weigert sich, diese vor irgendeinem Menschen zu bekennen. Er ersucht den Heiligen Ägidius um Rat, der ihm eine wunderbare Absolution ohne Notwendigkeit einer Beichte vermittelt: als Antwort auf das Gebet des Heiligen erscheint auf dem Altar ein Brief, in dem steht, dass dem Kaiser die Gnade Gottes zuteil wurde.

      Zum Kapitel

  37. Die Deutschen

    1. Ludwig der Fromme wird in einem Bericht, der seine legislatives Handeln und sein aufrichtiges Verhalten bei Gericht betont, als gerechter und frommer Herrscher gepriesen.

      Zum Kapitel

    2. Lothar I. führt Krieg gegen die Aufständischen in Bayern, die von Herzog Otto und Markgraf Hermann angeführt werden.

      Zum Kapitel

    3. Ludwig streitet mit seinen Brüdern Karl und Pippin, bis er von Papst Hadrian aufgefordert wird, die Gesetze Karls des Großen wiederherzustellen.

      Zum Kapitel

    4. Die tugendhafte Ehefrau Karls III. wird fälschlich des Ehebruchs bezichtigt und rehabilitiert sich, indem sie einen Reinigungseid leistet; sie und ihr Gatte legen religiöse Gelübde ab.

      Zum Kapitel

    5. Arnolf (identifizierbar als Arnolf von Kärnten) gründet das Kloster Sankt Emmeram bei Regensburg.

      Zum Kapitel

    6. Ludwig das Kind folgt seinem Vater Arnolf als Minderjähriger auf den Thron und kommt schließlich beim Sturz von einem Turm zu Tode.

      Zum Kapitel

    7. Konrad I. hat mit feindlichen Einfällen seitens der Ungarn zu kämpfen und als er wegen einer Krankheit außer Gefecht gesetzt wird, versuchen seine Fürsten, ihn zu entthronen.

      Zum Kapitel

    8. Heinrich I. versetzt den Ungarn mit Gottes Hilfe eine vernichtende Niederlage und unterwirft Böhmen.

      Zum Kapitel

    9. Otto I. unterwirft die Mailänder und triumphiert bei Augsburg über die Ungarn (ein Verweis auf die Schlacht auf dem Lechfeld, die aber nicht namentlich genannt wird).

      Zum Kapitel

    10. Otto II. führt eine verhängnisvolle Militäroffensive gegen die Griechen in Kalabrien an, wo er von den Römern verraten wird.

      Zum Kapitel

    11. Otto III. besiegt zwei rebellische Rheinländische Grafen, Dietrich und Willehalm, mit Unterstützung des Würzburger Bischofs Hugo. Er rächt den Märtyrertod Albrechts, des Bischofs von Prag, an den Slawen.

      Zum Kapitel

    12. Heinrich II., ein beispielhafter Herrscher und wârer gotes dienestman, bekehrt die Böhmen, Polen, Wenden und Ungarn und gründet das Bistum Bamberg. Nach seinem Tod und seinem Begräbnis im Bamberger Dom Sankt Peter, geschehen an seinem Grab Wunder.

      Zum Kapitel

    13. Konrad II. ist in ständigem Konflikt mit Stephan von Ungarn bis die beiden Frieden schließen.

      Zum Kapitel

    14. Heinrich III. kämpft gegen die Ungarn um deren entmachteten König Peter wieder einzusetzen und mischt sich in eine umstrittene Papstwahl ein, indem er bei einer Synode in Rom seinen Kandidaten Swidger (Suitgar) von Bamberg einsetzt. Konflikte mit den Ungarn flammen wieder auf, als diese Peter wieder absetzen.

      Zum Kapitel

    15. Heinrich IV. sorgt wegen seines lasterhaften Verhaltens im Reich für Unruhe; schließlich setzen die Fürsten ihn in Speyer fest und wählen seinen Sohn, den „jungen Heinrich“ zum König. Ein großer Teil seiner Herrschaftsgeschichte wird jedoch von einem Bericht über den siegreichen Kreuzzug ins Heilige Land und nach Babylon, angeführt von Herzog Gotfrit (Gottfried von Bouillon), eingenommen.

      Zum Kapitel

    16. Gegen die Wahl Heinrichs V. opponieren der Papst und die meisten Kirchenfürsten; schließlich wird der Konflikt beigelegt (in einem indirekten Kommentar zur Lösung des Investiturstreits), Heinrich wird zum Kaiser gesalbt und seine Exkommunikation wird aufgehoben.

      Zum Kapitel

    17. Lothar III. (von Supplinburg) muss sich mit einer Rebellion, angeführt von den (Staufer)-Brüdern Konrad und Friedrich auseinandersetzen sowie mit einer angefochtenen Papstwahl, die Lothar in einen Feldzug nach Süditalien verwickelt.

      Zum Kapitel

    18. Konrad III. wird von den Fürsten zum Nachfolger Lothars erkoren; die Erzählung der Chronik bricht mitten in einem Bericht über Konrads Beteiligung am Kreuzzug gegen Sangwin (Zengi) in Edessa ab.

      Erste (‚bayrische‘) Erweiterung (Fassung C)

      Zum Kapitel

    19. Friedrich I. unterwirft Mailand und die Lombardei, bevor er das Kreuz nimmt. Er kommt auf dem Weg zum Kreuzzug zu Tode.

      Zum Kapitel

    20. Friedrich, der älteste Sohn Friedrichs I., wird erwählt, seinem Vater auf den Thron zu folgen und den Kreuzzug ins Heilige Land fortzuführen; er stirbt auf der Heimreise.

      Zum Kapitel

    21. Heinrich VI., einer der jüngeren Söhne Friedrichs I., wird zum König gewählt. Er vereitelt einen Anschlag auf sein Leben, lässt die Verschwörer hinrichten, verschont aber seine Frau, obwohl sie an der Planung des Mordversuchs maßgeblich beteiligt war.

      Zum Kapitel

    22. Philipp, ein weiterer Sohn Friedrichs I., wird in Aachen zum König gewählt; seine Wahl wird angefochten von Otto von Braunschweig. Philipp wird in Bamberg von Otto von Wittelsbach ermordet.

      Zum Kapitel

    23. Otto IV., Philipps (Welfischer) Rivale, folgt ihm auf den Thron. Sein anfängliches Glück wendet sich, als seine Adligen ihn zugunsten Friedrichs ‘des Kindes aus Apulien’ aufgeben und ihn vertreiben.

      Zum Kapitel

    24. Kaiser Friedrich II. erobert das Heilige Grab und kehrt zurück, um von Palermo aus zu herrschen. Er setzt seinen Sohn Heinrich als König von Deutschland ein, doch als dieser, in einem Anflug von Unvernunft, gegen seinen Vater rebelliert und von jeder Stadt Geißeln verlangt, muss Friedrich einschreiten: er verlangt, dass die Geißeln befreit werden, kehrt nach Deutschland zurück und schickt seinen feigen Sohn nach Italien ins Exil.

      Zweite (‚schwäbische‘) Erweiterung (Fassung C, Hs. Zeil)

      Zum Kapitel

    25. Interregnum – Rudolf I. Die Kurfürsten können sich nicht auf einen Herrscher einigen; die Suche bleibt erfolglos, bis Gott eingreift und sie dazu verpflichtet, Rudolf von Habsburg zu akzeptieren. Unter seiner Regentschaft werden Recht und Ordnung wieder hergestellt; die Erzählung bricht in der Mitte der Darstellung von Rudolfs Kriegszug gegen den König (Ottokar) von Böhmen ab.

      Zum Kapitel