Adreßbuch über sämmtliche Bewohner der Stadt Heidelberg für das Jahr 1839 — Heidelberg, 1839

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Die Pfarrkirche der Katholischen, eitt großes und schönes
Werk der italienischen Baukunst, durch die Jesuiten vom Jahre 1712 bis
1751 erbaut.
Die Kirche zum heil. Geiste, ein großes Werk der deutschen
Baukunst aus dem 14. und 15. Jahrhunderte, die seit dem Jahr 1400
Pfarrkirche, einst von Kaiser Ruprecht, dem Pfälzer, und von Ludwig
dem Bärtigen, des vorigen Sohn und Nachfolger im Kurfürstenthume
Pfalz, als Stiftskirche zum Vorthcile der Universität erhoben und aus-
gesteuert, in ihrem Chore die weltberühmte pfälzische Bücherei und in ihren
unterirdischen Hallen die Gräber der Pfatzgrafen Kurfürsten aus den Fnr-
stenrcihen PfalzHeidelbcrg und PfalzSimmern verwahrte.
Die Neckar brücke, eine der schönsten steinernen Brücken Deutsch-
lands, 605 AltPariser Fuß zwischen ihren Ufermauern lang, 24 dergleichen
breit und in der Mitte 50 Fuß über den Grundpfeilern hoch, von dem kur-
pfälzischen Bauinspektor Matthäus Mayer in den Jahren 1706 bis
1760 aufgeführt, mit ihren Bildwerken von dem berühmten kurpfälzischen
Hofbildhauer Konrad Linck und ihrer reizenden Umsicht.
DaS akadcmisch eHospital, am Marstallhofc, mit seinen zweck-
mäßigen Einrichtungen für medizinische, chirurgische und obstetrizische Klinik.
DaS HauS der Anatomie, die ehemalige Dominikanerkirchc in
der Vorstadt, mit dem anatomischen Theater, den zu den Hebungen und
Bereitungen trefflich angelegten Sälen, Zimmern, Kammern u. s. w. und
den ungemein reichen anatomischen Sammlungen, verbunden mit der ans
mehr als 1100 ausgezeichneten Stücken bestehenden Tiedemann'schcu
Sam m tun g.
Das Haus der naturwissenschaftlichen Anstalt, das ein-
malige Klostergebäude der Dominikaner, mit den Sälen, Zimmern, Ge-
mächern u. s. w., welche die chemische Anstalt mit ihrem Laboratorium,
das physikalische K ab in et mit seinen Sammlungen, das zoolo-
gische Kabiuet und das Modellenkabiuet entnehmen.
Der allgemeine botanische Garten, vor dem Mannheimer
Thore au der Sophieustraße.
D e r ökouomi sch e G arten der Heidelberger Untcrrheiu -Kreisab-
theiluug des laudivirthschaftliehen Vereines, dem vorigen gegenüber in der
neuen Anlage.
Die neue Alt läge, ein um die eben genannten Gärten, au der
Sophien - und Leopoldsstraße und längs dem mitternächtlichen Fuße des
großen Geigberges hinziebender öffentlicher Spaziergang, mit dem alten
Universitätsstboretum verbunden, in welchem ausgezeichnet hochstämmige
und herrlich gewachsene seltene Baume und das schöne Denkmal des um die
älteren hiesigen botanischen Anstalten hochverdienten Professor, i)i. Georg
M a tthäuS Gatt e n Hof, von der Hand des chemal. kurpfalz. Hofbild-
haners K o n ra d Linck, sehenswertst) sind.
Der forstbotanische Garten, bei der Schloßruine auf dem Jct-
tenbühel.
Geheimen Rathes Crenzer Sammlung alter griechischer
und römischer Bildwerke, Münzen, Schriftsteineu u. s. w. und bedeutende
philologisch-archäologische Bibliothek in dessen Hause an der Pcterokirche.
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