Kautzsch, Rudolf
Diebolt Lauber und seine Werkstatt in Hagenau — Stuttgart, 1895

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von Dr. R. Kautzsch. 77

IV. (22)
Universitätsbibliothek, Heidelberg (palat. germ. 324):

Dietrich und seine Gesellen (Virginal).

Bartsch 156.

Von den 46 Bildern der Hs. hat C nur das erste gezeichnet.
Ausserdem ist auch der Initial zu Eingang des Textes fol. 1 von
seiner Hand.

Unter den Farben herrschen vor: stumpfes Pnrpurroth, häufig
mit einem dunkleren Tone in den Schatten überarbeitet, und ein ver-
waschenes Blau.

Bemerkt sei schliesslich noch, dass der Schreiber sich zum Schluss
nennt (fol. 352'): Horent wie es do erging

Do dise arbeit ein ende nam
Ein ander schiere ane ving.

Hoc liberus schripsit Johannes port unus schriptor et magister in
ardibus de ') argentyna. Amen.

Dass ein 4de argentyna' über den Entstehungsort der Hs. nichts
beweist, wurde schon S. 3 hervorgehoben.

V. (23)
Universitätsbibliothek, Heidelberg (palat. germ. 149):

1. Die sieben weisen Meister (fol. 1—108')

2. Gesta Romanorum (fol. 110—339).

Bartsch 91.

Auf Falzen ist zu lesen: Johannes Karrcher. wiherscheim Anno
LX octavo.

C hat illustriert fol. I—59 und fol. 68. Die Lagen sind beim
Einbinden vertauscht worden, vgl. Bartsch. Ursprünglich schloss sich
fol. t>8 unmittelbar an fol. 59 an. So zerfällt der Codex glatt in
zwei (ungleiche) Hälften, deren erste C illustriert hat. Von G ist ausser-
dem nur noch der Initial zu Beginn des Theiles von den Päpsten
fol. 251.

Die Bemalung ist der des cod. palat. germ. 324 sehr nahe ver-
wandt. Noch mehr tritt hier die Neigung in zwei Farben zu model-
lieren hervor: helles Kaffeebraun mit tiefem Stahlblau, Strohgelb mit
Roth, Gelb mit Blau.

D.

Auch dieser vierte Zeichner steht eher noch etwas unter dem
Durchschnitt der Gruppe, als darüber. Aber nicht, weil er ein so
liederlicher Gesell wäre, wie C, sondern weil er am stärksten von
allen mit der Vergangenheit zusammenhängt. Die Gesichter seiner
Personen offenbaren durchaus den kindlichen Typus, wie ihn elsässische

1) Es steht deutlich de, nicht in argentyna, wie Barisch liest. Auch
Wilken S. 409 las richtig: de.
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