Kautzsch, Rudolf
Diebolt Lauber und seine Werkstatt in Hagenau — Stuttgart, 1895

Page: 113
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Ein Sammelband deutscher Lieder ans dem Jahre 1529 etc. 113

St. Gallen, Stadtbibl.
Ms. 343 c u. d siehe S. 3 Anm. Nr. VI, Hs. 27.

Strassburg, Kaiserl. Univ.- u. Landesbibl.
Ms. L5I3 siehe S. 11.

Stuttgart, Kgl. Bibl.
cod. poe"t. fol. 2 siehe K V, Hs. 32.

Wolfenbüttel, Herzogl. Bibl.
Ms. Aug. I. 15 siehe S. 3 Anm. Nr. VII, Hs. 34.

Dr. R. Kautzsch.

Ein Sammelband deutscher Lieder ans dem Jahre 1529

in der Grossherzoglichen Hof DiMothek

zu Darmstadt.

Am Schlüsse des Abschnittes über die Liederdichtung weist Goedeke
im zweiten Bande seines Grundrisses S. 862 auf die Wichtigkeit alter
Sammlungen von fliegenden Blättern, welche die vorzüglichsten Quellen
unserer Kenntnis der Lieder bilden, hin. Den von ihm aufgezählten
Sammelbänden wäre ein in der Grossherzoglichen Hofbibliothek zu
Darmstadt befindlicher beizufügen, der allerdings nicht von grossem
Umfange ist, aber einige noch ganz unbekannte Stücke enthält. Be-
nutzt wurde er, soviel ich ersehen kann, bis jetzt nur von Wacker-
nagel für sein Deutsches Kirchenlied. Auf Wackernagel gehen die
Erwähnungen in Böhmes Altdeutschem Liederbuch zurück. Der Band
besteht aus 19 Blättern in Folio, 7 Einzelblättern (Bl. 1, 2, 7, 8, 12,
15, 18) und 6 Doppelblättern (Bl. 3/6, 4/5, 14/19, 16/17, 10/11, 9/13).
Wenn er auch den heutigen Einband erst im Anfange unseres Jahr-
hunderts in der Hofbibliothek erhalten hat, so darf man doch wohl
aus dem Umstände, dass einige Lieder die Jahreszahl 1529 tragen,
andere sich auf Ereignisse dieses Jahres beziehen, schliessen, dass die
Blätter bald nach Erscheinen zu einer Sammlung verbunden wurden.
Wie sie in die Hofbibliothek gelangten, vermag ich nicht anzugeben.

In der folgenden Beschreibung vereinige ich, abweichend von
der willkürlichen Anordnung des Sammelbandes, die dem Drucke nach
zusammengehörigen Stücke. Bei den von Waekernagel veröffentlichten
Liedern führe ich nur die Überschriften an und verweise im Übrigen
auf Wackernagels Kirchenlied; von den noch nicht oder nur in ab-
weichenden Fassungen bekannten Gedichten gebe ich einen getreuen
Abdruck. Voraus wäre zu schicken, dass bei keinem Liede die Vers-
zeilen abgesetzt gedruckt sind, und dass bei den Doppelblättern die
Gedichte immer auf den beiden inneren Seiten stehen.

I.

Die Doppelblätter 3/6, 4/5, 14/19, 16/17 zeigen die gleichen
verzierten Initialen, sowie zum Teil gleichen Druck und gleiche Rand-
leisten und stammen daher wohl aus derselben Druckerei, die ich
leider nicht mit Sicherheit nachweisen kann. Die obere Randleiste
von Bl. 19 rührt von Hans Burgkmair her und kommt in verschiedenen
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