Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 1): Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz — Freiburg i.Br., 1887

Seite: 391
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AMT MESSKIRCH. — LANGENSTEIN. 39'

der alten und jungen Heudorf. Dazu viele erklärende und auf die Passion des
Herrn bezügliche Inschriften in gothischer Schrift. Vortreffliches und werthvolles
Gemälde aus der ersten Hälfte des 16. Jhs. Unter den Daten bemerkt man das
Jahr 1525. Das Denkmal gilt laut den Inschriften Ortolf von Heudorf-Waldsperg,
seiner Gattin Agnes von Hohenegg und ihren 18 Kindern.

Grabstein eines Pfarrherrn von 1758.

Rococokelch und dsgl. Monstranz.

BURG. In der Nähe des Dorfes liegt die mittelalterliche Burgruine KRUM-
BACH, auf einem nach dem Thale abfallenden, schroffen zackigen Kalkfelsen
erbaut, der wie bei der Burgruine Gutenstein mit der Hochebene hinter dem Dorfe
zusammenhängt und von dieser unmittelbar zu erreichen ist. Nur noch in Mauer-
resten erhalten (vgl. Fig. 99), sind die 2V2 met. dicken Bruchsteinmauern mit
den schönen Quaderketten an den Ecken beachtenswerth, wie auch eine Fenster-
öffnung, die nicht mit einem Bogen oder Holzwerk, sondern mit einer grossen
Steinplatte überdeckt ist und das darauffolgende Mauerwerk trug. Die Kalkstein-
quadern der Ecken haben Bossen und Saumschlag und sind 1,20 met. lang und
45—50 cm hoch, während das anschliessende Mauerwerk gewöhnliches, oft mit
Brocken verzwicktes Bruchsteinmörtelgemäuer ist (vgl. Fig. 100). (D.)

LANGENSTEIN

SCHWAB Der Bodensee 2 II117. — ROTH v. SCHRECKENSTEIN
Mainau S. jyp u. ö.

SCHLOSS.

Die Herren von Langenstein werden als Ministerialen der Abtei Reichenau
zuerst 1197 erwähnt: sie theilen sich dann in eine Hegauische und eine Aargauische
Linie. Das Schloss erscheint seit 1331 als Lehen der Grafen von Neuenbürg, wird
'348 der Reichenau, später den Deutschherren versetzt. Die Besitzer wechselten
seit dem 14. Jh. häufig. Es werden als solche ausser dem Kapitel zu Konstanz
auch die von Tettingen, v. Heudorf, von Reischach, von Raitenau-Welschberg
genannt. Grossherzog Ludwig von Baden kaufte die Burg von dem Grafen von
elschberg und schenkte sie sammt der Herrschaft der Gräfin von Langenstein,
011 we'cher sie an den Grafen von Douglas überging.

Das Schloss bildet kein einheitliches Ganzes, ist vielmehr ein bauliches Con-
gomerat, das sich aus Werken verschiedener Jahrhunderte (wol vom 11. bis zur'

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