Vollmer, Hans
Ober- und mitteldeutsche Historienbibeln (Materialien zur Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters, Band 1, 1. Hälfte) — Berlin, 1912

Page: 105
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104 Beschreibender Teil.

404r Darnauch starb gabinus da salzten die römer ainen andern fürsten
vnd pf leger in siria der was genant grassus der wolt faren vff
die von persen .... also haut nun hie mit ain end das ander I
404v buch machabeorum Darnauch bald ward vnser lieber herre
ihesus XPs geborn von der hailigen jungfrowen marien.
Nun folgt die Geschichte der Herodianer, von Pilatus und die

Veronikalegende (vgl. Passional ed. Hahn 81, 75 ff.).

407r Es was ain häng tyrus genant der bcschlief ains mällers tochter
die wz genant pila vnd ir vatter atus usw.

409r Zuuor vnd ee Jerusalem zerstört ward da geschahen vil wunder
zaichen Josephus spricht das ain gancz iaur ob der stat
Jerusalem ain stern glich ahn schwort gar hiczig schösse wider
die stat usw. (vgl. Jacob, a Vorag. Leg. aur. ed. Graesse S. 298ff).

Daran schließt sich, genau wie in der Quelle, die Erzählung von der
Heilung des Vespasianus und seinem Entschluß, Jesus an den Juden zu
rächen:

Die erst stat desz iutschen landes die von vespasiano be-
sessen ward die was genant Jotapoiam in der was ain fürst
genant Josephus usw.

Von dessen Rettung (vgl. auch Kaiserchronik 995ff.) und der Heilung
des Titus durch ihn handeln die nächsten Abschnitte. Mit der Zerstörung
Jerusalems und den vergeblichen Versuchen der Juden, es wiederaufzubauen,
schließt die Handschrift. Diese zuletzt berührten, zur „Neuen Ee" ge-
hörigen Stoffe werden uns in einer andern Gruppe von deutschen Historien-
bibeln wiederbegegnen.

Die Handschrift steht in naher Beziehung zu der Stuttgarter Hand-
schrift N.

Mundart: schwäbisch (in oder bei Urach geschrieben).

Photogr.: fol. 340v— 341 r Bild: Judith bringt des Holofernes Haupt, mit
Text; 373v—374r Bild: Alexander mit Weibern in einem Garten, mit Text.

Gruppe IIa.

34. Augsburg, Staats-, Kreis- und Stadtbibliothek Ms L (50)
(Merzd. P); vgl. Merzdorf a. a. O. 51 f. — Pergament, zweispaltig
geschrieben a. 14 2 2 von Virich Schriber von Stroszburg.

Holzdeckel mit dunkelbraunem, reichgepreßtem Lederbezug (u. a.
Bordüre aus Blüten und Bändern, darauf jedesmal der Name: maria),
schönen Eckbeschlägen (Doppeladler), Mittelbuckel und 2 Schließen.
Der glatte Rücken ist etwas defekt.
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